Morfológia NJ, 1.ročník, zimný semester
jediná a jedinečná MORFA, podľa štvorice Helbig&Buscha (bodaj ich porantalo) + Valachová&Mayerová - to čo sme sa mali z tej prekliatej knihy naučiť je tu vypísané ACHTUNG!!!! pri Verb chýba Konjunktiv!!!!!!!!! a miestami sú tam chyby - prípadné nejasnosti určite konzultovať s knihou :) ďalšie materiály (Artikelworter...) poskytli vyučujúce Prednášky - PhDr. Erika Mayerová, PhD. Seminár - Mgr. Broňa Valachová
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Verb
Die Verben sind die einzige Wortklasse, deren Elemente konjugiert werden können, d. h. in
Person, Numerus, Tempus, Genus und Modus verändert werden können.
Dagegen verfügen sie nicht die Kategorie des Kasus wie die deklinierbaren Wörter
(Substantive, Pronomina, Adjektive, Artikelwörter).
Kongruenz bedeutet die Überstimmung des finiten Verbs mit dem Subjekt in Person und
Numerus.
Ich und du ( = wir) gehen in diesem Jahr zur gleichen Zeit in den Urlaub.
Du und er ( = ihr) habt die Versammlung gut geleitet.
Du und dein Freund werden zum Geburtstag eingeladen.
Er oder du bringst mir die Medikamente mit.
Der Professor oder seine Assistenten haben den Sammelband vorbereitet.
Mensch und Tier leidet (leiden) unter der ungewöhnlichen Hitze.
Halten und Parken ist (sind) hier verboten.
Durch das Feuer wurde ein Fabrikgebäude zerstört und mehrere Lagerhallen.
Der Arzt und der Patient machen einen Termin aus. → Der Arzt macht mit dem Patienten einen
Termin aus.
Klassifizierung der Verben nach
-
morphologischen Kriterien
-
syntaktischen Kriterien
-
semantischen Kriterien
Klassifizierung der Verben nach morphologischen Kriterien
1. nach der Konjugiertheit unterscheidet man zwischen finiten und infiniten Verbformen
Die finiten Verbformen sind personengebunden, konjugiert und drücken 5
Kategorien aus:
a) die 3 Personen: sprechende, angesprochene und besprochene Person
b) die 2 Numeri: Singular und Plural
c) die 6 Tempora: Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I, Futur II
d) die 3 Genera: Aktiv, Vorgangspassiv, Zustandspassiv
e) die 3 Modi: Indikativ, Konjunktiv, Imperativ
Die infiniten Verbformen sind nicht personengebunden, nicht konjugiert und
drücken die Kategorien der Person, des Numerus und des Modus nicht aus. Man
unterscheidet zwei Arten der infiniten Verbformen: die Infinitive und die Partizipien.
2. nach der Art der Flexion / Konjugation unterscheiden wir zwischen regelmäßigen
und unregelmäßigen Verben
Zwischen den regelmäßigen und den unregelmäßigen Verben bestehen folgende
primäre Unterschiede:
-
regelmäßige Verben bilden ihr Präteritum mithilfe des Suffixes –te, unregelmäßige
Verben ohne zusätzliches Suffix
-
regelmäßige Verben bilden ihr Partizip II mit dem Suffix –t oder –et, unregelmäßige
Verben mithilfe des Suffixes –en
-
regelmäßige Verben ändern im Präteritum und Partizip II ihren Stammvokal nicht,
unregelmäßige Verben ändern ihren Stammvokal in gesetzmäßiger Weise in den drei
Stammformen Infinitiv – Präteritum – Partizip II (Ablauf):
fragen – fragte – gefragt (regelmäßig)
finden – fand – gefunden (unregelmäßig)
Mischtypen von regelmäßiger und unregelmäßiger Konjugation entstehen dadurch, dass
neben einem unregelmäßigen Präteritum ein regelmäßiges Partizip II stehen oder
umgekehrten.
Das Essen ist gesalzt / gesalzen.
Der Witz ist gesalzen.
Er hat das Holz gespaltet / gespalten.
Die Meinungen waren gespalten.
Der Bäcker buk (landschaftlich häufig: backte) frisches Brot.
Der Bäcker hat frisches Brot gebacken.
Der Schnee backte.
Der Schnee hat gebacken.
Sie webten den Teppich.
Ein Dunstschleier wob sich über die Landschaft.
Der Wein gärte / gor im Keller.
Es gärte unter der Bevölkerung schon vor der Revolution.
Er bewog ihn zu dieser Entscheidung. ( = veranlassen)
Die Nachricht bewegte die Welt ( = in Bewegung versetzen)
Der Dichter schuf ein großes Kunstwerk. ( = schöpferisch gestalten)
Wir haben heute viel geschafft. ( = arbeiten, erledigen)
Er hat den Brief zur Post geschafft. ( = wegbringen)
Die Mutter bleichte die Wäsche. ( = weiß machen)
Die Wäsche (ver)blich. ( = weiß werden)
Er hängte das Bild an die Wand. ( = in den Zustand des Hängens versetzen)
Das Bild hing an der Wand. ( = im Zustand des Hängens sein)
Sie ertränkte die Katzen. (ertränken)
Die Katzen ertranken. (ertrinken)
Er legte das Buch auf den Tisch. (legen)
Das Buch lag auf dem Tisch. (liegen)
Sie setzte das Kind in den Kinderwagen. (setzen)
Das Kind saß im Kinderwagen. (sitzen)
Klassifizierung der Verben nach syntaktischen Kriterien
Eine Klassifizierung der Verben unter syntaktischem Aspekt erfolgt nach dem Verhältnis
im Prädikat
zum Subjekt
zum Objekt
zu Subjekt und Objekt
zu allen Aktanten
1) Verhältnis im Prädikat
Vollverben bilden allein das Prädikat des Satzes
Nicht-Vollverben bilden nicht allein, sondern zusammen mit anderen Gliedern das
Prädikat, also nur „helfen“, das Prädikat aufzubauen. Zu den Nicht-Vollverben
gehören:
a) Hilfsverben (haben, sein, werden), die zusammen mit dem Infinitiv und dem
Partizip II vorkommen, grammatische Prädikatsteile sind und der Bildung der
zusammengesetzten Tempus- und Passivformen dienen:
Es wird morgen kommen. – Der Kranke wird von ihr besucht.
b) Modalverben (dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen), die zusammen
mit dem Infinitiv ohne zu vorkommen (der ebenfalls grammatischer Prädikatsteil
ist) und eine Modalität (Fähigkeit, Möglichkeit, Notwendigkeit, Wunsch;
Sprecherstellungnahme) ausdrücken:
Das Mädchen kann gut schwimmen. – Sie kann jetzt in Paris sein.
c) Modifizierte Verben, die nur zusammen mit einem Infinitiv mit zu vorkommen
(als lexikalischer Prädikatsteil) und in der Bedeutung den Modalverben z.T. sehr
ähnlich sind:
Der Autofahrer weiß sich zu helfen. ( = kann sich helfen)
Sie braucht nicht zu kommen. ( = muss nicht kommen)
Ich bekam ihn nicht zu sehen. ( = Es war nicht möglich, ihn zu sehen.)
Er kommt noch darauf zu sprechen. ( = Er findet noch Gelegenheit, darüber zu
sprechen.)
Der Junge pflegt zu spät zu kommen. ( = Der Junge kommt gewöhnlich zu spät.)
d) Funktionsverben, die nur im Zusammenhang mit einem nominalen Bestandteil
(Akkusativ oder Präpositionsgruppe) als lexikalischem Prädikatsteil vorkommen,
der die hauptsächliche Bedeutung trägt und mit dem sie zusammen (als
„Funktionsverbgefüge“) das Prädikat bilden:
zur Aufführung bringen / kommen, Anerkennung finden
e) bekommen-Verben, die in einer bestimmten Verwendung nur zusammen mit dem
Partizip II (als lexikalischem Prädikatsteil) vorkommen und zum Ausdruck des
Passives dienen:
Er kommt das Buch geschenkt.
f) Kopulaverben (sein, werden, bleiben), die zusammen mit einem Adjektiv
(Partizip, Adverb) oder Substantiv (als Prädikativ) das Prädikat bilden:
Er ist / wird krank.
Sie ist / wird / bleibt Katholikin.
Der Sportler ist / bleibt dort.
2) Verhältnis zum Subjekt
Persönliche Verben können mit einem Subjekt aller drei Personen verbunden
werden, z. B. schwimmen, vergessen, essen, laufen, arbeiten, …
Unpersönliche Verben werden gewöhnlich mit dem unpersönlichen es (3. Person)
als Subjekt verbunden, z.B. regnen, klingen, …
3) Verhältnis zum Objekt
Transitive Verben sind solche Verben. bei denen ein Akkusativobjekt stehen kann,
das bei der Passivtransformation zum Subjektsnominativ wird, z. B. besuchen,
senden, verweisen, erwarten, anregen, …
Er prüft den Studenten.
Er prüft jetzt.
(intransitive Verwendung)
Er isst den Apfel.
Er isst jetzt.
(intransitive Verwendung)
Transitivierung → wenn ich durch eine Transformation aus einen intransitiven Verb ein
transitiven mache
Intransitive Verben sind solche Verben, bei denen kein Akkusativobjekt stehen
kann, unabhängig davon, ob ein anderes Kasus- oder Präpositionalobjekt bei ihnen
stehen kann, z. B. denken, sterben, helfen, warten, fallen, reisen, erkranken,
wachsen, ruhen, …
Der Koffer enthält zwei Anzüge. → *Zwei Anzüge werden von dem Koffer enthalten.
o Absolute Verben brauchen außer dem Subjekt keine weitere Ergänzung im Satz.
Die Blume blüht.
Die Sonne schien.
o Relative Verben brauchen außer dem Subjekt mindestens eine weitere Ergänzung
im Satz, damit der Satz grammatisch vollständig wird
Er half seinem Freund.
Wir gedenken seines Todestages.
Rektion der Verben → ihre Fähigkeit, ein von ihnen abhängiges Substantiv in einem
bestimmten Kasus zu fordern. Die von der Rektion der Verbs geforderten Kasus heißen Casus
obliqui (= abhängige Kasus) – im Unterschied zum Subjektsnominativ als Casus rectus (=
unflektierter, unabhängiger Fall). Manche Verben können auch zwei verschiedene Kasus
nebeneinander regieren, andere regieren alternativ zwei (oder mehr) verschiedene Kasus.
4) Verhältnis zu Subjekt und Objekt
Reflexive Verben sind solche, bei denen sich das Reflexivpronomen sich (bzw. die
entsprechenden Personalpronomina der 1. und 2. Person) auf das Subjekt des Satzes
zurückbezieht und mit ihm identisch ist
Reflexive Verben / echte reflexive Verben – das Reflexivpronomen
obligatorisch steht und nicht durch ein anderes Objekt ersetz werden kann,
z.B.:
sich bedanken, sich beeilen, sich befinden, sich betrinken, sich erkälten, sich
ausbitten, sich einbilden, für sich behalten, an sich ziehen, …
Reflexive Konstruktionen / unechte reflexive Verben / reflexiv gebrauchte
Verben - Reflexivpronomen nicht obligatorisch steht, sondern durch ein
anderes, mit dem Subjekt nicht identisches Objekt ersetz werden kann, z.B.:
fragen, verändern, verletzen, verteidigen, waschen, nützen, schaden, widersprechen
Reziproke Verben sind solche, bei denen eine wechselseitige Beziehung zwischen
mehreren Subjekten und Objekten besteht, z.B.:
Peter und Monika unterhalten sich. Sie verklagen einander.
5) Verhältnis zu allen Aktanten
Der Valenz des Verbs → seine Fähigkeit, bestimmte Leerstellen im Satz zu eröffnen,
die besetz werden müssen bzw. besetz werden können
obligatorische Aktanten müssen ergänzt werden
fakultative Aktanten können ergänzt werden
freie Angaben sind überhaupt nicht determiniert
Klassifizierung der Verben nach semantischen Kriterien
nach der Bedeutungsstruktur der Verben selbst
nach ihrer Aktionsart
nach dem Grad ihrer Grammatikalisierung bzw. Desemantisierung
Aufgrund ihrer Bedeutungsstruktur lassen sich folgende Hauptgruppen von Verben
unterscheiden:
1. Tätigkeitsverben: arbeiten, bewegen, essen, helfen, gehen, kämpfen, lesen, öffnen,
singen, spielen, springen, töten, wandern, …
2. Vorgangsverben: erfrieren, erkranken, erwachsen, einschlafen, fallen, sterben, …
3. Zustandsverben: sich befinden, liegen, sein, stehen, wohnen, …
Verben
Zustandsverben
Nicht-Zustandsverben
(statisch)
(dynamisch)
Tätigkeitsverben
Vorgangsverben
(aktional)
(nicht-aktional)
Aktionsarten
Aktionsart – die Verlaufsweise und Abstufung des Geschehens, das vom Verb bezeichnet
wird. Die Differenzierung des Geschehens erfolgt nach dem
-
zeitlichen Verlauf (Ablauf, Vollendung, Anfang, Übergang, Ende)
-
inhaltlichen Verlauf (Veranlassung, Intensität, Wiederholung, Verkleinerung)
Sie greifen oft ineinander.
Klassen der Aktionsarten
Durative Verben / Imperfekte Verben bezeichnen den reinen Ablauf oder Verlauf
des Geschehens, ohne dass etwas über Begrenzung und Abstufung über Anfang und
Ende des Geschehens ausgesagt ist, wie z.B.:
arbeiten, blühen, essen, laufen, schlafen
Iterativen / frequentativen Verben drücken die Wiederholung eines Geschehens
aus, wie z.B.: flattern, gackern, plätschern, streicheln
Intensiven Verben drücken die Verstärkung eines Geschehens aus, wie z.B.:
brüllen, saufen, sausen
Diminutiven Verben drücken die Abschwächung des Geschehens (eine geringe
Intensität) aus, wie z.B.: hüsteln, lächeln, tänzeln
Perfektive Verben grenzen den Verlauf des Geschehens zeitlich ein oder drücken den
Übergang von einem Geschehen zu einem anderen Geschehen aus.
Ingressiven /inchoativen Verben bezeichnen den Anfang eines Geschehens
aufblühen, einschlafen, entflammen, erblicken, loslaufen
Egressiven Verben bezeichnen die Endphase und den Abschluss eines
Geschehens
erjahen, platzen, verblühen, verklingen, zerschneiden
Mutativen Verben bezeichnen einen Übergang von einem Zustand in einen
anderen
reifen, rosten, sich erkälten
Kausativen / faktitiven Verben bezeichnen ein Bewirken bzw. Veranlassen,
ein Versetzen in einen neuen Zustand
beugen, öffnen, senken, sprengen, schwenken, verschwenden, schwärzen
Semantische Klassen von Verben sind sehr schwer abgrenzbar, weil die Aktionsarten im
Deutschen kein grammatisches System darstellen und nur zu einem sehr geringen Teil
grammatikalisiert. Die semantische Kategorie der Aktionsart wird durch verschiedene
sprachliche Mittel ausgedrückt, vor allem durch folgende:
1. Bedeutung des Verbes selbst:
arbeiten, blühen, essen, lesen, schlafen
2. Wortbildungsmittel (Präfixe, Suffixe, Zusammensetzung, Umlaut des Stammvokals,
e / i-Wechsel):
brennen – anbrennen, gehen – losgehen, schlafen – einschlafen, kämpfen – erkämpfen,
offen – öffnen, sinken – senken, klingen – klingeln, lachen – lächeln, …
3. Zusätzliche lexikalische Mittel:
Er arbeitet immer / unaufhörlich.
Er arbeitet und arbeitet.
Es begann zu regnen.
Er arbeitet weiter.
Er pflegte abends spazieren zu gehen.
4. Syntaktische Mittel:
Er arbeitet. Er ist beim Arbeiten
Er schwitzt. Er kommt ins Schwitzen.
Besonderheit der Aktionsart
1. Das Perfekt der intransitiven Verben wird
-
in der Regel mit haben gebildet, wenn diese Verben durativ sind
-
mit sein gebildet, wenn diese Verben perfektiv sind
Er ist eingeschlafen. Er hat geschlafen. Er ist aufgewacht.
Die Rose ist erblüht. Die Rose hat geblüht. Die Rose ist verblüht.
2. Die Attribuierung des Partizips II ist möglich nur bei intransitiven Verben von
perfektiver Aktionsart:
Richtig: das eingeschlafene Kind
Falsch: das geschlafene Kind
Semantischen Klassen der Aktionsarten sind nicht in systemantischer Weise mit
grammatischen Unterschieden verbunden. Erst wenn sie mit morphologischen und / oder
syntaktischen Formen verbunden sind, kann man von grammatischen Kategorien sprechen.
Funktionsverben (=FV) in einem Funktionsverbgefüge (FVG)
FV - die Gruppe von Verben, die das Prädikat nicht allein ausdrücken. Sie haben nur eine
grammatische Funktion, denn die Bedeutung dieses Prädikats ist nicht in dem FV erhalten,
sondern in Gliedern außerhalb des Verbs.
baden = Bad nehmen
Kampf führen = kämpfen
sich in Gefahr befinden = gefährdet sein
-
FV können durch Vollverb ersetzt werden, denn die FV sind bedeutungsarm
-
FVG sind formelhaft und bedeutungstragend
Liste der Funktionsverben
anstellen: Beobachtungen anstellen - beobachten
aufnehmen: Verhandlungen aufnehmen (mit) - verhandeln
ausüben: die Herrschaft ausüben - herrschen
sich befinden: sich in Bewegung befinden – sich bewegen
bekommen: Unterricht bekommen – unterrichtet werden
besitzen: die Fähigkeit besitzen (zu) – fähig sein
bleiben: in Abhängigkeit bleiben (von) - abhängen
bringen: zu Ende bringen - beenden
erfahren: eine Bestätigung erfahren - bestätigt werden
erhalten: den /einen Rat erhalten – beraten / geraten werden
erheben: Protest erheben (gegen) - protestieren
erteilen: den Unterricht erteilen - unterrichten
finden: Beachtung finden – beachtet werden
führen: das / ein Gespräch führen - sprechen
geben: einen Küss geben - küssen
gehen: in Arbeit gehen – bearbeitet werden
gelangen: zur Macht gelangen – mächtig werden
genießen: Respekt genießen – respektiert werden
geraten: in Armut geraten – arm werden
haben: Kenntnis haben - kennen
halten: in Betrieb halten - betrieben
kommen: in Bewegung kommen – sich bewegen
leisten: Hilfe leisten - helfen
liegen: in Streit liegen - streiten
machen: die / eine Wanderung machen - wandern
nehmen: Kenntnis nehmen (von) - kennenlernen
sein: in Gang sein - gehen
setzen: in Bewegung setzen - bewegen
stehen: in / im Widerspruch stehen (zu) - wiedersprechen
stellen: zur Debatte stellen - debattieren
treffen: ein / eine Wahl treffen - wählen
treten: in Verhandlung treten - verhandeln
üben: Kritik üben (an) - kritisieren
unternehmen: die / eine Reise unternehmen - reisen
versetzen: in Aufregung versetzen - aufregen
vornehmen: die / eine Verbesserung vornehmen - verbessern
ziehen: in Zweifel ziehen - bezweifeln
sich zuziehen: sich eine Erkältung zuziehen – sich erkältern
Infinite Verbformen
In Deutschen unterscheidet man nach den morphologischen Merkmalen drei infinite
Verbformen:
Infinitiv – Partizip I – Partizip II
Infinitiv
Infinitiv I
Infinitiv II
Aktiv Passiv
Aktiv
Passiv
lernen
gelernt haben
kommen
gekommen sein
Vorgangspassiv Zustandspassiv
Vorgangspassiv
Zustandspassiv
gelernt werden gelernt sein
gelernt worden sein gelernt gewesen sein
Infinitiv I (Präsens) Aktiv ist die Grundform des Infinitivs, die durch Anhängen von –en,
-eln, oder –ern an den Verbstamm gebildet wird:
arbeiten, schlagen, kommen, wechseln, lächeln, humpeln, zittern, kichern, flimmern
Infinitiv II (Perfekt) Aktiv wird mit dem Partizip II des Verbs + Infinitiv I von haben oder
sein gebildet:
gearbeitet haben, geschlagen haben, gekommen sein, eingeschlafen sein
Der Infinitiv wird vor allem in Verbindung mit einem finiten Verb gebraucht. Die verbalen
Merkmale im Satz (Person, Tempus, Modus) werden vom infiniten Verb getragen, der
Infinitiv ist in der Form unveränderlich. Das Subjekt des Infinitivs fehlt im Satz und wird
entweder durch das Subjekt (a) oder durch das Objekt (b) des finiten Verbs ausgedrückt:
a) Ich habe ihr versprochen zu kommen. ← Ich habe ihr versprochen, dass ich komme.
b) Ich habe ihr zugeredet zu kommen. ← Ich habe ihr zugeredet, dass sie kommt.
Der Infinitiv mit zu benutzt man z.B. bei diesen Verben:
Die Stellung vor dem Verb bei den stammbetonten Verben:
zu arbeiten, zu gehen, zu schreiben, zu bestellen, zu erziehen, zu gefallen, zu durchlaufen, zu
umgeben, zu untersagen, zu flohlocken, zu offenbaren, zu vollenden, zu studieren, zu transformieren,
zu haushalten, zu langweilen, …
Die Stellung zwischen dem ersten Verbteil und dem Verbstamm bei den Verben mit betontem
Erstteil:
anzuhören, aufzustehen, beizutragen, durchzulaufen, umzufallen, unterzugehen, heimzufahren,
standzuhalten, teilzunehmen, festzulegen, freizusprechen, krankzuschreiben, …
Der Infinitiv mit zu benutzt man nicht bei diesen Verben:
-
die Modalverben: dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen
Er kann ausgezeichnet schwimmen.
-
die Wahrnehmungsverben: hören, sehen, fühlen, spüren
Sie hörte die Kinder lachen.
-
die Bewegungsverben: gehen, kommen, fahren
Er geht zweimal wöchentlich schwimmen.
-
die Verben werden, bleiben, lassen
Sie wird uns morgen besuchen.
Er blieb plötzlich stehen.
Der Lehrer lässt die Kinder aufstehen.
-
in besonderen Varianten die Verben haben, finden, legen, schicken u.a.:
Er hat sein Auto vor dem Haus stehen.
Er hat gut reden.
Sie fand das Buch auf dem Boden liegen.
Die Eltern legen sich schlafen.
Die Mutter schickt die Kinder schlafen.
-
bei den Verben lernen, lehren und helfen gibt es den Infinitiv mit und ohne zu:
Er hat Geige spielen gelernt. – Er hat gelernt, sich zu beherrschen.
Ersatzinfinitiv
z.B.: Ich habe das Buch auf den Tisch liegen lassen. Ich weiß nicht, ob ich das Buch auf den
Tisch habe liegen lassen.
Ersatz → in Verbindung mit einen Infinitiv ersetzen einige Verben bei den Bildung von
Perfekt und Plusquamperfekt Infinitiv II das Partizip durch den Infinitiv (Modalverben –
hören, heißen, brauchen, sehen).
Diese Infinite Verbformen können im Dativ verschiedenen Wortklassen angehören (das
Lesen, das Schreiben, …).
Ausgerechnet mir… (Partikel)
Er wird entsprechend. (Präposition)
Partizip I
-
wird durch Anhängen von –d an den Infinitiv gebildet: arbeiten-d, schlagen-d,
kommen-d
-
hat kein syntaktisches Subjekt bei sich
-
sein logisches Subjekt wird in der Regel durch das Subjekt des finiten Verbs
ausgedrückt: Heimkehrend fand sie die Wohnung verschlossen.
Partizip II
-
wird bei den regelmäßigen Verben durch Anhängen von –t an den Verbalstamm, bei
den unregelmäßigen Verben durch Anhängen von –en an den Verbalstamm und
Veränderung des Stammvokals gebildet:
verkauft, verarbeitet, versprochen, versunken, …
-
das Präfix –ge steht am Wortanfang oder zwischen dem Erstteil und dem Verbstamm:
gearbeitet, gelangweilt, aufgestanden, untergegangen, teilgenommen, …
Hilfsverben
1. haben
a) Variante 1: dient zur Bildung des Perfekts, Plusquamperfekts und Infinitivs II:
haben + Partizip II
Ich habe das Buch gelesen.
Sie hatte sich über die Blumen sehr gefreut.
Er scheint lange geschlafen zu haben.
b) Variante 2: haben + Infinitiv mit zu (= Notwendigkeit, Möglichkeit)
Ich habe mit dir zu reden. (= Ich muss mit dir reden.)
Was hast du zu berichten? (= Was kannst du berichten?)
2. sein
a) sein + Partizip II (= Vergangenheitstempora, Zustandspassiv, Zustandsreflexiv)
Ich bin gestern sehr spät eingeschlafen.
Das Fenster war die ganze Nacht geöffnet.
Der Lehrer ist seit Tagen erkältet.
b) sein + Infinitiv mit zu (Notwendigkeit, Möglichkeit)
Die Arbeit ist in 3 Tagen kaum zu schaffen. (= Die Arbeit kann in 3 Tagen kaum geschafft
werden.)
Die Arbeit ist unbedingt in einer Woche zu erledigen. (= Die Arbeit muss unbedingt in
einer Woche erledigt werden.)
3. werden
a) werden + Infinitiv ohne zu (= Zukunftstempora, Vermutung)
Am Wochenende werde ich den Artikel geschrieben haben.
Er wird jetzt im Büro sein.
b) werden + Partizip II (= Vorgangspassiv)
Die Haustür wird jeden Tag um 20 Uhr verschlossen.
Modalverben
dürfen = Erlaubnis
können = Möglichkeit, Fähigkeit, Erlaubnis
mögen = Wunsch, Lust, Einräumung, indirekte Aufforderung
müssen = Notwendigkeit
sollen = Forderung, Zukunft, indirekte Aufforderung, Eventualität
wollen = Wille, Absicht, Zukunft, Notwendigkeit, Forderung
Tempora
Im Deutschen werden 6 grammatische Tempora unterschieden:
Präsens – Präteritum – Perfekt – Plusquamperfekt – Futur I – Futur II
1. Präsens
a) Aktuelles Präsens: Das Kind spielt im Wohnzimmer.
b) zur Bezeichnung eines zukünftigen Geschehens: In einem Monat haben die
Kinder Ferien.
c) zur Bezeichnung eines vergangenen Geschehens – Historisches Präsens: 1914
beginnt der Erste Weltkrieg.
d) Generelles / atemporales Präsens: Die Erde bewegt sich um die Sonne.
2. Präteritum bezeichnet Vergangenheit und ist meistens in schreibender Form benutzt:
Er arbeitete den ganzen Tag.
Er gab mir die Bücher zurück.
3. Perfekt kann Vergangenheit oder auch Zukunft ausdrücken und meistens ist in
sprechender Form benutzt:
Wir haben gestern die Stadt besichtigt.
Peter ist vor einigen Stunden eingeschlafen.
Bis zum nächsten Jahr hat er seinem Studium abgeschlossen.
4. Plusquamperfekt bezeichnet eines vorvergangen Geschehens oder eines resultativen
Geschehens in der Vergangenheit:
Gestern hatte er das Buch schon wieder zurückgegeben.
Er hatte gestern seine Mütze verloren.
5. Futur I bezeichnet eines vermuteten Geschehens in der Gegenwart oder eines
zukünftiges Geschehens:
Sie wird sich gerade auf die Prüfung vorbereiten.
Sie werden morgen ins Theater gehen.
6. Futur II bezeichnet eines vermuteten Geschehens in der Vergangenheit, vermuteten
Geschehens in der Vergangenheit mit resultativem Charakter oder eines zukünftiges
Geschehens.
Die Kinder werden im Gebirge viel gewandert sein.
Der Reisende wird sich in der vergangenen Woche einen neuen Koffer gekauft haben.
Bis Freitag wird er sich das Buch gekauft haben.
Genera
Es werden beim Verb 3 Genera unterschieden:
Aktiv – Vorgangspassiv – Zustandspassiv
Syntaktische Beschreibung nach der Zahl der Glieder
1. Eingliedrige Passivkonstruktion: Er wird getanzt.
2. Zweigliedrige Passivkonstruktion: Er wird gelobt.
3. Dreigliedrige Passivkonstruktion: Er wird vom Lehrer gelobt.
4. Viergliedrige Passivkonstruktion: Das Buch wird dem Schüler vom (von dem)
Lehrer geschenkt.
Vorgangspassiv wird mit dem Partizip II des Verbs + Infinitiv I bzw. Infinitiv II von werden
gebildet. Beim Infinitiv II wird das Partizip II von werden ohne Präfix ge- benutzt:
geöffnet werden – geöffnet worden sein
Die Bedeutung ändert sich nicht, nur die Blickrichtung. Semantisch ist es das selbst. In
Vorgangspassiv muss Agens nicht sein.
Aktiv: Ich impfe.
Vorgangspassiv: Ich werde geimpft.
Zustandspassiv wird mit dem Partizip II des Verbs + Infinitiv I bzw. Infinitiv II von sein
gebildet:
geöffnet sein – geöffnet gewesen sein
Zustandspassiv drückt im Gegensatz keinen Prozess aus. In Aktiv ist Agens immer
ausgedrückt, aber in Zustandspassiv ist kein Agens.
Adjektivisches Prädikativ kann eine Präsensform, ein Vorgangspassiv oder eine reflexive
Form haben:
Der Mann ist begabt.
Perfekt Aktiv wird mit dem Zustandspassiv auch oft verwechselt:
Die Frucht ist gereift. → Die Frucht ist reif. / Das Fenster ist geöffnet. → Das Fenster ist offen.
Zustandsreflexiv geht auf einen entsprechenden reflexiven Satz zurück. Wir vergleichen:
Das Mädchen ist verliebt. Der Brief ist geschrieben.
Passiv-Paraphrasen
1. ohne Modalfaktor ist z.B. Konstruktion mit bekommen / erhalten / kriegen + Partizip
II:
Er bekommt das Buch geschenkt. (= Ihm wurde das Buch geschenkt.)
Der Wunsch ist erfüllt werden. (= Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen.)
2. mit Modalfaktor ist z.B. Konstruktion mit sein + zu + Infinitiv:
Es ist zu erledigen. Es muss erledigt werden.
Das Zimmer ist abzuschließen. Das Zimmer kann / muss abgeschlossen werden.
Substantivwörter
Substantive sind Wörter, die über eine ausgeprägte lexikalische Bedeutung verfügen
und unabhängig von Kontextbedingungen stehen können → Autosemantika
Substantivische Pronomina sind Wörter, die nicht über eine ausgeprägte lexikalische
Bedeutung verfügen und nur eine Hilfsfunktion ausüben → Synsemantika
1) Substantive unterscheidet man nach
Konkreta als Bezeichnungen für sinnlich wahrnehmbare Erscheinungen wie z.B.:
Abstrakta als Bezeichnungen für sinnlich nicht wahrnehmbare Erscheinungen und
sind gewöhnlich nicht Plural fähig; wie z.B.:
-
Eigenschaften: Härte, Klugheit
-
Bezeichnungen: Verwandtschaft, Ordnung
-
Zustände oder Vorgänge: Hoffnung, Arbeit
-
gedankliche Systeme: Theorie, Physik
Konkreta lassen sich weiter gliedern nach
o Gattungsnamen (Appellativa), die sowohl eine Gattung (Klasse) gleichartiger
Erscheinungen als auch die einzelnen Glieder dieser Gattung bezeichnen; es geht um
die allgemeinste und umfastenste Gruppe der Substantive, die alle grammatische
Merkmale des Substantivs besitzen; in den Regel sind sie voll flektierbar, bilden
Singular und Plural und werden mit allen Artikelwörtern verbunden
z.B.: Kind, Obst, Arbeit, …
o Eigennamen (Nomina propria), die nur die einzelnen Glieder einer Gattung
bezeichnen
z.B.: Goethe, Donau, Eroica, …
Personennamen:
-
Familien- und Vornamen: Goethe, (der Sohn) Franz Robert
-
Individualnamen für Tiere: (der Schäferhund) Bello
geografischen Namen:
-
Ländernamen (Deutschland)
-
Ortsnamen (Berlin)
-
Bergnamen (Zugspitze)
-
Flussnamen (Donau)
-
Landschaftsnamen (Lausitz)
Produktname :
-
Buchtitel (Faust)
-
Bildertitel (Sixtinische Madonna)
-
Musiktitel (Eroica)
-
Individualnamen für Schiffe (Titanic)
-
Individualnamen für Züge (Balkanexpress)
-
Gebäudenamen (Humboldt-Universität, Stephansdom)
-
zählbare Individuativa: Kind, Rose, Auto
o Stoffnamen: Berichtungen vielen Stoffe natürlichen Vorkommens und Erstehung, die
auch die Bezeichnungen vielen von Menschen beigestellter Stoffe, sie haben viele
grammatische Merkmale – sie stehen wett in Plural und in Singular gewöhnlich mit
Null-Artikel ; wie z.B.: Gold, Milch, Schnee
o Sammelnamen (Kolektiva): Vielheit von Personen, Tieren, Pflanzen und
Gegenständen aus, wie z.B.: Obst, Familie, Gepäck
2) Substantivische Pronomina unterscheidet man nach
o Personalpronomen – ich, du, er, …
o Interrogativpronomen – Wer?, Was?, …
o Demonstrativpronomen – diejenige, solche, jene, der, die, das, …
o Indefinitpronomen – einige, keine, manche, jede, …
o Possessivpronomen – mein, dein, sein, …
o Relativpronomen – immer an dem Attribut gebunden
Kategorien des Substantivs
Die Substantive und substantivischen Pronomina sind durch drei Kategorien
charakterisiert:
Genus – Numerus – Kasus
1) Genus
Natürliches Geschlecht ( = Sexus) hat zwei Formen – Maskulinum und
Femininum
Grammatisches Genus hat drei Formen – Maskulinum, Femininum und
Neutrum
Beide Genusarten kommen im Deutschen vor allem am bestimmten Artikel formal zum
Ausdruck (der, die; das).
a) Natürliches Geschlecht - bei einigen Gruppen von Lebewesen wird das
grammatische Genus vom natürlichen Geschlecht bestimmt:
o Personenbezeichnungen
- Verwandtschaftsnamen: der Vater – die Mutter, der Sohn – die Tochter, der
Onkel – die Tante, der Enkel – die Enkelin, der Cousin – die Cousine /
Kusine
- Berufsbezeichnungen: der Lehrer – die Lehrerin, der Koch – die Köchin, der
Friseur – die Friseurin / Friseuse
o Tiernamen: der Hahn – die Henne, der Hengst – die Stute, der Bär – die Bärin,
der Löwe – die Löwin
b) Grammatisches Genus
o Maskulina
- die Namen der Jahreszeiten, Monate und Wochentage: der Sommer, der
Januar, der Mittwoch
- die Namen der Himmelsrichtungen, Winde und Niederschlänge: der Osten,
der Monsun, der Schnee, der Nebel, der Reif
- die Namen der Spirituosen: der Wein, der Sekt, der Kognak, der Wodka
- Automarken und Namen von Expresszügen: der Mercedes, der BMW, der
Bavaria
- die Namen der Mineralien und Gesteine: der Feldspat, der Glimmer, der
Quarz, der Granit, der Basalt
- die Bergnamen: der Brocken, der Elbrus, der Vesuv, der Mt. Everest
o Feminina
- die Schiffs- und Flugzeugnamen: die Titanic, die Trelleborg, die Concorde,
die Boeing
- die Namen der Bäume und vieler Blumen: die Kiefer, die Birke, die
Zypresse, die Rose, die Nelke, die Orchidee
- die Namen der Zigarettensorten: die Camel, die Club, die Marlboro
- die substantivischen und substantivierten Kardinalzahlen: die Eins, die
Neun, die Tausend, die Million
- die Gebiets- und Landschaftsnamen: die Lausitz, die Normandie, die
Karibik, die Sahara, die Arktis
- die meisten deutschen Flussnamen und die ausländischen Flussnamen auf -a
und –e: die Weser, die Saale, die Spree
!!! die übrigen ausländischen Flussnamen und einige deutsche Flussnamen sind
Maskulina: der Ganges, der Amazonas, der Nil, der Rhein, der Main, der
Neckar
o Neutra
- die Namen von Hotels, Cafés und Kinos: das (Hotel) Continental, das (Café)
Sacher, das (Kino) Astoria
- die Namen der meisten chemischen Elemente: das Kupfer, das Aluminium,
das Chlor, das Radium
- die Namen von physikalischen Einheiten, von Buchstaben, Noten, Farben
und Sprachen: das Kilowatt, das Ypsilon, das Cis, das Grün, das
Russisch(e), das Hindi
- die Namen von Wasch- und Reinigungsmitteln: das Persil, das Anta, das Fit
- die Namen der Kontinente, Ländern, Inseln und Orte (soweit sie ohne
Attribut den Nullartikel haben): (das südliche) Afrika, (das dünn besiedelte)
Australien, (das neutrale) Schweden, (das heutige) Frankreich, (das
reizvolle) Ungarn, (das nördliche) Rügen, (das mineralreiche) Sachalin, (das
kriegszerstörte) Dresden, (das idyllische) Heidelberg
!!! Ländernamen, die ohne Attribut den bestimmten Artikel haben, sind
Feminina oder Maskulina: die Türkei, die Mongolei, die Ukraine, die Schweiz,
der Sudan, der Irak, der Iran, die Slowakei
Doppeltes Genus: der / das Bonbon, der / das Gulasch, der / das Keks, der / das Liter,
der / das Meter, der / das Poster, der Kaffee (Getränk) / das Kaffee (Gaststätte = Café), der
Kristall (Stoffform) / das Kristall (geschliffenes Glas), der Morgen (Tageszeit) / das
Morgen (Zukunft), der Positiv (Adjektivform) / das Positiv (Foto), der See (stehendes
Binnengewässer), die See (Meer), das Etikett (Aufschrift) / die Etikette (Umgangsformen),
der Niet (Verbindungsstück) / die Niete (Fehllos)
2) Numerus
Singulariatantum sind die Substantive, die nur in Singular möglich sind, wie
z.B.: Bevölkerung, Obst, Wasser
Pluraliatantum sind die Substantive, die nur in Plural möglich sind, wie z.B.:
Leute, Geschichte
3) Kasus dienen dazu, die Beziehungen des Substantivs zu anderen Elementen im Satz
mithilfe morphologischer Mittel auszudrücken (Präposition, Artikelwörter).
Reine Kasus besteht ein unmittelbarer Kontakt zwischen dem in einem
bestimmten Kasus stehenden Substantiv und dem übergeordneten Wort (Verb,
Adjektiv, Substantiv):
Er schreibt seinem Vater einen Brief.
Präpositionale Kasus besteht ein durch die Präposition vermittelter, ein
unmittelbarer Kontakt zwischen dem in einem bestimmten Kasus stehenden
Substantiv und dem übergeordneten Wort (Verb, Adjektiv, Substantiv):
Er schreibt an seinen Vater einen Brief.
Es gibt in Dativ eine Hierarchie des Kasus:
1. Ethisches Dativ
Falle mir nicht!
2. Objektsdativ
Er schreibt seiner Freundin einen Brief. Er bringt mir den Koffer.
3. Freier Dativ – nicht durch die Valenz an das Objekt gebunden
Er schreibt an Stelle von seiner Freundin einen Brief. Er trägt mir einen Koffer. = Er trägt
meinen Koffer.
4. Dativus Comodi
Ich wasche mir die Hände.
5. Dativus Possesivus
Ich wasche mir meine Hände.
Adjektiv
Die Deklination (Flektierbarkeit)
Nur die attributiven Adjektive haben verschiedene Deklinationsformen. in prädikativer
Stellung werden die Adjektive in ihrer endungslosen Grundform verwendet:
ein interessanter Vortrag
(attributiv)
in dem interessanten Vortrag
interessante Vorträge
Der Vortrag war interessant.
(prädikativ)
Die Vorträge waren interessant.
Die Komparation (Graduierung, Steigerung) ist das grammatische System, mit dem bei
Adjektiven Gradunterschiede als Steigerungsstufen im Vergleich in morphosyntaktischer
Form ausgedrückt werden können. Vier Steigerungsstufen sind zu unterscheiden:
1. Der Positiv (Grundstufe) ist die neutrale, unmarkierte Grundform des Adjektivs. Im
Vergleich zweier Größen dient er zum Ausdruck der Gleichheit. Als Vergleichswörter
werden so…wie verwendet:
Der Lehrer ist alt. – Der Lehrer ist so alt wie mein Vater.
2. Der Komparativ (1. Steigerungsstufe, Höherstufe) wird mit Suffix –er gebildet und
dient zum Ausdruck der Ungleichheit zweier miteinander verglichener Größen. Er
wird in attributiver Stellung flektiert, in prädikativer Stellung nicht flektiert.
Vergleichswort ist als:
Der ältere / Ein älterer Bruder des Mädchens studiert.
Der Bruder ist / Die Brüder sind älter als die Schwester.
Neben dem Komparativ als höhere Stufe kann der Komparativ bei einigen Adjektiven
im attributiven Gebrauch die niedrigere Stufe bezeichnen. Man kann hier auch von
einer Steigerungsinversion sprechen, mit der die höhere Stufe im Verhältnis zum
jeweils antonymischen Adjektiv bezeichnet wird. Vielfach ist dadurch eine
Differenzierung der Grandskala möglich:
die jüngere / ältere Frau, die kleinere / größere Stadt, die nähere / weitere Umgebung, die
ältere / neuere Literatur, die kürzere /längere Strecke, kühlere / wärmere Tage, frühere /
spätere Literatur, …
3. Der Superlativ 1. Steigerungsstufe, Höherstufe) gibt beim Vergleich mindestens
dreier miteinander verglichener Größen einer den ersten Platz. Er wird mit dem Suffix
–est oder mit dem Suffix –st gebildet.
die gesündeste Lebensweise, der älteste Einwohner, das berühmteste Bild, die heißeste
Jahreszeit, die lieblosesten Worte, die gewissenhafteste Arbeit, das jüngste Kind, die
komischste Filmszene, die geeignetsten Beispiele, …
In attributiver Stellung steht der Superlativ gewöhnlich in flektierter Form mit
bestimmtem Artikel.
Der heißeste Monat ist der Juli. / Der Monat Juli ist der heißeste (Monat).
In prädikativer Stellung können sowohl die flektierten Formen als auch die feste
Verbindung am + Superlativ + -en gebraucht werden:
Der Monat Juli ist am heißesten.
4. Der Elativ / absoluter Superlativ steht ohne direkten Vergleich und bezeichnet einen
sehr hohen Grad. Er stimmt in der Form mit dem Superlativ überein, ist aber im
Unterschied zu diesem auch mit Nullartikel möglich. Oft hat er idiomatischen
Charakter:
Gestern war das herrlichste Wetter / herrlichstes Wetter.
Der Betrieb arbeitet mit den modernsten Maschinen.
in höchster Eile, mit (den) besten Grüßen
Morphosyntaktische Subklassen
Gruppe A
(+ ATTRIB, + PRÄD)
1) Gruppe A1:
klein, fest, billig
2) Gruppe A2
fertig, gemeinsam, ledig, stimmhaft, tödlich
3) Gruppe A3
extra, prima, lila, rosa
Gruppe B
(+ ATTRIB, - PRÄD)
Diese Adjektive fungieren nicht als sekundäre Valenzträger und bilden deshalb auch keine
dementsprechenden Gruppen.
1) Gruppe B1 (+dekl, + komp)
Lokaladjektive (außen, hinten, innen, unten, vorn)
2) Gruppe B2 (+ dekl, -komp)
Bezugsadjektive (ärztlich, medizinisch, monatlich, staatlich, …)
Herkunftsbezeichnungen ( italienisch, südamerikanisch, französisch, …)
Stoffadjektive (eisern, golden, hölzern, wollen, …)
Temporal- und Lokaladjektive (recht /rechts, link/links, heutig/heute, damalig/damals,
ein/eins, alleinig/allein, besonder/besonders, …)
Ordinalia (der zehnte Jahrestag, das hundertste Experiment, …)
Adjektive auf –weise (die teilweise Rekonstruktion, ein stückweiser Verkauf, …)
3) Gruppe B3 (- dekl, - komp)
die Leipziger Buchmesse, das Lausitzer Bergland, eine Schweizer Uhr, …
die achtziger Jahre (neben: Achtzigerjahre)
Gruppe C
(- ATTRIB, + PRÄD)
Diese Gruppe umfasst Adjektive, die nur prädikativ gebraucht werden und weder
deklinierbar noch komparierbar sind:
Die Hose des Jungen ist entzwei.
Ich bin das Warten leid.
Die Frau ist dem Mann gram.
Dem Kind war (es) übel.
Heute ist (es) mir egal, wann wir gehen.
Ich bin seiner Worte immer eingedenk.
Der Autofahrer war an dem Unfall schuld.
Sein Antwortbrief war kurz und bündig.
Der Vertrag ist null und nichtig.
Zahladjektiv
Die Zahladjektive bilden zwei Hauptgruppen:
1. Kardinalia (Grundzahlen): eins, zwei, drei, …
2. Ordinalia (Ordungszahlen): erster, zweiter, dritter, …
Von diesen Hauptgruppen sind einige besondere Gruppen zu unterscheiden:
3. Gattungszahlen: zweierlei, dreierlei, …
4. Wiederholung- und Vervielfältigungszahlen: zweimalig, dreimalig, … zweifach,
dreifach, …
5. Bruchzahlen: viertel, achtel, …
6. unbestimmte Zahladjektive: einzeln, paar, viel, …
Adverb
Syntaktische Beschreibung
1. adverbiale Verwendung:
Der Mann arbeitet…
Der Mann arbeitet dort.
2. prädikative Verwendung:
Der Mann ist…
Der Mann ist dort.
3. attributive Verwendung, nachgestellt – unflektiert:
Der Mann… arbeitet den ganzen Tag.
Der Mann dort arbeitet den ganzen Tag.
Semantische Subklassen
1. Lokaladverbien: hier, da, rechts, links, draußen, irgendwo, oben, unter, daher,
hierher, woher, dorther, dahin, hierhin, weg, heim, seitwärts, wohin, …
2. Temporaladverbien: immer, anfangs, endlich, gerade, jetzt, schließlich, heute,
morgen, wann, zugleich, zuletzt, bisher, nie, niemals, noch, oft, selten, häufig,
manchmal, monatlich, einmal, seitdem, vorher, …
3. Modaladverbien: anders, gern, so, wie, fleißig, schlecht, gut, langsam, ebenso,
genauso, teilweise, …
4. Kausaladverbien: also, dann, sonst, darum, deshalb, deswegen, warum, so, trotzdem,
gleichwohl, andernfalls, somit, …
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