ANW II - Arbeitsmaterialien für den Unterricht - Good bye, Lenin (Greiner)
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Arbeitsmaterialien
für den Unterricht
Wolfgang Becker
Good
bye, Lenin
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5
Good bye Lenin!
Projekt „Filmrucksack“
Aktuelle deutsche Spielfilme im DaF-Unterricht:
Materialien und Unterrichtsvorschläge
Eine Zusammenarbeit des Goethe-Instituts Mailand mit dem Servizio Lingue e Mobilitŕ -
Scuola Universitaria della Svizzera Italiana (SUPSI), Lugano - Manno
Goethe-Institut Mailand: Almuth Meyer-Zollitsch
SUPSI: Projektkoordination: Germana D’Alessio
Autoren: Germana D’Alessio, Beatrice Marbach, Martin Saurer
Layout und technische Koordination: Michela Ferrari, Edmondo Rinaldini
Druck: Mario Borelli
Copyright © SUPSI - SLM 2004
SUPSI – Servizio Lingue e Mobilitŕ
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Good bye Lenin!
Good bye Lenin!
1. Angaben zum Film
BR Deutschland 2003
Regie: Wolfgang Becker
Buch: Bernd Lichtenberg, Wolfgang Becker
Darsteller/innen: Daniel Brühl (Alex Kerner), Kathrin Sass (Mutter, Christiane Kerner), Chulpan
Khalamova (Lernschwester Lara, Alex’ Freundin), Maria Simon (Tochter, Ariane Kerner),
Florian Lukas (Arbeitskollege Denis), Alexander Beyer (Arianes neuer Freund Rainer),
Burghart Klaussner (Vater, Robert Kerner), Michael Gwisdek (Direktor Klapprath) u.a.
Länge: 120 Minuten
FBW: wertvoll
FSK: ab 6 Jahren, empfohlen ab 10 Jahren
Verleih: X-Verleih
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Good bye Lenin!
2. Inhalt
Familie Kerner führt in Ostberlin ein normales Leben. Vater Robert ist Arzt und Mutter
Christiane ist Lehrerin. Sie haben zwei Kinder, Alex, 11, und Ariane, 13. Im Sommer 1978
kehrt Robert von einem Kongress in Westberlin nicht mehr zurück. Die Stasi verhört
Christiane zur Republikflucht ihres Mannes. Zur gleichen Zeit feiert die DDR den ersten
deutschen Kosmonauten im All. Christiane versinkt in einer Depression und muss für einige
Wochen in die Psychiatrie. Wieder zu Hause widmet sie sich mit aller Kraft als allein
erziehende Mutter ihren beiden Kindern und engagiert sich politisch.
1989 feiert die DDR ihren 40. Geburtstag mit einer grossen Militärparade. Ariane, 24, hat
inzwischen ein Kind. Alex, 22, arbeitet als Fernsehmonteur. Christiane hat eine Einladung
zum offiziellen Festakt im Palast der Republik. Auf dem Weg dorthin gerät sie in eine
Demonstration von Bürgerrechtlern, die Reformen verlangen. Auch Alex ist unterwegs und
lernt an der Demo die junge Russin Lara kennen. Zufällig erlebt Christiane, wie Alex von
der Polizei festgenommen wird. Sie hat einen Herzinfarkt und fällt in ein Koma. Alex wird
am Morgen freigelassen, um seine Mutter im Krankenhaus zu besuchen.
Der Gesundheitszustand von Christiane bleibt kritisch. Sie bleibt acht Monate lang im
Koma und verschläft die Wende. Die Mauer fällt, Honecker tritt zurück, freie Wahlen finden
statt und die beiden deutschen Staaten sind auf dem Weg zur Wiedervereinigung. Ariane
gibt ihr Studium auf und arbeitet bei Burger King, wo sie ihren neuen Freund Rainer
kennen lernt. Rainer zieht bei Ariane ein und richtet die Wohnung im westlichen Stil ein.
Alex wird arbeitslos, findet aber eine neue Stelle in einer Westfirma, wo er sich mit seinem
Arbeitskollegen Denis anfreundet. Alex trifft Lara wieder, die als Lernschwester im
Krankenhaus arbeitet, und verliebt sich in sie. Als er Lara am Krankenbett seiner Mutter
zum ersten Mal küsst, wacht Christiane unerwartet auf.
Alex beschliesst gegen den Rat des Arztes und trotz der Zweifel von Ariane, die Mutter
nach Hause zu nehmen. Um Christiane jede Aufregung zu ersparen, verheimlicht Alex
seiner Mutter die veränderte politische Situation und lässt in der 79 Quadratmeter grossen
Wohnung die DDR-Alltagskultur aufleben. Das geht nicht ohne Schwierigkeiten. Mal fehlen
die vertrauten Ostprodukte, mal entdeckt Christiane an der Hauswand gegenüber ein
riesiges Coca Cola-Poster, mal geht Christiane alleine auf die Strasse und findet sich in
einer fremden Welt.
Mit viel Phantasie und Organisation, mit alten Videos und manipulierten Tagesschau-
Sendungen gelingt es Alex immer wieder, die Kontraste zu erklären und die Wirklichkeit
umzudeuten oder neu zu erfinden. Christiane glaubt bis zuletzt an die DDR, die ihr Alex
gefiltert präsentiert. Alex hingegen sieht ein, dass das Spiel langsam zu kompliziert wird
und beschliesst, die Mutter über die wahren politischen Verhältnisse aufzuklären. Ein
Ausflug zur Familien-Datsche bietet dazu eine günstige Gelegenheit.
Doch Christiane kommt ihm mit einem unerwarteten Geständnis zuvor. Die Flucht des
Vaters im Sommer 1978 war geplant und Christiane sollte mit den Kindern nachkommen.
Angst und die Sorge um ihre Kinder verhinderten damals eine Ausreise. Am Abend nach
dem Ausflug erleidet Christiane einen zweiten Infarkt und muss wieder ins Krankenhaus. Als
Ariane in der Küche die alten Briefe Roberts an seine Familie findet, beschliesst Alex,
seinen Vater in Wannsee aufzusuchen. Er bittet ihn, seine ehemalige Frau Christiane im
Krankenhaus zu besuchen.
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Good bye Lenin!
Mit einer letzten selbst produzierten Tagesschau ermöglicht Alex der DDR einen würdigen
Abschied und seiner Mutter einen friedlichen Tod. Christiane stirbt drei Tage nach dem
Ende der DDR.
Kommentar
Das Thema von „Good Bye, Lenin!“ ist der Mauerfall 1989 und die politische Entwicklung
der beiden deutschen Staaten bis zur Wiedervereinigung im Oktober 1990. Die fiktive
Geschichte der Ostberliner Familie Kerner reflektiert die politischen Ereignisse. Der Film
zeigt die letzten zwei Jahre der DDR, die Veränderungen im Alltag, das Verschwinden von
Werten und Lebenseinstellungen. Die gesellschaftliche Entwicklung führt bei den
Protagonisten im Film zu persönlichen Veränderungen. Ironisch zeigt der Film einen
möglichen alternativen Verlauf der Geschichte.
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3. Protagonisten
Goodbye Lenin!
Christiane Kerner
Sohn Alex, 21, ist die Hauptfigur des
Films. Ironisch komment iert er die
letzten elf Jahre seines L ebens und den
Prozess der Wiederver einigung. Sein
Interesse gilt der Familie und seinem
Privatleben;
Beruf
und
Politik
interessieren ihn weniger. Trotzdem
demonstriert er 1989 für politische
Reformen. Als die Mutter aus dem
Koma erwacht, fühlt er sich für sie
verantwortlich. Zuerst konserviert er die
alte DDR. Aber mit der Z eit entwirft er
eine
ideale
DDR,
eine
soziale
Gesellschaft, ein a nderes Leben.
Ariane Kerner
Alex Kerner
Mutter Christiane steht im Mittelpunkt
des Films. Nach der Flucht ihres Mannes
in den Westen findet sie Halt im
politischen System. V oller Idealismus
setzt sie sich für die Anlieg en und Nöte
der einfachen Bürger ein un d beteiligt
sich an Solidaritätsaktionen. Ihren
Idealismus
für
das
sozialistische
Menschenbild teilen ni cht alle. 1989 hat
sie einen Herzinfarkt und fällt ins Koma.
Tochter Ariane ist zwei Jahre älter als
Alex. Sie ist allein erziehende Mutter und
braucht finanzielle und emotionale
Sicherheit. Pragmatisch und lebenslustig
versucht sie, die DDR möglichst schnell
zu vergessen und die neue westliche
Konsumwelt zu geniessen. Sie gibt ihr
Studium auf und arbeitet als Kassiererin
bei Burger King, wo sie ihren neuen
Freund Rainer, einen Westler, kennen
lernt.
Neuer Freund von Ariane . Er hat Mühe
mit der DDR-Mentalität. Er versteht den
Aufwand nicht, den Alex für seine Mutter
treibt.
Die
Wertvorstellungen
der
Ostdeutschen und sogar ihre Sprache
sind ihm fremd.
Rainer
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Protagonisten
Lara
Denis Domatschke
Lernschwester und Fre undin von Alex.
Sie kommt aus der Sowj etunion und
arbeitet im Krankenhaus Charité in
Ostberlin. Alex lernt si e auf der
Demonstration kennen u nd trifft sie
später am Krankenbett seiner Mutter
wieder. Er verliebt sich in Lara. Teils
amüsiert, teils verärgert verfolgt sie die
Bemühungen von Alex, sei ner Mutter die
alte DDR zu erhalten.
Er kommt aus dem Westen und wird
Arbeitskollege von Alex bei der neuen
Firma X-TV. Denis ist ein Video-Tüftler,
dreht in seiner Freizeit Filme auf
Hochzeiten und träumt v on einer
Karriere als Film-Regisseur. Denis hilft
seinem
Freund
Alex
beim
Wiederherrichten des alten Zimmer s von
Christiane. Zusammen pr oduzieren sie
drei Ausgaben der „Aktuellen Kamera“,
um Christiane die Veränd erungen aus
DDR-Sicht zu erklären.
Direktor Klapprath
Robert Kerner
Vater von Alex. Robert ist Arzt. Weil er
nicht in der Partei war, hatte er
berufliche Schwierigkei ten. Deshalb
nutzte er die Gelegenh eit eines
Kongresses im Westen zur Fluc ht aus der
DDR. Die Flucht war gemeins am
geplant und Christiane sollte mit den
beiden Kindern nachkommen. Weil
Christiane Angst hatte vor den
bürokratischen
Problemen
einer
Ausreise, ist sie schlussendlich in Ost-
Berlin geblieben und hat die Brief e von
Robert an seine Kinder v ersteckt. Robert
lebt mit seiner neuen Familie in Berlin-
Wannsee.
Schuldirektor
von
Christiane.
Wahrscheinlich schon in der alten DDR
frustriert, gehört er nach der Wende zu
den Verlierern und ertränkt seinen Frust
im Alkohol.
Goodbye Lenin!
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Good bye Lenin!
4. Szenenprotokoll
DVD Kapitel
Inhalt
Vorspann
Alex und seine Schwester Ariane auf der Datsche. Sie
sehen im Fernsehen den Flug des ostdeutschen
Kosmonauten Jähn ins All. Die Mutter wird von 2 Stasi-
Mitarbeitern zu ihrem verschwundenen Mann befragt.
1. Sommer 1978
Die Mutter muss wegen Depression in die Klinik. Wieder
zu Hause arbeitet sie voller Energie bei der
Jugendorganisation „Junge Pioniere“ und schreibt
Protestbriefe an die Behörden. Für ihr Engagement
erhält sie einen Orden. Alex ist in der Arbeitsgruppe
„Junge Raketenbauer“.
2. Elan und Tatkraft
Die DDR feiert ihren 40. Geburtstag mit einer
Militärparade. Alex sieht fern und die Mutter diktiert
Eingaben.
3. 10 Jahre später
Alex ist auf einer Demonstration. Er lernt Lara kennen.
Die Mutter wird zufällig Zeugin von Alex’ Verhaftung und
hat einen Infarkt. Alex kommt ins Gefängnis, wird aber
wieder freigelassen.
4. Abendspaziergang
5. Im Koma
Alex geht ins Krankenhaus. Dort trifft er seine Schwester
Ariane. Die Mutter liegt im Koma. In der Firma erfährt
Alex vom Rücktritt Honeckers.
Die Mauer fällt. Alex macht einen Ausflug in den
Westen. Die ersten freien Wahlen finden statt. Ariane
arbeitet jetzt bei Burger King und richtet mit ihrem
neuen Freund Rainer die Wohnung der Kerners neu ein.
Alex trifft Lara als Lernschwester im Krankenhaus wieder.
6. Die Mauer ist weg
7. Aufschwung Ost
Lara.
Mit Coca Cola zieht auch der Kapitalismus im Osten
ein. Die Firma von Alex wird geschlossen. Er findet
einen neuen Job bei X-TV. In der neuen Firma lernt er
Denis kennen. Sie werden Freunde. Alex verliebt sich in
Lara pflegt die Mutter. Alex hat sein erstes Rendezvous
mit Lara: sie besuchen eine Disco. Alex raucht seinen
ersten Joint und träumt von der Zukunft.
8. Lernschwester Lara
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Good bye Lenin!
Alex und Denis bei der Arbeit. Sie verkaufen Satelliten-
Anlagen. Denis ist ein Videofreak und träumt von einer
Zukunft als Regisseur von Spielfilmen.
9. SO 36 presents
10. Aufgewacht!
Alex küsst Lara am Krankenbett der Mutter, die plötzlich
aus dem Koma aufwacht. Alex will seine Mutter nach
Hause nehmen. Der Arzt verbietet jede Aufregung.
Alex und Denis richten das alte Zimmer der Mutter
wieder her. Die Mutter kommt nach Hause und meint:
„Hat sich ja gar nichts verändert!“. Alex stellt ihr Lara vor.
11. 79 qm DDR
Ende Juni steht Alex im Supermarkt vor leeren Regalen:
die DDR-Produkte sind verschwunden. Mit der D-Mark
kommen auch die Westprodukte in die Supermärkte.
Alex und Ariane suchen Mutters Sparbuch, finden es
aber nicht. Alex füllt Lebensmittel in die alten Gläser
um.
12. Die D-Mark Kommt
Alex und Ariane wollen von der Mutter eine
Bankvollmacht. Die Mutter hat ihr Geld versteckt, weiss
aber nicht mehr wo. Die Mutter weint.
13. Bankvollmacht
Alex und Lara besetzen eine verlassene Wohnung. Sie
übernachten auf dem Balkon.
14. Schloss mit Balkon
Christiane will fernsehen. Denis hat Videokassetten mit
Sendungen des DDR-Fernsehens vom letzten Jahr. In
der Firma schaut die Belegschaft die Fussball-WM.
15. Mutter will fernsehen
Alex bereitet die Geburtstagsfeier für seine Mutter vor.
Auf dem Flohmarkt findet er Requisiten. Er instruiert die
Nachbarn, ehemalige Junge Pioniere, Schuldirektor
Klapprath und Arianes Freund Rainer. Alex installiert
den Fernseher im Zimmer der Mutter. Sie sehen eine
alte Ausgabe der „Aktuellen Kamera“.
16. Zurück in die Zukunft
Während der Geburtstagsfeier erscheint auf einem
Nachbarhaus ein riesiges Coca-Cola-Banner. Die
Mutter wundert sich. Lara geht verärgert weg. Das
ganze Theater ist ihr zu viel.
17. Geburtstagsfeier
Alex und Denis produzieren eine „Aktuelle Kamera“ vor
der Coca-Cola-Filiale in Berlin, die eine Erklärung für die
Coca Cola Reklame sein soll. Mutter schaut die
Aktuelle Kamera und erinnert sich plötzlich, wo ihr Geld
ist.
18. Sozialistische Cola
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Good bye Lenin!
Alex und Denis finden Mutters Geld im Sperrmüll vor
dem Haus. Die Bank tauscht das DDR-Geld nicht mehr
um. Alex schmeisst das wertlose Geld vom Dach.
19. Schatz im Möbelberg
sehen.
Alex diskutiert mit Rainer und Ariane in der Küche. Es
gibt Streit und Ariane hat Nasenbluten. Sie hat den
Vater im Burger King ge
20. Papa gesehen
Lara übt an Alex, wie man einen Gips macht und
verlangt, dass er seiner Mutter die Wahrheit sagt.
Alex schläft am Bett der Mutter ein. Enkelin Paula hat
laufen gelernt. Die Mutter steht auf.
21. Laufen lernen
22. Goodbye Lenin!
Die Mutter verlässt die Wohnung und geht auf die
Strasse, wo sie eine veränderte Welt antrifft. Ein
Hubschrauber fliegt mit einer Lenin-Statue über die
Karl-Marx-Allee. Alex wacht auf und holt die Mutter
zurück in die Wohnung. Mit Denis produziert er eine
weitere Ausgabe der „Aktuellen Kamera“, die alles
erklärt.
Am Fenster sieht die Mutter die vielen West-Autos. Sie
möchte zur Datsche fahren. Ariane ist schwanger und
möchte aus der Wohnung ausziehen.
23. Auf zur Datsche
Alle zusammen fahren im neuen Trabi zur Datsche.
Alex möchte seiner Mutter die ganze Wahrheit sagen.
Aber die Mutter kommt ihm zuvor und erzählt ihren
Kindern die Wahrheit über ihren Vater und bittet sie um
Verzeihung.
24. Lügen & Geheimnisse
Am Abend hat die Mutter einen zweiten Herzinfarkt und
muss wieder ins Krankenhaus. Ariane findet die Briefe
des Vaters an seine Kinder. Ariane gibt Alex die Adresse
des Vaters. Lara tröstet Alex.
25. Kaum Hoffnung
Alex fährt zu seinem Vater nach Wannsee und bittet ihn,
die Mutter im Krankenhaus zu besuchen, weil sie im
Sterben liegt.
26. Lichtjahre entfernt
Alex fährt zurück. Der Vater besucht seine ehemalige
Frau im Krankenhaus. Alex und Lara warten.
27. Zurück in die DDR
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Good bye Lenin!
Alex und Denis produzieren eine dritte Ausgabe der
„Aktuellen Kamera“ mit dem Rücktritt Honeckers und
der Maueröffnung. Im Krankenhaus sieht die Mutter die
„Aktuelle Kamera“. Der neue „Präsident der DDR“ erklärt
die Bedeutung des Sozialismus. Ein würdiger Abschied
für die DDR!
28. Würdiger Abschied
Die Mutter stirbt. Alex schiesst die Asche seiner Mutter
mit einer Rakete in den Himmel.
Alte Filmaufnahmen von Ost-Berlin und der Mutter mit
Jungen Pionieren.
29. Irgendwo da oben
30. Abspann
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Good bye Lenin!
5. Zitate aus dem Film
Aus Kapitel 3
Mutter
Ich weiss überhaupt nicht, ob ich da hingehe. Werden ja alle da sein, die hohen Tiere von der
Partei. Ich kenne ja gar keinen …. Obwohl, Gorbatschow würde ich schon ganz gerne aus der
Nähe sehen.
Alex
Da stehen sie alle rum und feiern sich selbst, die ganzen alten Säcke.
Mutter
Musst ja nicht hingucken!
Alex
Mama, merkst du eigentlich nicht, was da passiert?
Mutter
Und du? Was willst du? Abhauen? Es wird sich nichts ändern, wenn alle abhauen.
Aus Kapitel 10
Arzt
Es tut mir leid Ihnen das sagen zu müssen, aber Ihre Mutter ist immer noch sehr gefährdet. Ich
kann Ihnen kaum Hoffnungen machen, dass sie die nächsten Wochen überleben wird.
Alex
Na ja, können wir sie denn mit nach Hause nehmen?
Arzt
Ausgeschlossen. Sie ist hier viel besser aufgehoben. Es ist auch viel einfacher für Sie. Einen
zweiten Infarkt wird sie nicht überstehen. Sie müssen jegliche Aufregung, ja nur die Gefahr
einer Aufregung, von Ihrer Mutter fernhalten. Und wenn ich das sage, dann meine ich
jedwede Aufregung, Herr Kerner!
Alex Jedwede
Aufregung.
Arzt
Es ist lebensbedrohlich.
Alex
Und das hier? (zeigt eine Ausgabe der Bild-Zeitung) Ist das kein Grund zur Aufregung? Meine
Mutter hat von der Wende nichts mitbekommen. Hier erfährt sie alles sofort.
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Good bye Lenin!
6. Impulse für den Unterricht
Kapitel 1 und 2
1a. Was erfahren wir:
Über die Mutter:
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Über Alex:
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Über den Vater:
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Über die DDR:
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Good bye Lenin!
1b. Wie finden Sie
Die Mutter
Alex
energisch
sympathisch
fanatisch
lieb
sorglos
passiv
aktiv
engagiert
unsympathisch
depressiv
lustig
glücklich
komisch
naiv
Kapitel 1 bis 9
2. Versuchen Sie die Mutter und Alex zu charakterisieren.
Wie leben sie? Wie verhalten sie sich? Was ist für sie wichtig?
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________________________________________________________________________________
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Kapitel 10 und folgende
3. Welche verschiedenen Reaktionen und Verhalten beobachten Sie, als die Mutter
aus dem Koma erwacht? Warum reagieren die Personen so?
Beurteilen Sie die verschiedenen Reaktionen.
Alex:
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Good bye Lenin!
Ariane:
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Rainer:
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Lara:
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Kapitel 10 bis 23
4. Wie erlebt die Mutter die Realität nach der Wende? Denken Sie auch an den
Spaziergang, den sie alleine unternimmt.
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________________________________________________________________________________
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Kapitel 24
5. Wie finden Sie, dass die Mutter erst so spät ihren Kindern die Wahrheit über den
Vater erzählt?
Wie würden Sie persönlich in einer solchen Situation reagieren, wenn Sie die
Tochter oder der Sohn wären?
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Good bye Lenin!
Nach dem Film:
6. Welche Unterschiede fallen Ihnen auf?
Bilder vor der Wende
Bilder nach der Wende
Zitate aus den Off-Kommentaren
7. Alex Kerner gibt als Chronist viele ironische Kommentare. Versuchen Sie zu
verstehen, was Alex mit seiner Ironie konkret meint, worauf er seine Kommentare
bezieht!
Kapitel 1:
„Mit unserer Familie aber ging es an diesem Tag so richtig den Bach runter.“
Was ist konkret gemeint?
________________________________________________________________________________
________________________________________________________________________________
Kapitel 2:
„Meine Mutter hat sich von dieser Zeit an mit unserem sozialistischen Vaterland
verheiratet.“
Geben Sie konkrete Beispiele für dieses Zitat!
a) _____________________________________________________________________________
b) _____________________________________________________________________________
c) _____________________________________________________________________________
SUPSI – Servizio Lingue e Mobilitŕ
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Good bye Lenin!
Kapitel 3:
„Die Zeit roch nach Veränderung, während vor unserem Haus ein überdimensionierter
Schützenverein seine letzte Vorstellung gab.“
Was ist konkret gemeint?
________________________________________________________________________________
Kapitel 4:
„Am Abend des 7. Oktober 1989 hatten sich mehrere Hundert Menschen zum
Abendspaziergang eingefunden, um sich im Vorwärtsschreiten für grenzenloses
Spazierengehen einzusetzen.“
Worauf bezieht sich dieser Kommentar?
________________________________________________________________________________
________________________________________________________________________________
Kapitel 6:
Christiane Kerner, die Mutter von Alex, liegt im Koma.
Was verschlief sie alles?
a) „... ein klassisches Konzert vor dem Rathaus Schöneberg.“
_____________________________________________________________________________
b) „... den Beginn einer gigantischen und einzigartigen Altstoffsammlung.“
_____________________________________________________________________________
c) „... meine ersten kulturellen Entdeckungen in einem neuen Land.“
_____________________________________________________________________________
d) „... Ariane machte ihre ersten praktischen Erfahrungen mit der Geldzirkulation.“
_____________________________________________________________________________
e) „... die zunehmende Verwestlichung unserer 79-Quadratmeter-Plattenbau-Wohnung.“
_____________________________________________________________________________
Kapitel 11:
„Mein Leben veränderte sich gewaltig.“
Was veränderte sich konkret in Alex’ Leben?
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Good bye Lenin!
Kapitel 12:
„Über Nacht hatte sich unsere graue Kaufhalle in ein buntes Warenparadies verwandelt.
Und ich wurde als Kunde zum König.“
Was ist konkret gemeint?
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________________________________________________________________________________
Kapitel 16:
„...vereinte ein kleiner runder Ball die gesellschaftliche Entwicklung der geteilten Nation
und liess zusammenwachsen, was zusammen gehörte.“
Was ist damit gemeint?
________________________________________________________________________________
________________________________________________________________________________
Kapitel 17:
„... drangen aus Mutters Schlafzimmer Klänge von gestern.“
Was meint Alex damit?
________________________________________________________________________________
Kapitel 18:
„...wurde mir klar, dass die Wahrheit nur eine zweifelhafte Angelegenheit war.“
Wie ist dieser Satz zu verstehen?
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________________________________________________________________________________
Kapitel 19:
„Kaum hatte ich ein Leck geschlossen, brach ein neues aus.“
Was will Alex mit diesem Satz sagen?
________________________________________________________________________________
________________________________________________________________________________
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Good bye Lenin!
Kapitel 21:
„Das Leben in unserem kleinen Land wurde immer schneller.“
Können Sie dafür konkrete Beispiele nennen?
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„Doch weit ab von der Hektik lag ein kleiner Ort der Stille, der Ruhe und der
Beschaulichkeit ...“
Was meint Alex mit diesem Ort?
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Kapitel 26:
„So flogen wir durch die Nacht, wie durch die Weiten des Kosmos. Lichtjahre entfernt von
unserem Sonnensystem, vorbei an Galaxien mit unbekannten Lebensformen ...“
Was meint Alex damit?
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Good bye Lenin!
7. Materialien
Off-Kommentare
Kapitel Off-Kommentar von Alex Kerner
1
Am 26. August 1978 waren wir auf Weltniveau: Sigmund Jähn, Bürger der Deutschen
Demokratischen Republik (DDR) flog als erster Deutscher ins All. Mit unserer Familie aber ging
es an diesem Tag so richtig den Bach runter.
2
Meine Mutter wurde so traurig, dass sie aufhörte zu reden. Sie sprach einfach nicht mehr.
Nicht mit uns, nicht mit anderen.
Nach 8 Wochen kam Mutter wieder nach Hause. Sie war wie verwandelt und das Leben hatte
sie zurück. Wir sprachen nie mehr von Vater. Meine Mutter hat sich von dieser Zeit an mit
unserem sozialistischen Vaterland verheiratet. Da diese Beziehung naturgemäss keine sexuelle
war, blieb viel Elan und Tatkraft für uns Kinder und den sozialistischen Alltag übrig. Meine Mutter
wurde Förderin des gesellschaftlichen Fortschritts, eine leidenschaftliche Aktivistin für die
einfachen Bedürfnisse der Bevölkerung und gegen die kleinen Ungerechtigkeiten des Lebens.
3
Die DDR wurde 40. Ich hatte arbeitsfrei bei der PGH Fernsehreparatur „Adolf Hennecke“ und
fühlte mich auf dem Höhepunkt meiner männlichen Ausstrahlungskraft. Die Zeit roch nach
Veränderung, während vor unserem Haus ein überdimensionierter Schützenverein seine letzte
Vorstellung gab.
4
Am Abend des 7. Oktober 1989 hatten sich mehrere Hundert Menschen zum
Abendspaziergang eingefunden, um sich im Vorwärtsschreiten für grenzenloses
Spazierengehen einzusetzen.
5
Mutter schlief fest. In ihrem tiefen, nicht enden wollenden Schlaf kreiste sie wie ein Satellit um
das menschliche Treiben auf unserem kleinen Planeten und in unserer noch kleineren
Republik. Ihr Schlaf verdunkelte den Abgang des werten Genossen Erich Honecker,
Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzender des Staatsrates der DDR.
6
Mutter verschlief ein klassisches Konzert vor dem Rathaus Schöneberg. Und den Beginn einer
gigantischen und einzigartigen Altstoffsammlung.
Mutter schlief weiter, tief und fest. Sie verpasste meinen ersten Ausflug in den Westen und wie
einige Genossen unbeirrt und pflichtbewusst uns Arbeiter und Bauern schützten. Natürlich
entgingen ihr auch meine ersten kulturellen Entdeckungen in einem neuen Land.
Mutters tiefe Ohnmacht erlaubte ihr nicht, an den ersten freien Wahlen teilzunehmen. Sie
verschlummerte, wie Ariane ihr Studium der Wirtschaftstheorie schmiss und ihre ersten
praktischen Erfahrungen mit der Geldzirkulation machte. Der Schlaf ersparte ihr den Einzug
von Arianes neuem Lover Rainer, Klassenfeind und Grilletten-Chef. Ihr entging die
zunehmende Verwestlichung unserer 79-Quadratmeter-Plattenbau-Wohnung und Rainers
Begeisterung für die Sitten und Gebräuche des Morgenlandes.
In ihre Nacht drang nicht die grosse hormonelle Verzückung, in die ich beim Anblick einiger
schöner Beine geraten war. Und in ihre schwarzen Träume drang auch nicht der erste
Arbeitstag von Lernschwester Lara, Austauschengel aus der Sowjetunion.
7
Mutter verschlief den Siegeszug des Kapitalismus. Und die Terminkoordination meiner Besuche
im Krankenhaus. Ihr Schlaf ignorierte, wie Helden der Arbeit arbeitslos wurden. Die PGH
Fernsehreparatur „Adolf Hennecke“ wurde abgewickelt. Ich war der Letzte und ich machte
das Licht aus. Dann kam der Aufschwung. Im Ost-West-Team praktizierte ich frühzeitig die
Wiedervereinigung. Satellitenschüsseln liessen unsere Landschaften erblühen.
SUPSI – Servizio Lingue e Mobilitŕ
19
Good bye Lenin!
8
Mutter verschlief meine unaufhaltsamen Fortschritte bei Lara. Nach 4 Früh- und 35
Spätschichten war es dann so weit: wir hatten unser erstes romantisches Rendezvous.
Der Wind der Veränderung blies bis in die Ruinen unserer Republik. Der Sommer kam und
Berlin war der schönste Platz auf Erden. Wir hatten das Gefühl, im Mittelpunkt der Welt zu
stehen. Dort, wo sich endlich was bewegte. Und wir bewegten uns mit. Die Zukunft lag
ungewiss in unseren Händen, ungewiss und verheissungsvoll.
10
Anfang Juni 1990 waren die Grenzen unserer DDR nichts mehr wert. Mutter schlief weiter. Ich
aber entsann mich des alten Genossen-Wortes „Wir lösen Probleme im Vorwärtsschreiten“ und
handelte.
11
Mein Leben veränderte sich gewaltig. Und der Tag, an dem wir Mutter nach Hause holen
wollten, rollte mit der Unerbittlichkeit eines tonnenschweren russischen Panzers auf uns zu.
12
Ende Juni 1990 leerten sich die Kaufhallen unseres sozialistischen Vaterlandes. Und aus dem
Land hinter der Mauer kam echtes Geld. Während sich die meisten Bürger der Republik vor
den Sparkassen mit gewohnter Geduld in langen Schlangen einreihten, suchten wir noch
fieberhaft nach Mutters Sparbuch. Von allen ersehnt, überflutete die D-Mark unsere kleine
Menschengemeinschaft. Getauscht wurde 2:1, Deutschland gewann 1:0.
Über Nacht hatte sich unsere graue Kaufhalle in ein buntes Warenparadies verwandelt. Und
ich wurde als Kunde zum König.
14
Da einige Mitbürger erst gar nicht aus ihrem Ungarn-Urlaub zurückgekommen waren, hatte
sich die Wohnungslage in der Hauptstadt merklich entspannt. Überall versteckt gab es
verlassene Wohnungen, in die wir nur einziehen mussten.
16
Während die Weltzeit-Uhr am Alexanderplatz auf Mutters Geburtstag zuraste, vereinte ein
kleiner runder Ball die gesellschaftliche Entwicklung der geteilten Nation und liess
zusammenwachsen, was zusammen gehörte.
Ich aber mühte mich wie ein Held der Arbeit ab, um bis zu diesem Tag in Mutters Zimmer eine
allseitig entfaltete DDR wieder aufleben zu lassen.
Die ersten Geburtstagsgäste waren eingeladen. Andere mussten erst noch überzeugt werden,
denn viele aus der Technischen Oberschule „Werner Seelenbinder“ hatten sich plötzlich ins
Private zurückgezogen. So auch Dr. Klapprath, einst Schulleiter und verdienter Lehrer des
Volkes.
17
Während sich viele lautstark schon für die Meister von morgen hielten, drangen aus Mutters
Schlafzimmer Klänge von gestern.
18
Als ich an diesem Tag in die Wolken starrte, wurde mir klar, dass die Wahrheit nur eine
zweifelhafte Angelegenheit war, die ich leicht Mutters gewohnter Wahrnehmung angleichen
konnte. Ich musste nur die Sprache der „Aktuellen Kamera“ studieren und Denis’ Ehrgeiz als
Filmregisseur anstacheln.
19
Ich fühlte mich wie der Kommandant eines U-Bootes der Nordmeer-Flotte, dessen
kampferprobte Stahlhaut leckgeschlagen war. Kaum hatte ich ein Leck geschlossen, brach
ein neues aus. Ariane versagte mir die Waffenbrüderschaft, der Klassenfeind hisste die Cola-
Flagge und ein frischer Westwind blies mir Mutters Ost-Geld um die Ohren.
Im Sommer 1990 überzeugte die deutsche Nationalmannschaft mit Planüberfüllung und
wurde Fussball-Weltmeister.
20
Und Mutter ging es immer besser.
Irgendwo in dieser Stadt lebte mein Vater. Ich sah sein Bild vor mir. Ein fetter Kerl, der den
ganzen Tag Cheeseburger mit Pommes in sich hineinstopfte. Er lebte in seiner Welt und ich in
meiner. Er hatte nichts mit mir zu tun und ich nichts mit ihm.
21
Das Leben in unserem kleinen Land wurde immer schneller. Irgendwie waren wir alle wie kleine
Atome in einem riesigen Teilchenbeschleuniger. Doch weit ab von der Hektik lag ein kleiner
Ort der Stille, der Ruhe und der Beschaulichkeit, in dem ich mich endlich mal ausschlafen
konnte.
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20
Good bye Lenin!
22
Irgendwie muss ich zugeben, dass sich mein Spiel verselbständigte. Die DDR, die ich für
meine Mutter schuf, wurde immer mehr die DDR, die ich mir vielleicht gewünscht hätte.
23
Und so war die Einheit zumindest in unserer kleinen Familie wieder hergestellt. Ein
gesamtdeutsches Baby war unterwegs und gesamtdeutsche Verträge wurden unterzeichnet.
In Moskau rechnete man aus, dass 2 plus 4 eins ergibt und trank mit Krimsekt
gesamtdeutsche Brüderschaft. Wir in Berlin unternahmen unseren ersten gesamtdeutschen
Ausflug.
Am gleichen Abend ging es Mutter plötzlich schlechter.
26
Da war er. Das Idol meiner Jugend. Wie ein beschworener Geist aus meiner Kindheit: Sigmund
Jähn. Er gab keine Autogramme, redete nicht zu Pionieren über die Geheimnisse des
Universums, die Freiheit in der Schwerelosigkeit oder die Unendlichkeit des Kosmos. Er fuhr nur
ein kleines stinkendes Lada-Taxi.
So flogen wir durch die Nacht, wie durch die Weiten des Kosmos. Lichtjahre entfernt von
unserem Sonnensystem, vorbei an Galaxien mit unbekannten Lebensformen, landeten wir in
Wannsee.
28
Der Sommer war vorbei. Ich beschloss, dem ganzen Spuk ein Ende zu machen. Ein letztes
Mal noch sollten wir den Geburtstag unseres sozialistischen Vaterlandes feiern. Aber im
Gegensatz zur Wirklichkeit als einen würdigen Abschied.
Weil Mutter ihn gar nicht erwarten konnte, verschoben wir den Jahrestag der DDR vom 7. auf
den 2. Oktober 1990, den Vorabend der Wiedervereinigung.
29
Meine Mutter überlebte die DDR genau drei Tage. Ich glaube, es war schon richtig, dass sie
die Wahrheit nie erfahren hat. Sie ist glücklich gestorben. Sie hat sich gewünscht, dass wir ihre
Asche in alle Winde zerstreuen. Das ist in Deutschland verboten, im Westen wie im Osten, aber
das war uns egal. Irgendwo da oben schwebt sie jetzt und schaut vielleicht auf uns hinab.
Und sieht uns als winzige Punkte auf unserer kleinen Erde. Genau wie damals Sigmund Jähn.
Das Land, das meine Mutter verliess, war ein Land, an das sie geglaubt hatte, und das wir bis
zu ihrer letzten Sekunde überleben liessen. Ein Land, das es in Wirklichkeit nie so gegeben hat.
Ein Land, das in meiner Erinnerung immer mit meiner Mutter verbunden sein wird.
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21
Good bye Lenin!
Deutschland nach dem Krieg
1945 4. – 12. Februar: Konferenz von Jalta zu Europa nach dem Krieg
25. April: Amerikanische und sowjetische Truppen treffen sich an der Elbe
30. April: Selbstmord Hitlers in Berlin
8. Mai: Kapitulation Deutschlands
11. Juni – 5. Juli: Gründung neuer Parteien in Deutschland
1. – 4. Juli: Einzug westlicher Truppen in Berlin
17. Juli – 2. August: Konferenz von Potsdam
Deutschland und Berlin werden in vier Zonen geteilt: die sowjetische (Ostzone), die englische, die
französische und amerikanische Zone. (Westzonen)
1946 21. / 22. April: Fusion von SPD und KPD zur SED in Ostberlin und in der Ostzone
1947 12. März: Truman-Doktrin: Beginn des Kalten Krieges
5. Juni: Marshall-Plan für den wirtschaftlichen Aufbau von Europa
1948 23. Februar: Beginn der Sechsmächtekonferenz in London
Empfehlung zur Gründung eines westdeutschen Staates
20. / 21. Juni: Währungsreform in den Westzonen. Die D-Mark wird eingeführt.
Beginn des westdeutschen Wirtschaftswunders
24. Juni: Beginn der Blockade von West-Berlin
1949 12. Mai: Ende der Berliner Blockade
23. Mai: Konstituierung der Bundesrepublik Deutschland (BRD)
Hauptstadt ist Bonn. Währung ist die D-Mark
West-Berlin bekommt einen Sonderstatus
14. August: Wahlen für den Deutschen Bundestag (Parlament)
7. August: Konstituierung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)
Hauptstadt ist Ost-Berlin. Währung ist die R-Mark
1952 26. Mai: Deutschlandvertrag: Die BRD erhält Souveränität
1953 17. Juni: Volksaufstand in Ost-Berlin und in der ganzen DDR
1955 5. Mai: Beitritt der BRD zur NATO. Souveränität der BRD wird bestätigt.
14. Mai: Gründung des Warschauer Paktes, mit Einschluss der DDR
1957 25. März: Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) in Rom
1958 27. November: „Berlin-Ultimatum“ der Sowjetunion
1961 Juni - August: Tausende von DDR-Bürgern flüchten nach West-Berlin.
13. August: Bau der Mauer. West-Berlin wird durch die Mauer komplett abgeriegelt.
1972 21. Dezember: Grundvertrag zwischen BRD und DDR (Ost-Politik)
1973 8. September: Aufnahme der beiden deutschen Staaten in die UNO
1978 26. August: Der ostdeutsche Kosmonaut Sigmund Jähn fliegt mit dem russischen Kommandanten
Bykovski in der Sojus 31 zur russischen Raumstation Saljut 6. Jähn ist der erste Deutsche im All.
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22
Good bye Lenin!
Chronik 1989
POLITISCHE EREIGNISSE
PRIVATE EREIGNISSE - FAMILIE KERNER
Januar
11. DDR: 20 ausreisewillige DDR-Bürger erhalten
Überprüfung ihrer Ausreiseanträge zugesichert.
15. DDR: Staats- und Parteichef Erich Honecker
erklärt:“ Die Mauer wird in 50 und auch in 100
Jahren noch bestehen, wenn die dazu
vorhandenen Gründe nicht beseitigt sind.“
29. West-Berlin: Wahlen zum Berliner
Abgeordnetenhaus: SPD 37.3 %, Alternative
Liste 11.8 %, Republikaner 7.5 %
Walter Momper wird Bürgermeister.
Februar
6.
DDR: Grenzsoldaten erschiessen den
20jährigen Schlosser Chris Geoffrey beim
Fluchtversuch.
15. Afghanistan: Die letzten sowjetischen Truppen
verlassen das Land.
März
2.
Ungarn: Der Ministerpräsident kündigt erste freie
Wahlen an.
24. USA: Exxon Valdez-Ölkatastrophe vor Alaska
26. UdSSR: Die Reformer gewinnen die Wahlen.
April
2.
Palästina: Arafat wird Präsident.
12. Ungarn: Das Politbüro der KP wird aufgelöst und
mit Reformern neu gebildet.
17. Polen: Die Gewerkschaft Solidarnosc wird
legalisiert.
Mai
2.
Ungarn: Öffnung der Grenze zu Oesterreich
7.
DDR: Bei den Kommunalwahlen gewinnt die
Einheitsliste mit 98.85 %.
25. UdSSR: Gorbatschow wird Präsident.
26. Berlin: Ein Ostdeutscher flieht mit einem
Ultraleicht-Flugzeug.
30. BRD: US-Präsident Bush auf Staatsbesuch fordert
den Abbruch der Mauer.
Juni
4.
China: Blutbad bei Demonstration auf dem
Tienanmen-Platz in Peking
7.
Ost-Berlin: Demonstration gegen Wahlfälschung
8.
DDR: Die Volkskammer rechtfertigt das Blutbad
in Peking. Die Bevölkerung der DDR hat Angst
vor einer “chinesischen Lösung”.
12. BRD: Gorbatschow auf Staatsbesuch
27. Ungarn/Oesterreich: Die Aussenminister öffnen
die Grenze offiziell. Flüchtlingsstrom aus der
DDR nach Ungarn
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23
Good bye Lenin!
Juli
7. Bukarest:
Ostblock-Gipfelkonferenz
Gorbatschow schafft die Breschnew-Doktrin ab.
Jeder Staat hat Recht auf eigene Entwicklung.
15. Polen/Ungarn/Tschechoslowakei:
DDR-
Flüchtlinge in den BRD-Botschaften
August
8.
Ost-Berlin: 130 DDR-Bürger in der Botschaft der
BRD
13. Budapest: 180 DDR-Bürger in der Botschaft der
BRD
19. Ungarn: Bei Sopron flüchten 900 DDR-Bürger
nach Oesterreich.
22. Prag: 140 DDR-Bürger in der Botschaft der BRD
26. DDR: Das SED-Organ “Neues Deutschland”
fordert die Bürger auf, die DDR nicht zu
verlassen.
September
4. Leipzig: Erste Montagsdemonstration vor der
Nikolai-Kirche
10. Ungarn: Exodus von 30’000 DDR-Bürgern in die
BRD
11. Ost-Berlin: Die Regime-Kritiker gründen das
“Neue Forum”.
25. Leipzig: 5000 Personen demonstrieren gegen
das Verbot des “Neuen Forum”.
30. Prag/Warschau: 4000 DDR-Bürger reisen in die
BRD aus.
Oktober
1.
Prag/Warschau: Sonderzüge mit 6’800 DDR-
Flüchtlingen fahren in die BRD.
2.
Leipzig: 20’000 Personen demonstrieren für
Reformen.
3.
Prag: 7’600 DDR-Bürger vor der Botschaft der
BRD
4.
Prag/Warschau: 7’600 DDR-Bürger reisen in die
BRD aus.
Dresden: Tumulte am Hauptbahnhof
7.
Ost-Berlin: Militärparade zum 40. Geburtstag
der DDR
Gorbatschow verlangt Reformen in der DDR.
In Ost-Berlin kommt es zu Tumulten und
Demonstrationen.
Christiane Kerner weiss noch nicht, ob sie zum
offiziellen Festakt in den Palast der Republik gehen
soll. Sie will ihr Idol Gorbatschow live sehen.
Christiane streitet mit ihrem Sohn Alex.
Alex trifft auf der Demonstration die junge Russin
Lara. Alex wird verhaftet. Christiane verfolgt die
Festnahme von Alex und bricht bewusstlos
zusammen.
8.
Alex wird aus dem Gefängnis entlassen, weil seine
Mutter im Krankenhaus liegt. Im Krankenhaus trifft
Alex seine Schwester Ariane und erfährt, dass die
Mutter einen Herzinfarkt hatte und im Koma liegt.
9.
Leipzig: 70’000 Personen demonstrieren für
Demokratie.
16. Leipzig: 120’000 Personen demonstrieren für
Demokratie.
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24
Good bye Lenin!
18. DDR: Honecker tritt zurück. Egon Krenz wird
neuer Generalsekretär der SED.
Alex schaut mit Arbeitskollegen die “Aktuelle
Kamera” und erfährt den Rücktritt Honeckers. Er
hängt das Bild von Honecker ab und stellt es auf
die Strasse.
November
3.
DDR: Ostdeutsche Bürger dürfen über die
Tschechoslowakei ausreisen. Es kommt zu einer
Ausreisewelle.
4.
Ost-Berlin: 1 Million Personen demonstrieren auf
dem Alexanderplatz für Freiheit und
Demokratie.
6.
Leipzig: Grossdemonstration für
Reisemöglichkeiten und freie Wahlen
7.
DDR: Die Regierung unter Willi Stoph tritt zurück.
8.
DDR: Das Politbüro tritt zurück. Egon Krenz bleibt
Generalsekretär.
9.
DDR: Neue Ausreisregelung erlaubt Privatreisen.
Ost-Berlin: Tausende DDR-Bürger drängen an
die Grenzübergänge.
Die Grenzen sind offen, die Mauer fällt.
10. Westberlin: Treffen von Brandt, Kohl und
anderen BRD-Politikern. Bundeskanzler Kohl wird
ausgepfiffen.
„
11. DDR: 3 Millionen DDR-Bürger besuchen die BRD
und West-Berlin. Der Verkehr bricht zusammen.
17. DDR: Modrow wird Ministerpräsident und kündigt
Reformen an.
26. DDR: Reformer und Intellektuelle fordern eine
sozialistische Alternative zur BRD.
28. BRD: Kanzler Kohl präsentiert einen Plan zur
Zukunft der beiden deutschen Staaten. Ziel ist
die Wiedervereinigung.
Dezember
2.
DDR: Untersuchungsausschuss untersucht
Korruption und Amtsmissbrauch der Staats- und
Parteispitze.
3.
DDR: Rücktritt der SED-Parteiführung, des
Politbüros und des Zentralkomitees
Honecker wird aus der SED ausgeschlossen.
Haftbefehle gegen die Mächtigen von gestern
6.
DDR: Egon Krenz tritt zurück.
7.
DDR: Der runde Tisch (Regierung und
Opposition) löst die Stasi auf und beschliesst
freie Wahlen.
11. Leipzig: An der Montagsdemonstration wird die
Wiedervereinigung gefordert.
16. Rumänien: Volksaufstand und Massaker in
Temesvar
20. Dresden: Kohl und Modrow beschliessen einen
deutsch-deutschen Vertrag.
22. Berlin: Das Brandenburger Tor wird geöffnet.
Rumänien: Ceausescu wird gestürzt.
24. BRD/DDR: Westdeutsche können in die DDR
reisen. Reiseansturm
31. Berlin: Riesiges Feuerwerk am Brandenburger
Tor
SUPSI – Servizio Lingue e Mobilitŕ
25
Good bye Lenin!
Chronik 1990
POLITISCHE EREIGNISSE
PRIVATE EREIGNISSE - FAMILIE KERNER
Januar
4.
BRD: im Dezember waren 2 Millionen Bürger
arbeitslos.
15. Ostberlin: 2000 Demonstranten stürmen die
Stasi-Zentrale.
Alex unternimmt seinen ersten Ausflug nach West-
Berlin.
21. DDR: Die SED heisst jetzt PSD.
26. DDR: Erich Honecker wird verhaftet und am
nächsten Tag wieder freigelassen.
Februar
1.
DDR: Ministerpräsident Modrow unterbreitet
Stufenplan zur Vereinigung der beiden
deutschen Staaten.
5.
DDR: Die Volkskammer beschliesst Meinungs-,
Informations- und Medienfreiheit.
Die TAZ erscheint in einer Ost-Ausgabe.
7.
Bonn: Das Kabinett bildet einen Ausschuss
„Deutsche Einheit“.
Kohl schlägt Währungsunion vor.
DDR: Die Opposition schliesst sich zum „Bündnis
90“ zusammen.
10. UdSSR: Gorbatschow sichert Kohl Zustimmung
zur Wiedervereinigung zu.
12. 2+4 Konferenz der Aussenminister (BRD, DDR +
USA, UdSSR, GB, F)
März
1.
DDR: Staatsbetriebe werden in
Kapitalgesellschaften umgewandelt.
Die Treuhandgesellschaft verwaltet das
Volkseigentum der DDR.
7.
DDR: Die Gründung privater Unternehmen ist
erlaubt.
17. Warschauer Pakt garantiert die
Wiedervereinigung als Recht des deutschen
Volkes.
18. DDR: erste freie Wahlen. Sieg der „Allianz für
Deutschland“.
Die Wahlbeteiligung beträgt 93.38 %.
April
2.
Ariane gibt ihr Wirtschaftsstudium auf und beginnt
einen Job als Kassiererin bei Burger King.
4.
BRD: Steuererleichterungen für Investitionen in
der DDR.
12. DDR: Lothar de Maizičre wird Ministerpräsident.
Die grosse Koalition einigt sich auf den Beitritt
der DDR zur BRD.
14
Am Ostersamstag zieht Arianes neuer Freund
Rainer bei Kerners ein.
Alex trifft Lara im Krankenhaus wieder. Sie ist dort
Lernschwester.
27. Ost-Berlin: Beginn der Verhandlungen über den
deutsch-deutschen Staatsvertrag.
SUPSI – Servizio Lingue e Mobilitŕ
26
Good bye Lenin!
28. EG: Die Europäische Union stimmt der
Wiedervereinigung zu.
Mai
Alex besucht seine Mutter jeden Tag. Er stimmt
seine Besuche mit dem Arbeitsplan von Lara ab.
2.
DDR: Die Umtauschkurse für die Währungsunion
werden festgelegt.
15. BRD: Fond Deutsche Einheit mit 115 Mia DM zur
Finanzierung der Währungs-, Wirtschafts- und
Sozialunion
21. DDR: In Zwickau läuft der erste VW Polo vom
Band.
30. DDR: Einführung der D-Mark auf den 1. Juli
31. DDR: Das Staatswappen wird von allen
öffentlichen Gebäuden entfernt.
Juni
1.
Die Firma PGH Fernsehreparatur wird aufgelöst und
Alex verliert seinen Job. Er macht dafür Fortschritte
bei Lara.
5.
Alex bekommt einen neuen Job bei der Firma X-
TV. Mit seinem Kollegen Denis verkauft er Satelliten-
Anlagen.
6.
DDR: RAF-Terroristen werden festgenommen.
8.
Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft
10. BRD: Die Grünen lehnen den Staatsvertrag mit
der DDR ab.
13. Berlin: Beginn des Mauerabrisses
14.
Alex repariert den Fernseher im Schwesternzimmer
des Krankenhauses.
Erste Verabredung mit Lara.
15. DDR: Regelung der Vermögenslagen
Enteigneter Privatbesitz ist an die alten Besitzer
zurückzugeben.
16.
Alex hat sein erstes Rendezvous mit Lara in einem
Klub.
18.
Die Grenze existiert nicht mehr.
21. BRD/DDR: Verabschiedung des Staatsvertrages
PDS, Bündnis 90 und Grüne lehnen ab.
22.
Alex küsst Lara zum ersten Mal. Christiane Kerner
erwacht nach acht Monaten aus dem Koma. Alex
beschliesst, seine Mutter nach Hause zu nehmen.
23. Fussball-WM: Deutschland schlägt Holland 2:1
und ist im Viertelfinale.
24.
Alex und Denis richten das alte Zimmer der Mutter
wieder her.
25.
Die Mutter kommt nach Hause.
Alex findet in den Supermärkten keine DDR-
Produkte mehr.
30. DDR: Abschiedsparty für die Ost-Mark
Tumulte beim Sturm auf Bankfilialen
Alex und Ariane suchen das Sparbuch der Mutter.
Juli
1.
DDR: Die DM ist neues Zahlungsmittel.
Fussball-WM: Deutschland schlägt die
Tschechoslowakei 1:0 und ist im Halbfinale.
SUPSI – Servizio Lingue e Mobilitŕ
27
Good bye Lenin!
2.
Alex und Ariane wollen eine Bankkontovollmacht
von der Mutter. Sie hat ihr Geld in der Wohnung
versteckt, hat aber vergessen wo.
Alex und Lara besetzen eine verlassene Wohnung.
4.
Fussball-WM: Deutschland schlägt England 5:4
und ist im Finale.
5.
Alex bereitet die Geburtstagsfeier für Christiane
vor.
6.
Ost-Berlin: Beginn der Verhandlungen zum
Einigungsvertrag
Christiane hat Geburtstag. Während der Feier
erscheint auf der Fassade gegenüber ein riesiges
Coca Cola Transparent. Denis und Alex drehen
eine Ausgabe der „Aktuellen Kamera“ vor dem
Hauptsitz von Coca Cola in Berlin.
7.
Alex und seine Mutter schauen die gefälschte
Ausgabe der „Aktuellen Kamera“. Christiane
erinnert sich plötzlich, wo sie ihr Geld versteckt hat.
Alex findet das Geld im Sperrmüll vor dem Haus.
8.
Fussball-WM: Deutschland schlägt Argentinien
1:0 und ist Weltmeister.
Alex und Ariane wollen 30'000 Ostmark
umtauschen. Die Umtauschfrist ist aber vor zwei
Tagen abgelaufen. Alex schmeisst das wertlose
Geld vom Dach. Lara sieht amüsiert zu.
14. UdSSR: Gorbatschow garantiert Kohl volle
Souveränität für Deutschland.
21. Berlin: Konzert von Pink Floyd auf dem
Potsdamer Platz
Christiane geht es immer besser. Sie schreibt
wieder Eingaben an die Parteiführung.
Ariane erkennt ihren Vater als Kunden bei Burger
King.
August
2.
Kuwait: Invasion von irakischen Truppen
23. DDR: Die Volkskammer beschliesst Beitritt der
DDR zur BRD auf den 3. 10. 1990.
24. DDR: Verbot der Vernichtung von Stasi-Akten
31. BRD/DDR: Die Regierungen genehmigen den
Einigungsvertrag.
Lara übt Gipsen für ihre Prüfung. Alex findet
endlich ein Originalglas für Spreewald-Gurken.
Baby Paula lernt laufen.
Christiane verlässt die Wohnung und trifft auf eine
veränderte Welt: Nachbarn und Wagen aus dem
Westen. Eine Lenin-Statue fliegt über die Karl-Marx-
Allee.
Alex und Denis drehen eine neue Ausgabe der
„Aktuellen Kamera“.
September
4.
DDR: Die Bürgerrechtsbewegung besetzt die
Stasi-Zentrale.
Protest gegen die Verlagerung der Stasi-Akten in
die BRD:
Ariane ist schwanger.
12. Berlin: Der gesamtdeutsche Vertrag wird
unterzeichnet. Er garantiert Frieden und
Souveränität für das geeinte Deutschland. Die
alliierten Hoheitsrechte verlieren am 3. 10. ihre
Gültigkeit.
Ausflug zur Datsche im himmelblauen Trabbi von
Rainer. Alex möchte seiner Mutter endlich die
Wahrheit sagen. Aber die Mutter erzählt die
Wahrheit über den Vater.
Am Abend hat Christiane einen zweiten Herzinfarkt
und muss ins Krankenhaus.
Ariane findet alte Briefe vom Vater.
14.
Alex fährt zu seinem Vater und bittet ihn, die Mutter
zu besuchen, die im Sterben liegt.
SUPSI – Servizio Lingue e Mobilitŕ
28
Good bye Lenin!
16.
Robert Kerner besucht seine Ex-Frau im
Krankenhaus. Alex bittet den Vater, nichts über die
politische Wende zu verraten.
Lara klärt Christiane über die Wende auf.
20. BRD/DDR: Die Parlamente verabschieden den
Einigungsvertrag.
Oktober
1.
Alex und Denis drehen eine neue Ausgabe der
„Aktuellen Kamera“, die alles erklären soll. Die DDR
soll einen würdigen Abschied bekommen.
2.
BRD/DDR: Die CDU beider Länder schliesst sich
zusammen. Kohl wird CDU-Chef.
Alex manipuliert den Kalender im Krankenhaus.
Christiane sieht die „Aktuelle Kamera“ und erkennt,
wie viel Mühe sich ihr Sohn gemacht hat.
3.
D: Deutschland ist wiedervereinigt. Die DDR
existiert nicht mehr.
Berlin: Grosses Feuerwerk am Brandenburger Tor
4.
Berlin: Erste Sitzung des Parlaments im
Reichstag
5.
D: Neues Wahlgesetz für die neuen
Bundesländer
Christiane stirbt im Krankenhaus.
9.
UdSSR: Das Mehrparteiensystem wird eingeführt.
15. Oslo: Gorbatschow erhält den
Friedensnobelpreis.
November
8.
USA: Präsident Bush bereitet den ersten
Golfkrieg gegen den Irak vor.
9.
D/UdSSR: Kohl und Gorbatschow unterzeichnen
den Vertrag über gute Nachbarschaft,
Partnerschaft und Zusammenarbeit.
10. D: Die PDS verzichtet auf 80 % des SED-
Parteivermögens.
13. Berlin: Im Osten kommt es bei der Räumung
besetzter Häuser zu Strassenschlachten.
Alex schiesst mit einer Rakete die Asche seiner
Mutter in den Himmel.
14. Polen und Deutschland unterzeichnen den
Oder-Neisse-Grenzvertrag.
19. Paris: Unterzeichnen der Pariser Charta
Ende des Kalten Krieges
29. New York: Ultimatum der UNO an den Irak
Dezember
1.
Berlin: Haftbefehl gegen Honecker wegen
Totschlag (Maueropfer)
2.
D: Die CDU/CSU siegt bei den ersten Wahlen mit
43.8 %.
15. Berlin: Letzte „Aktuelle Kamera“
17. Berlin: Minister De Maizičre tritt zurück.
20. Berlin: Erste Sitzung des neu gewählten
Parlaments im Reichstag
22. Polen: Solidarnosc-Führer Lech Walesa wird
neuer Präsident von Polen.
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Good bye Lenin!
DDR-Alltag
Ostprodukte
In der DDR waren Grundnahrungsmittel und Alltagskonsumgüter sehr billig und hatten
meist einen einheitlichen Preis (EVP): Alles andere war sehr teuer. Luxusartikel oder
Markenartikel aus dem Westen waren nur in speziellen Geschäften erhältlich.
Weil die meisten Frauen berufstätig waren und wenig Zeit für den Haushalt hatten, gab es
schon früh praktische Haushaltsgeräte und Schnellgerichte wie z.B. „Tempobohnen“. Das
Design spielte keine grosse Rolle, die Artikel mussten praktisch und funktional sein. Nach
der Wende verschwanden diese Produkte sehr schnell und die neuen Bundesländer
wurden von westlichen Konsumgütern überschwemmt.
Plattenbau
In der DDR herrschte bis am Schluss grosse Wohnungsnot. Deshalb wurde der
Wohnungsbau durch Standardisierung forciert. So entstanden verschiedene
Wohnungstypen in standardisierten Wohnhäusern: der Plattenbau
Trabant (Trabi)
Das häufigste Automobil in der DDR war der Trabant, ein einfaches Auto mit
Kunststoffkarosserie und Zweitaktmotor. Es war klein, ohne Komfort und relativ teuer. Nach
der Bestellung musste man 10 bis 15 Jahre bis zur Auslieferung warten. Von 1964 – 1991
produzierte die Automobilfabrik in Zwickau zirka 3 Millionen Trabis.
Junge Pioniere
So hiess die sozialistische Jugend-Organisation der DDR. Kinder von 6 bis 10 Jahren waren
Jungpioniere und trugen ein blaues Foulard, Jugendliche von 10 bis 14 Jahren waren
Thälmann-Pioniere und trugen ein rotes Halstuch. 95 Prozent der DDR-Jugend waren
Mitglieder der Jungen Pioniere.
Aktuelle Kamera (AK)
So hiess die Tagesschau der DDR. Hauptthemen waren Innenpolitik und Wirtschaft,
Erfolgsmeldungen aus Sport und Produktion, sowie Nachrichten aus anderen
sozialistischen Ländern. Viele DDR-Bürger schauten aber heimlich auch das West-
Fernsehen.
Datsche
Die Datsche war ursprünglich ein Gartenhäuschen in einer Gemeinschafts-Gartenanlage.
Sehr oft funktionierte die Datsche als Wochenendhäuschen im Grünen.
Politik
Die SED (Sozialistische Einheitspartei) war die einzige zugelassene Partei in der DDR.
Das ZK (Zentralkomitee) der SED segnete die Politik ab.
Das Politbüro der Partei bestimmte die Politik.
Der Parteisekretär war meist auch Staatspräsident.
Die Stasi (Staatssicherheit) war die politische Geheimpolizei. Viele DDR-Bürger waren
Informanten der Stasi.
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30
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31
8. Literatur und links
Das Buch
Michael Töteberg, Good bye Lenin, Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2003
Der Film
Die Website zum Film
Homepage von X-Filme zum Film
Offizielle Homepage von X-Filme
www.x-filme.de
Informationen & Linksammlung
www.filmz.de/film_2003/good_bye_lenin
Die DDR
www.ddr-geschichte.de
www.ddr-zeitzeugen.de
www.ddr-im-www.de
www.ddr-alltagskultur.de
Document Outline
Automaticky vygenerovaný textový náhľad. Pre plné formátovanie si stiahnite súbor.
nechodím na prednášky