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Arbeitsmaterialien für den Unterricht - Fakten und Zahlen über Europa und die Europäer

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Fakten und Zahlen
über Europa und die Europäer

Europäische Union

VERTRETUNGEN DER EUROPÄISCHEN KOMMISSION

Vertretung in Deutschland
Unter den Linden 78,
D-10117 Berlin
Tel. (49-30) 22 80 2000
Fax (49-30) 22 80 2222
Internet: www.eu-kommission.de
E-Mail: eu-de-kommission@cec.eu.int

Vertretung in Bonn
Bertha-von-Suttner-Platz 2-4,
D-53111 Bonn
Tel. (49-228) 53009-0
Fax (49-228) 53009-50
E-Mail: eu-de-bonn@cec.eu.int

Vertretung in München
Erhardtstraße 27,
D-80331 München
Tel. (49-89) 24 24 48-0
Fax (49-89) 24 24 48-15
E-Mail: eu-de-muenchen@cec.eu.int

Vertretung in Belgien
Rue Archimčde 73,
B-1000 Bruxelles
Tel. (32-2) 295 38 44
Fax (32-2) 295 01 66
Internet: europa.eu.int/comm/represent/be
E-Mail: represent-bel@cec.eu.int

Vertretung in Luxemburg
Bâtiment Jean Monnet,
rue Alcide De Gasperi,
L-2920 Luxembourg
Tel. (352) 43 01-34 925
Fax (352) 43 01-34 433
Internet: europa.eu.int/luxembourg
E-Mail: BURLUX@cec.eu.int

Vertretung in Österreich
Kärntnerring 5-7,
A-1010 Wien
Tel. (43-1) 51 61 80
Fax (43-1) 51 61 83 52
Internet: europa.eu.int/austria
E-Mail: burvie@cec.eu.int

BÜROS DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS

Informationsbüro für Belgien
Rue Wiertz 60,
B-1047 Bruxelles
Tel. (32-2) 284 20 05
Fax (32-2) 230 75 55
Internet: www.europarl.eu.int/brussels
E-Mail: epbrussels@europarl.eu.int

Informationsbüro für Deutschland
Europäisches Haus
Unter den Linden 78,
D-10117 Berlin
Tel. (49-30) 22 80 1000
Fax (49-30) 22 80 1111
Internet: www.europarl.de
E-Mail: EPBerlin@europarl.eu.int

Erhardtstrasse 27,
D-80331 München
Tel. (49-89) 202 08 790
Fax (49-89) 202 08 79 73
Internet: www.europarl.de
E-Mail: EPmuenchen@europarl.eu.int

Informationsbüro für Luxemburg
Bâtiment Robert Schuman,
Place de l’Europe,
L-2929 Luxemburg
Tel. (352) 43 00-225 97
Fax (352) 43 00- 224 57
Internet: www.europarl.eu.int
E-Mail: EPLuxembourg@ europarl.eu.int

Informationsbüro für Österreich
Kärntnerring 5-7,
A-1010 Wien
Tel. (43-1) 51 61 70
Fax (43-1) 513 25 15
Internet: www.europarl.at
E-Mail: EPWien@europarl.eu.int

Vertretungen und Büros der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments bestehen auch in den übrigen
Ländern der Europäischen Union. Delegationen der Europäischen Kommission bestehen in anderen Teilen der Welt.

Sie finden diese Broschüre sowie andere kurze und allgemein verständliche Erläuterungen zur EU online auf der Webseite
europa.eu.int/comm/publications/

Europäische Kommission
Generaldirektion Presse und Kommunikation
Veröffentlichungen
B-1049 Brüssel

Manuskript abgeschlossen im Mai 2005.

Titelseite, Illustrationen und Layout: Zack

Bibliografische Daten befinden sich am Ende der Veröffentlichung.

Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, 2006

ISBN 92-894-9549-9

Katalog-Nr.: NA-67-05-686-DE-C

© Europäische Gemeinschaften, 2006
Nachdruck gestattet.

Printed in Germany

GEDRUCKT AUF CHLORFREI GEBLEICHTEM PAPIER

Weitere Informationen über die Europäische Union

Information in allen Sprachen der Europäischen Union sind erhältlich über den Internet-Server Europa: europa.eu.int

Über ganz Europa verteilt gibt es hunderte von örtlichen Informationszentren. Das für Sie am nächsten gelegene Infozentrum finden Sie
hier: europa.eu.int/comm/relays/index_de.htm

EUROPE DIRECT will Ihnen helfen, Antworten auf Ihre Fragen zur Europäischen Union zu finden. Sie können diesen Dienst über die
gebührenfreie Telefonnummer 00 800 6 7 8 9 10 11 (oder, falls Sie von außerhalb der EU anrufen, über die gebührenpflichtige Nummer
+32-2-299 96 96) sowie per E-Mail (via europa.eu.int/europedirect) erreichen.

Für Auskünfte und Veröffentlichungen über die Europäische Union in deutscher Sprache wenden Sie sich bitte an:

Fakten und Zahlen
über Europa und die Europäer

Inhalt

Die Europäische Union – eine Erfolgsstory . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

Die Europäische Union – eine immer größere Familie . . . . . . . . . 4

Legende . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Größe und Bevölkerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

Wie groß ist die EU?
Wie viele Menschen leben in der EU?
Die Europäer werden immer älter
Europa: eine neue Heimat

Lebensstandard . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Wie wohlhabend sind die Europäer?
Wie gesund sind die Europäer?
Eine gerechte und solidarische Gesellschaft

Bildung, Forschung und die Informationsgesellschaft . . . . . . . . 27

Bildung: Investitionen in Menschen
Welche Fächer studieren die Europäer?
Bessere Berufsaussichten durch bessere Ausbildung
Informationstechnik: ein wichtiges Hilfsmittel
Forschung – entscheidend für die Zukunft

Arbeiten in der Europäischen Union . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

Wie viele Menschen arbeiten in der EU?
In welchen Sektoren wird gearbeitet?
Gleiche Chancen für alle?

Handel und Wirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46

Wie viel produziert die EU?
Die EU – eine bedeutende Handelsmacht
Die EU bekämpft die Armut in der Welt

Verkehr, Energie und Umwelt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54

Auf Reisen
Energieversorgung
Umweltschutz

Zusammenleben in Europa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66

Glückliche Europäer mit gemeinsamen Sorgen
Gemeinsam studieren
Plaudern mit den Nachbarn
Befürworter oder Skeptiker?

Die Kandidatenländer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74

Wie groß sind sie, und wie viele Menschen leben dort?
Wie wohlhabend sind sie?
Arbeitswelt
Begeisterte Europäer?

Gute Nachbarschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79

In vielerlei Hinsicht ist die Europäische Union (EU) eine
bemerkenswerte Erfolgsstory. In mehr als 50 Jahren hat die Union
den Lebensstandard ihrer Bürger auf ein bisher nicht erreichtes
Niveau angehoben. Sie hat einen Binnenmarkt ohne Grenzen und
eine einheitliche Währung, den Euro, geschaffen. Sie ist eine
bedeutende Wirtschaftsmacht und weltweit in der Entwicklungs-
hilfe führend. Die Zahl ihrer Mitglieder ist von sechs auf 25
Nationen angewachsen, zu denen im Jahre 2007 zwei weitere
Länder stoßen dürften, wodurch die Bevölkerung der EU auf
nahezu eine halbe Milliarde Menschen anwachsen wird.

Nicht alle europäischen Länder sind oder wollen Mitglieder der EU
werden – ein Antrag eines demokratischen europäischen Landes auf
Mitgliedschaft ist jedoch jederzeit willkommen. Die Europäische
Union bemüht sich um enge und freundschaftliche Beziehungen zu
all ihren Nachbarn, sowohl in Europa als auch im östlichen und
südlichen Mittelmeerraum.

Obwohl sich die EU durch eine reiche Vielfalt auszeichnet, streben
alle Mitgliedstaaten nach Frieden, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit
und Achtung der Menschenrechte und arbeiten gemeinsam an der
Förderung dieser Werte in der ganzen Welt, um Wohlstand zu
schaffen und zu teilen und durch gemeinschaftliches Vorgehen auf
internationaler Ebene Einfluss auszuüben.

Anhand zahlreicher Diagramme und Grafiken werden in dieser
Broschüre grundlegende Fakten und Zahlen über die Europäische
Union und ihre Mitgliedstaaten dargestellt und häufig mit anderen
bedeutenden Volkswirtschaften verglichen. Die Kandidatenländer
werden ebenfalls berücksichtigt, allerdings in einem eigenen
Abschnitt.

Der Einfachheit halber wurden einige Zahlen aufgerundet. Bei mit
einem Sternchen versehenen Zahlen handelt es sich um vorläufige
oder geschätzte Angaben. Die für die verschiedenen Länder
verwendeten Abkürzungen werden auf Seite 6 erläutert.

Weitere Informationen über die Europäische Union bietet das
Internetportal Europa (http://europa.eu.int). Beispielsweise ver-
öffentlicht Eurostat – das Statistische Amt der EU – Tausende von
statistischen Tabellen auf seiner Webseite (http://europa.eu.int/
comm/eurostat).
Diese Informationen sind kostenlos zugänglich.

Die Europäische Union – eine Erfolgsstory

3

Am Anfang der EU standen in den 50er Jahren die „Europäischen
Gemeinschaften“, die aus sechs Mitgliedstaaten bestanden: Belgien,
Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden.
Diesen schlossen sich 1973 Dänemark, Irland und das Vereinigte
Königreich, 1981 Griechenland sowie 1986 Spanien und Portugal
an. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands kamen 1990 die
ostdeutschen Bundesländer hinzu.

Mit einem neuen Vertrag wurden 1992 neue Befugnisse und
Zuständigkeiten auf die Organe der Gemeinschaft übertragen und
neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Regierungen der
Mitgliedstaaten eingeführt, wodurch die Europäische Union
geschaffen wurde. 1995 traten Österreich, Finnland und Schweden
der EU bei.

Durch die Erweiterung von 2004 stießen Estland, Lettland, Litauen,
Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik,
Ungarn und Zypern hinzu. Der Beitritt Bulgariens und Rumäniens
wird für 2007 erwartet. Zwei weitere Länder, Kroatien und die
Türkei, nehmen ebenfalls Verhandlungen über eine EU-Mitglied-
schaft auf.

Europa war immer die Heimat verschiedener Völker und Kulturen.
Jeder Mitgliedstaat verfügt über einen Bevölkerungsanteil aus
anderen Ländern – in der Regel mit engen historischen Ver-
bindungen zum Herkunftsland. Die EU betrachtet die ethnische und
kulturelle Vielfalt als einen großen Vorteil und sie fördert Toleranz,
Achtung und gegenseitiges Verständnis – Werte, die uns Europas
lange Geschichte vermittelt hat.

Die Europäische Union – eine immer größere Familie

4

2005

5

EU-Mitgliedstaaten

Kandidatenländer

Legende

6

AÁores

Madeira

Guadeloupe

Martinique

Reunion

Guyane

Canarias

HR

RU

EU-25 sind die jetzigen 25 Mitgliedstaaten der EU insgesamt.

EU-25

EU-15 sind die 15 Mitgliedstaaten der EU vor der Erweiterung im Jahr 2004.

EU-15

Belgien

BE

Dänemark

DK

Deutschland

DE

Griechenland

EL

Spanien

ES

Frankreich

FR

Luxemburg

LU

Italien

IT

Irland

IE

Niederlande

NL

Zypern

CY

Tschechische Republik

CZ

Estland

EE

Ungarn

HU

Lettland

LV

Litauen

LT

Malta

MT

Vereinigtes Königreich

UK

Österreich

AT

Portugal

PT

Finnland

FI

Schweden

SE

Polen

PL

Slowakei

SK

Slowenien

SI

Bulgarien

BG

Rumänien

RO

Türkei

TR

HR

Kroatien

EU-Mitgliedstaaten

Kandidatenländer

Andere Länder

Vereinigte Staaten

US

Japan

JP

Russland

RU

China

CN

Indien

IN

7

Größe und Bevölkerung

Das Gebiet der Europäischen Union beträgt nur etwa
zwei Fünftel der Fläche der USA, aber ihre Bevöl-
kerungszahl ist 57 % größer. Bei der Bevölke-
rungszahl liegt die EU nach China und Indien welt-
weit an dritter Stelle.

Die Geburtenraten in der EU sinken und die Europäer
werden immer älter. Diese Entwicklungen haben
erhebliche Auswirkungen auf die Zukunft.

1000

800

600

400

200

0

1 000 Km

2

357

132

93

505

544

301

84

92

305

313

411

244

3 893

EU-25 FR ES SE DE PL FI IT UK EL HU PT AT

Wie groß ist die EU?

Die Europäische Union erstreckt sich über ein Gebiet von fast 4 Millionen Quadratkilometern. Im Weltmaßstab handelt es sich dabei um ein
relativ kleines Gebiet – es umfasst jedoch 25 Länder. Die Größe der einzelnen Länder variiert sehr stark – von Frankreich (dem größten Staat)
bis Malta (dem kleinsten Staat).

8

Fläche im Jahr 2001 in 1000 km2

Fläche Frankreichs ohne überseeische Departements.

Quelle: Eurostat.

9

31

43

70

3

34

CZ IE LT LV SK EE DK NL BE SI CY LU MT

79

65

65

49

45

20

9

0,3

Fläche in Millionen km2

10

8

6

4

2

0

Millionen km

2

3,9

3,3

17,1

9,6

9,6

0,4

10

Quellen: Eurostat, Weltbank.

456,8

Millionen

291

143,4

1 288,4

127,2

1 064,4

100

80

60

40

20

0

Die Zahlen für die EU-25 sind für 2004, die Zahlen für die anderen Länder für Mitte 2003.

Quellen: Eurostat, Weltbank.

11

Bevölkerung in Millionen Menschen

Wie viele Menschen leben in der EU?

Die Europäische Union hat rund 457 Millionen Einwohner – die drittgrößte Bevölkerung der Welt
nach China und Indien.

Der Anteil der Industriestaaten an der gesamten Weltbevölkerung sinkt stetig – von 30 % im Jahre
1960 auf 19 % im Jahre 2002. Vier Fünftel der Weltbevölkerung leben in den Entwicklungsländern.
Dies gibt Anlass zur Sorge und ist einer der Gründe, weshalb sich die EU aktiv für die Förderung der
weltweiten Entwicklung einsetzt. Sie ist bereits jetzt der weltweit größte Geber von Entwicklungs-
hilfe.

10,4 10,2 10,1

82,5

11,0

42,3

38,2

59,9

57,9

16,3

10,5

59,7

Millionen

100

80

60

40

20

0

456,8

Die 457 Millionen Einwohner der EU verteilen sich nicht gleichmäßig über den
Kontinent: Einige Länder (oder Regionen) sind dichter bevölkert als andere. Deshalb
entspricht die Größe der Länder nicht immer der Anzahl ihrer Bevölkerung.

12

Bevölkerung am 1. Januar 2004 in Millionen Menschen

Quelle: Eurostat.

4,0

0,4

8,1

5,4

5,4

5,2

9,0

2,3

3,4

2,0

1,4

0,7

0,5

13

60 65 70 75 80 85

1962

1972

1982

1992

2002

67,2

68,6

70,3

72,2

74,8

72,9

75

77,2

79,1

81,1

Die Europäer werden immer älter

Die Europäer leben immer länger. 1960 geborene Personen können damit rechnen,
etwa 67 Jahre (Männer) bzw. 73 Jahre (Frauen) alt zu werden. Im Jahr 2002 geborene
Kinder werden voraussichtlich viel länger leben, nämlich fast 75 Jahre (Männer) und
über 81 Jahre (Frauen).

Vergleichszahlen der Vereinten Nationen zeigen, dass in Somalia, einem der ärmsten
Länder der Welt, zwischen 2000 und 2005 geborene Kinder nur eine Lebenser-
wartung von 46 Jahren (Männer) und 49 Jahren (Frauen) haben.

14

Alle Zahlen sind Schätzungen

Quelle: Eurostat.

Lebenserwartung bei der Geburt für Männer und Frauen in der EU-25, 1962–2002

1963 1968 1973 1978 1983 1988 1993 1998 2003

1,6

1,9

2,2

2,6

3,0

3,5

3,4

3,8

5

4

3

2

1

0

%

1,8

Vor vierzig Jahren konnte man auf dem Gebiet der EU-25 davon ausgehen, dass Frauen (durch-
schnittlich) mehr als 2,5 Kinder zur Welt bringen würden. Mittlerweile sind die Geburtenraten in
Europa jedoch zurückgegangen: Frauen bringen heutzutage weniger als (durchschnittlich) 1,5 Kinder
zur Welt. Da immer weniger Kinder in der EU geboren werden, sinkt auch die Zahl der Erwerbstätigen.
Wie unten dargestellt, müssen immer weniger Berufstätige immer mehr Rentner unterstützen.

Um die Größe seiner Erwerbsbevölkerung konstant zu halten oder zu erhöhen, benötigt Europa eine
Kombination aus qualifizierten Einwanderern, lebenslangem Lernen, mehr berufstätigen Frauen und
mehr Personen, die nach Erreichen des Rentenalters noch einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen.
Mehr Kinder wären ebenfalls hilfreich!

15

Quelle: Eurostat.

Bevölkerungsanteil der über 79-Jährigen, 1963–2003, EU-25

Gesamtbevölkerungswachstum (blaue Linie) und Nettozuwanderung (rote Linie) in der EU-25, je 1 000 Einwohner, 1992–2003

1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003

5

4

3

2

1

0

4,4

2,9

4,9*

4,5*

Europa: eine neue Heimat

Die Bevölkerung Europas wächst aufgrund des natürlichen Wachstums (d. h. mehr Geburten als
Todesfälle) und der Nettowanderung (d. h. in die EU wandern mehr Menschen zu als ab).

Heute ist die Nettozuwanderung der hauptsächliche Grund für das Bevölkerungswachstum der
EU. Ohne Einwanderung wäre die Einwohnerzahl in Deutschland, Griechenland und Italien im
Jahre 2003 zurückgegangen. Durch die Zuwanderung erhält die EU-Erwerbsbevölkerung die so
dringend benötigte Auffrischung.

16

Quelle: Eurostat.

1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002

800

700

600

500

400

300

200

100

0

397

384,5

352,2

EU-25

EU-15

Europa ist traditionell gastfreundlich und bietet Flüchtlingen aus aller Welt Schutz vor
Krieg und Verfolgungen. Die Zahl der Asylbewerber steigt in Kriegszeiten wie beispielsweise
Anfang der 90er Jahre während des Balkankonflikts. Die Zahl der Asylanträge in der EU ist
seitdem gesunken und war im Jahre 2002 nicht höher als im Jahre 1990.

Anzahl der Asylanträge, in 1 000, in der EU-25, 1990–2002

17

Quelle: Eurostat.

18

Lebensstandard

Ein hoher Lebensstandard hängt von einer Reihe
Faktoren ab, wozu auch Wohlstand und Gesundheit
gehören. Wie wohlhabend und gesund sind die
Europäer? Die Antwort variiert von Land zu Land.

Eine grobe Vorstellung über den Lebensstandard in
einem bestimmten Land erhält man, wenn man den
gesamten Wert aller in einem Kalenderjahr erzeugten
Güter berechnet (das „Bruttoinlandsprodukt“ – BIP)
und dann durch die Anzahl der Einwohner dividiert.

Da die Preise in den einzelnen Ländern voneinander
abweichen, müssen die Preisunterschiede bereinigt
werden, bevor der Lebensstandard verglichen werden
kann. Dies erfolgt durch die Ermittlung des Preises
eines vergleichbaren und repräsentativen Waren- und
Dienstleistungskorbs in den einzelnen Ländern. Diese
Zahl wird nicht in nationalen Währungen, sondern in
einer gemeinsamen künstlichen Währung angegeben,
die als „Kaufkraftstandard“ (KKS) bezeichnet wird.

Durch Gegenüberstellung des BIP je Einwohner in KKS
erhält man einen recht guten Vergleich für den
Lebensstandard in den verschiedenen Ländern.

40 000

35 000

30 000

25 000

20 000

15 000

10 000

5 000

0

24 400

21 400

6 800

3 900

32 900

Wie wohlhabend sind die Europäer?

Der Lebensstandard in Europa hat im letzten Jahrzehnt erheblich zugenommen. 1995 belief
sich das BIP je Einwohner (in KKS) in der EU-25 auf 15 200. Acht Jahre später ist es auf
21 400 gestiegen.

Europa genießt mit den höchsten Lebensstandard der Welt.

19

Zahlen für Russland und China für 2001.

Quelle: Eurostat.

BIP je Einwohner in KKS 2003

50 000

45 000

40 000

35 000

30 000

25 000

20 000

15 000

10 000

5 000

0

45 900

28 300

26 200 26 100 25 800 25 300 25 200 24 600 24 300

23 700

23 100 22 800 21 400

Der Lebensstandard in der EU unterscheidet sich von Land zu Land. Das BIP pro Einwohner in KKS ist in Luxem-
burg am höchsten und in Lettland am niedrigsten. Die EU will die europäische Wirtschaft stärken, sie wettbe-
werbsfähiger machen und mehr Arbeitsplätze schaffen, damit wir alle einen höheren Lebensstandard genießen
können.

BIP je Einwohner in KKS 2003

20

Quelle: Eurostat.

20 900

17 400 17 300 16 400 16 000 15 800

14 700

12 900 11 100 10 400

9 800 9 800 8 800

21

Guyane (FR)

Guadeloupe Martinique

Réunion

Canarias (ES)

Açores (PT)

Madeira

0

km

100

500

Der Lebensstandard unterscheidet sich auch innerhalb eines Landes. Wie die Karte zeigt, liegt das BIP pro
Einwohner in KKS in einigen Regionen der EU unter 50 % des Durchschnitts der EU-25. In anderen Regionen
ist er 25 % höher als im Durchschnitt der EU-25.

Mit Hilfe der Strukturfonds der EU sollen diese Unterschiede ausgeglichen und die Lebensverhältnisse in den
ärmeren Regionen verbessert werden. Mehr als 35 % des EU-Haushalts werden zur Wirtschaftsförderung in
diesen Regionen verwendet und stärken die EU als Ganzes.

BIP je Einwohner in KKS in Prozent des EU-25-Durchschnitts 2002

22

Die Zahlen entsprechen den am 25. Januar 2005 verfügbaren Daten. Die Zahlen für die französischen überseeischen Departements beziehen sich auf das Jahr 2000.

Quelle: Europäische Kommission.

Unter 50 %

50–75 %

75–90 %

90–100 %

100–125 %

125 % oder mehr

Keine Daten

300

250

200

150

100

50

0

252,7

141,5

151,7

75,6

Krebs

Ischämische Herzkrankheiten

Wie gesund sind die Europäer?

Rauchen, schlechte Ernährung und Bewegungsmangel erhöhen das Risiko, an Krebs oder ischämischen Herz-
krankheiten, bei denen verstopfte oder beschädigte Arterien zu wenig Blut zum Herz führen, zu erkranken.

In der EU sterben interessanterweise mehr Männer als Frauen an diesen Krankheiten und die betroffenen
Bevölkerungsgruppen unterscheiden sich von einem Mitgliedstaat zum anderen erheblich. Im Jahre 2000 hatte
Ungarn die höchste Sterbeziffer bei Krebs, während bei ischämischen Herzkrankheiten Estland an der Spitze
stand. Die Zahl der Krebstoten war in Finnland am geringsten, während Frankreich die geringste Sterbeziffer der
EU bei ischämischen Herzkrankheiten aufwies.

Todesfälle durch Krebs und ischämische Herzkrankheiten pro 100 000 Einwohner, EU-25, im Jahr 2000

23

Quelle: Eurostat.

66

60

58

57

48

48

47

47

46

43

40

40

40

70

60

50

40

30

20

10

0

Sport ist gut für die Gesundheit. Eine Ende 2004 durchgeführte Eurobarometer-Umfrage hat ergeben, dass 38 % der EU-Bürger sich
mindestens einmal in der Woche sportlich betätigen. Dieser Anteil unterscheidet sich von Land zu Land: Er ist in Skandinavien am höchsten
und in einigen südlichen Ländern wie Portugal und einigen neuen Mitgliedstaaten wie Ungarn am niedrigsten.

Unter den neuen Mitgliedstaaten scheinen die Slowenen sportlich sehr aktiv zu sein.

24

Quelle: Eurobarometer.

Anteil der Befragten in den einzelnen Ländern, die nie Sport treiben, 2004

%

36

36

36

35

34

34

31

31

28

24

17

7

4

25

Ingesamt treiben mehr Männer als Frauen Sport, und je jünger die Befragten sind, desto
wahrscheinlicher ist es, dass sie sportlich aktiv sind.

Dargestellt ist der Anteil der Befragten in jedem EU-Land, die angeben, nie Sport zu treiben.

3 000

2 500

2 000

1 500

1 000

500

0

Renten Krankheit/Gesundheitsvorsorge Arbeitsunfähigkeit Arbeitslosigkeit

2 215,1*

1 490,1*

435,5*

333,1*

Sozialversicherungsausgaben pro Einwohner in KKS. Zahlen für EU-25, 2001

Eine gerechte und solidarische Gesellschaft

Es gibt zwar unterschiedliche Ausprägungen des europäischen Gesellschaftsmodells in den
einzelnen EU-Staaten, aber alle streben das Ziel einer gerechten und solidarischen
Gesellschaft an. Durch steuerfinanzierte Sozialversicherungssysteme (wie Renten-, Kranken-
und Arbeitslosenversicherungen) sollen schwächere Bevölkerungsgruppen geschützt werden.
Die entsprechenden Aufwendungen pro Bürger variieren von Land zu Land.

Aufgrund der Alterung der Bevölkerung müssen die Erwerbstätigen immer mehr Rentner unterstützen. Um diesem Trend Rechnung zu tragen
und die Sozialausgaben unter Kontrolle zu halten, müssen die EU-Staaten ihre Sozialversicherungssysteme umgestalten. Das europäische
Gesellschaftsmodell muss modernisiert werden, um es für künftige Generationen zu bewahren.

26

Quelle: Eurostat.

27

Bildung, Forschung und
die Informationsgesellschaft

Ziel der EU ist es, der dynamischste wissensbasierte
Wirtschaftsraum der Welt zu werden. Dies bedeutet
erhebliche Ausgaben für die Forschung (die Quelle des
neuen Wissens) sowie die Aus- und Fortbildung, wo-
durch die Menschen Zugang zu neuem Wissen erhalten.

Von besonderer Bedeutung sind die Weiterbildung der
Arbeitnehmer im Bereich der Informationstechnik
sowie ein einfacherer und rascherer Internetzugang für
Schulen, Unternehmen und Privatleute.

Eine florierende Wirtschaft setzt voraus, dass die
Menschen länger arbeiten und während ihres Arbeits-
lebens neue Fähigkeiten erwerben. Das Schlagwort
lautet „lebenslanges Lernen“. In der EU ist die Zahl der
Erwachsenen, die an Fortbildungskursen teilnehmen,
auf 9,4 % im Jahre 2004 angestiegen.

Da sich die Europäische Union auf dem Weltmarkt um
wirtschaftlichen Erfolg bemüht, muss sie mit starken
Wettbewerbern wie Japan und den Vereinigten Staaten
konkurrieren.

7,31

6,28 6,24 6,13

5,56

10

9

8

7

6

5

4

3

2

1

0

% BIP

8,50

6,11 5,92 5,91

5,70

5,76 5,75

5,48

Bildung: Investitionen in Menschen

Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg – für den Einzelnen und für die EU als Ganzes. Wie viel gibt jeder
EU-Mitgliedstaat für die Bildung seiner Bürger aus?

Öffentliche Gesamtausgaben für Bildung in Prozent des BIP, 2001

28

DK: Zahlen ohne nicht-tertiäre Bildung nach dem Sekundarbereich.
FR: Zahlen ohne französische überseeische Departements.
CY: Zahlen beinhalten finanzielle Hilfen für im Ausland Studierende.
LU: Zahlen ohne tertiäre Bildung.
PT: Zahlen ohne Ausgaben der kommunalen Ebene.

Quelle: Eurostat.

5,15 5,10* 4,99 4,98

4,69 4,57

4,47 4,41 4,35 4,16

4,03 3,90 3,84

29

100

80

60

40

20

0

%

93,6

89,3

87,5

86,6 85,7 85,2 85,0 83,8

80,2 78,4 78,2 77,0 76,8

Eine Ausbildung über die Schulpflicht hinaus – insbesondere eine Universitätsausbildung – ist für viele Menschen die
Grundlage eines zufrieden stellenden Berufslebens und entscheidend, damit die EU über gut ausgebildete Arbeits-
kräfte verfügt. Es ist eine gute Nachricht, dass in den meisten EU-Ländern immer mehr 18-Jährige studieren.

Anteil der 18-Jährigen an der Bildung (alle Ebenen), 2002

30

Die Zahlen in einigen Ländern können durch die Tatsache beeinflusst sein, dass die Sekundarstufe nicht so lange dauert wie in anderen Ländern.
BE: Zahlen ohne unabhängige Privatinstitutionen.
CY und LU: Die meisten Studenten studieren im Ausland und werden nicht erfasst.

UK: Bevölkerungszahlen für 2001.

Quelle: Eurostat.

76,6 76,1 75,9 73,3 73,2

70,3

69,1 68,7

63,8

60,5 56,9 56,6

23,2

31

101 016

222 340

300 233

83 675

100

90

80

70

60

50

40


30

20

10


0

Geisteswissenschaften Jura Wissenschaften Ingenieurwissenschaften,
und Kunst Fertigung und Bau

67 396

95 732

172 575

124 222

1 000

Welche Fächer studieren die Europäer?

Frauen, deren Bildungsniveau vor einer Generation niedriger war als das der Männer, haben mittlerweile auf-
geholt. Im Jahre 2001 haben in der EU mehr Frauen als Männer einen höheren Bildungsabschluss erzielt. Je
nach Geschlechtszugehörigkeit wählen die Europäer unterschiedliche Fächer für ihr Studium: Männer ent-
scheiden sich eher für Wissenschaften, Computertechnik und Ingenieurwissenschaften, während sich Frauen
eher für Kunst, Geisteswissenschaften und Jura entscheiden.

Europa braucht für alle Lebensbereiche gut ausgebildete Menschen. Insbesondere müssen mehr Frauen berufs-
tätig sein und mehr Wissenschaftler (beider Geschlechter) lebensnotwendige Forschungsarbeiten durchführen.

Hochschulabschlüsse nach Geschlecht und Fachbereich, EU-25, 2001

32

Quelle: Eurostat.

10

8

6

4

2

0

Niveau 0–2 Niveau 3–4 Niveau 5–6

%

11,1

8,3

4,7

Bessere Berufsaussichten durch bessere Ausbildung

Je geringer die Ausbildung, desto größer die Gefahr von Arbeitslosigkeit. Absolventen des Tertiärbereichs
(z. B. Personen mit Hochschulabschluss) haben doppelt so gute Beschäftigungsaussichten wie Personen,
die nur eine Primarschule oder die Sekundarstufe I besucht haben.

Arbeitslosenrate nach Bildungsniveau, EU-25, 2003, für die Altersgruppe 25–64

33

Quellen: Eurostat, Arbeitskräfteerhebung, Frühjahr.

Niveau 0-2: Absolventen bis zu Sekundarstufe I

Niveau 3-4: Absolventen der Sekundarstufe II

Niveau 5-6: Absolventen des Tertiärbereichs

97

97

96

96

94

94

93

92

90

90

89

88

87

100

80

60

40

20

0

Informationstechnik: ein wichtiges Hilfsmittel

In der gesamten EU haben immer mehr Unternehmen und Haushalte einen Internetanschluss und zunehmend erfolgen
Geschäftstransaktionen online, was die Effizienz fördert. Im Jahre 2004 hatten 89 % der Unternehmen und 42 % der Haushalte in
der EU Zugang zum Internet.

34

Es sind nur Unternehmen mit zehn oder mehr Beschäftigten berücksichtigt.
Die Zahlen für FR und LU gelten für 2003.

Quelle: Eurostat.

Anteil der Unternehmen mit Internetzugang, 2004

%

35

87

87

87

85

85

83

82

81

78

77

:

:

:

In diesem Bereich gibt es jedoch große Unterschiede innerhalb der EU. Beispielsweise
hatten 69 % der Haushalte in Dänemark im Jahre 2004 Zugang zum Internet, in Ungarn
jedoch nur 14 %. Die EU will gewährleisten, dass alle Bürger einen schnellen und zuver-
lässigen Internetzugang haben und die erforderlichen Fähigkeiten zum Umgang mit der
Informationstechnik besitzen. Die „digitale Kluft“ zwischen den Bürgern verschiedener
Länder und Regionen muss verringert werden.

Forschung – entscheidend für die Zukunft

Forschung und Entwicklung (FuE), insbesondere im Bereich der neuen Technologien, ist der Schlüssel zu mehr
Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen in der Zukunft. Deshalb zielt die neue Strategie der EU (seit 2000) auf
viel höhere Investitionen im Bereich Forschung ab, um den USA und Japan auf Augenhöhe begegnen zu können.

Obwohl die Gesamtinvestitionen im Bereich FuE in Japan geringer sind als in der EU, belief sich der japanische
Investitionsaufwand im Bereich Forschung auf über 3 % seines BIP im Jahre 2001. Die entsprechende Zahl für die
USA belief sich auf 2,8 %. Die EU, die im Jahre 2001 nur 1,9 % ihres BIP für die Forschung ausgab, will diese Zahl
bis 2010 auf 3 % steigern.

36

Zahlen für die EU-25 ohne LU und MT.

Quellen: Eurostat und OECD.

Mrd.

Gesamtausgaben für FuE in Mrd. EUR, in der EU-25,

Japan und den Vereinigten Staaten, 1995, 1998, 2001 und 2002

37

Arbeiten in der
Europäischen Union

Die Beschäftigung gehört zu den obersten Prioritäten
der EU. Um zum dynamischsten und wettbewerbs-
fähigsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt
zu werden, müssen mehr und bessere Arbeitsplätze
für die europäischen Bürger geschaffen werden.
Ferner muss Chancengleichheit gewährleistet werden,
damit alle, die arbeiten wollen, dies auch tun können.
Die EU strebt eine Beschäftigungsquote von 70 % bis
2010 an.

100

80

60

40

20

0

75,1

73,5 72,9 71,8

69,2

69,0 68,1 67,7 65,4 65,1 64,7

63,2 63,0

38

Quelle: Eurostat, Arbeitskräfteerhebung, Jahresdurchschnitt.

Wie viele Menschen arbeiten in der EU?

Im Jahre 2003 hatten 63 % der Personen im erwerbsfähigen Alter einen Arbeitsplatz. Die Beschäfti-
gungsquote variiert allerdings von Land zu Land. Außerdem ist sie für Männer und Frauen unter-
schiedlich.

%

Beschäftigungsquote, 2003

62,9

62,7 62,6 61,8

61,1 59,7 59,6 57,8 57,7 57,0 56,1 54,2

51,2

39

20

18

16

14

12

10

8

6

4

2

0

18,7

17,8

10,6

10,7

10,5

9,7

9,7

9,7

9,1

9,0

8,9

8,3

7,8

Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist entscheidend für die EU. Die Arbeitslosenquote variiert von Land zu Land,
und oft auch von Region zu Region. Im Jahre 2003 wurde die niedrigste Arbeitslosigkeit in Bozen (Norditalien) ver-
zeichnet, die höchste Quote mit 31,8 % auf der Insel Réunion (gehört zu Frankreich).

Im Sommer 2004 betrug die Arbeitslosenquote in der gesamten EU 9,0 % gegenüber 5,4 % in den Vereinigten
Staaten.

Arbeitslosenquote, August 2004

40

EL: Zahlen für April bis Juni 2004.

IT: Zahlen für Juli bis September 2004.

Quelle: Eurostat.

%

7,7

7,0

6,8

6,2

5,9

5,8

5,3

5,0

4,6

4,5

4,5

4,5

4,3

41

1998 2003

1998 2003

1998 2003

5,2

6,2

27,8

25,5

66,0

69,2

Landwirtschaft

Industrie

Dienstleistungen

100

80

60

40

20

0

%

In welchen Sektoren wird gearbeitet?

In den 50er Jahren waren in der EU (damals nur sechs Länder) über 20 % der Menschen in der Land-
wirtschaft und rund 40 % in der Industrie beschäftigt. Bis 2003 waren diese Zahlen auf 5,2 % bzw.
25,5 % für die EU-25 gesunken.

Die meisten neuen Arbeitsplätze sind im Dienstleistungssektor entstanden, in dem mittlerweile zwei
Drittel der Arbeitnehmer in der EU tätig sind.

Quellen: Eurostat, VGR-Daten, Jahresdurchschnitt.

42

Anteil der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, in der Industrie und im Dienstleistungssektor,

EU-25, 1998 und 2003

39,7

85,2

33,9

67,7

50,3

30,8

15 – 24

25 – 54

55 – 64

Beschäftigungsquote nach Altersgruppe und Geschlecht, EU-25, 2003

Gleiche Chancen für alle?

In der EU verfügen in jeder Altersgruppe mehr Männer als Frauen über Arbeit, was in
manchen Fällen auf eine Diskriminierung am Arbeitsplatz, in anderen auf eine
persönliche Entscheidung oder auf kulturelle Traditionen zurückführen ist.

43

Quellen: Eurostat, Arbeitskräfteerhebung, Jahresdurchschnitt.

%

30

25

20

15

10

5

0

%

26

24

23

21

21

20

20

20

19

18

18

17

In allen EU-Mitgliedstaaten verdienen Frauen (durchschnittlich) weniger als Männer. Dieser geschlechtsspezifische Lohnunterschied
ist am größten in Zypern, wo im Jahre 2001 die Frauen 26 % weniger verdienten als Männer, und am geringsten (6 %) in Italien.
Wenn die EU die Zahl ihrer Erwerbsbevölkerung erhöhen will, sind bessere Arbeitsbedingungen und Löhne notwendig, um den
Arbeitsmarkt für Frauen attraktiver zu gestalten.

Die EU muss ebenfalls dafür sorgen, dass sowohl Männer als auch Frauen länger berufstätig sind. Die EU unternimmt besondere
Anstrengungen, um Personen aller Altersgruppen dabei zu helfen, einen Arbeitsplatz zu finden und zu behalten. Hierzu gehören
auch Maßnahmen zur Förderung der Teilzeitarbeit sowie zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

44

Quelle: Eurostat.

Geschlechtsspezifische Lohnunterschiede, 2001

%

45

17

17

16

16

16

14

15

12

12

11

10

9

6

46

Handel und Wirtschaft

Zu den wichtigsten Zielen der EU zählt der wirt-
schaftliche Fortschritt. In den letzten 50 Jahren und
insbesondere seit den 80er Jahren wurde intensiv
daran gearbeitet, die Schranken zwischen den Volks-
wirtschaften in der EU abzubauen und einen
Binnenmarkt zu schaffen, auf dem sich Waren,
Menschen, Kapital und Dienstleistungen ungehindert
bewegen können. Der Handel zwischen den EU-
Staaten hat stark zugenommen, und gleichzeitig hat
sich die EU zu einer bedeutenden Welthandelsmacht
entwickelt.

2 000

1 500

1 000

500

0

9 755,4

9 727,7

Mrd.

3 798,5

1 253,0

385,3

47

Quellen: Weltbank, Eurostat.

Wie viel produziert die EU?

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU, d. h. die Erzeugung von Waren und Dienstleis-
tungen einer Volkswirtschaft, wächst ständig. Seit der Erweiterung von 15 auf 25 Mitglied-
staaten liegt das BIP der EU auf dem gleichen Niveau wie das der Vereinigten Staaten.

BIP in Mrd. EUR, 2003

Mrd.

2 000

1 500

1 000

500

0

Mrd.

9 755,4

269,5

80,1

188,0

2 128,2

8,0

153,0

744,8

1 557,2

134,8

1 300,9

11,6

Obwohl das BIP in den neuen Mitgliedstaaten insgesamt geringer ist als in den alten Mitgliedstaaten, wächst es sehr zufrieden
stellend über den Durchschnitt der EU-15 hinaus. In allen EU-Mitgliedstaaten entfallen über 60 % des BIP auf den Dienstleis-
tungssektor (Banken, Fremdenverkehr, Transport und Versicherungen). Die Bereiche Industrie und Landwirtschaft haben zwar
immer noch einen großen Anteil, ihre wirtschaftliche Bedeutung hat in den letzten Jahren jedoch abgenommen.

BIP in Mrd. EUR, 2003

48

Die Zahl für Österreich ist nicht vollständig vergleichbar mit den Zahlen der anderen Länder.

Quelle: Eurostat.

Mrd.

9,9

16,3

24,0

73,2

4,3

454,3

226,1

185,2

130,5

24,6

28,8

143,3

267,3

1 591,4

49

50

100

80

60

40

20

0

%

82,4

79,9

79,2

78,4 77,2

76,7

75,1

74,3

72,0

71,7

71,6

71,5

Die EU – eine bedeutende Handelsmacht

Obwohl in der EU nur 7 % der Weltbevölkerung leben, erwirtschaftet sie rund ein Fünftel der weltweiten Ein- und Ausfuhren. Sie ist daher eine
bedeutende Handelsmacht, die eine wichtige Rolle auf der Weltbühne spielt.

Zwei Drittel des gesamten EU-Handels entfallen auf den Handel zwischen den EU-Mitgliedstaaten. Er ist daher lebensnotwendig für die Volks-
wirtschaften aller Mitgliedstaaten. Er macht mehr als die Hälfte des gesamten Handels in allen 25 Mitgliedstaaten aus und erreicht – wie die
Tabelle zeigt – in einigen Fällen sogar rund 80 %.

Anteil des Handels mit anderen EU-Mitgliedstaaten am Gesamthandel

der einzelnen Mitgliedstaaten, 2003

Quelle: Eurostat.

Der Binnenmarkt hat den Handel zwischen den EU-Mitgliedstaaten sehr vereinfacht, da
sich nun Waren, Menschen und Kapital und Dienstleistungen ungehindert durch nationale
Grenzen bewegen können. Der Binnenmarkt ist auch von Vorteil für die Verbraucher, die
nach Schnäppchen Ausschau halten können!

51

71,4

68,1

68,0 66,7 64,8 64,4

62,4

61,0

60,1

59,3

58,6

57,0

56,1

63,7

1

400

1

200

1

000

800

600

400

200

0

– 200

– 400

– 600

– 800

463

883

499

765

436

941

405

1 380

27

58

94

– 615

Wie die Tabelle unten zeigt, ist die EU einer der größten Warenexporteure. Die USA sind der
größte Ausfuhrmarkt der EU, und die meisten Waren, die in die EU importiert werden, kommen
aus den USA. Allerdings hat sich zwischen 1999 und 2003 der Handel der EU mit China mehr
als verdoppelt, und China ist mittlerweile der zweitgrößte Lieferant von Einfuhren in die EU.

Die EU ist auch ein wichtiger Handelspartner für die weniger entwickelten Länder. Durch diesen
Handel wird ihr Wirtschaftswachstum gefördert. Die EU ist einer der größten Importeure land-
wirtschaftlicher Erzeugnisse aus den Entwicklungsländern.

Internationaler Warenhandel, in Mrd. EUR, 2002

Quelle: Eurostat.

52

Mrd.

Ausfuhren

Einfuhren

Handelsbilanz

Andere

%

54,6

24,2

11,3

9,9

Anteil der offiziellen Entwicklungshilfe an der Gesamthilfe

von 22 der 30 OECD-Länder im Jahre 2004

Die EU bekämpft die Armut in der Welt

Trotz aller Fortschritte in den letzten Jahrzehnten ist Armut nach wie vor ein weltweites Problem. Im Jahre
2001 hatten 314 Millionen Menschen in den Ländern südlich der Sahara weniger als einen Dollar pro Tag
zum Leben zur Verfügung. Selbst in Europa und Zentralasien betrug diese Zahl 18 Millionen Menschen.

Als wichtige Handelsmacht hat die EU eine große Verantwortung bei der Bekämpfung der Armut in der
Welt und der Förderung einer globalen Entwicklung. Sie macht ihren Einfluss innerhalb der
Welthandelsorganisation (WTO) geltend, damit faire Regeln für den Welthandel bestehen, und die
Globalisierung allen Nationen – auch den ärmsten – zugute kommt. Die EU ist weltweit auch der größte
Geber von offizieller Entwicklungshilfe.

53

Vorläufige Zahlen.

Die Angaben für die EU-15 beinhalten von den EU-Organen verwaltete Hilfsmaßnahmen.

Quelle: OECD.

Verkehr, Energie und
Umwelt

Verkehr und Energie sind für die Wirtschaft in der EU
unabdingbar. Europäer und die Erzeugnisse, die sie in
immer größerer Menge und Vielfalt verbrauchen,
werden mit einer Vielfalt von Verkehrsmitteln, vor
allem jedoch auf der Straße, quer durch den Konti-
nent befördert.

Einhergehend mit dem Wachstum der Wirtschaft
nehmen auch Verkehr und Energiebedarf zu. Dieser
Anstieg führt allerdings zu mehr Staus und einem
höheren Treibstoffverbrauch, wodurch wiederum die
Umweltverschmutzung zunimmt. Dies sind europa-
weite Probleme, die auf EU-Ebene beschlossene,
europaweite Lösungen erfordern.

Die EU berücksichtigt bei all ihren politischen
Entscheidungen Umweltbelange, und eine nach-
haltige Entwicklung hat höchste Priorität.

54

% 0 1 0 2 0 3 0 4 0 5 0 6 0 7 0 8 0 9 0 1 0 0

2000

2010

2030

2000

2010

2030

2000

2010

2030

2000

2010

2030

77,8

76,6

74,7

8,9

8,7

7,3

7,3

7,8

7,7

5,4

6,3

9,7

Flugzeug

Zug

Öffentlicher
Straßenverkehr

Private Pkw

Auf Reisen

Auf Eisenbahnen und die Binnenschifffahrt (d. h. auf Flüssen und Kanälen), die einst so wichtig für
die Beförderung von Waren und Passagieren in Europa waren, entfällt jetzt nur noch ein geringer
Anteil des Gesamtverkehrs. Drei Viertel des Frachtverkehrs in der Europäischen Union und mehr als
drei Viertel des Personenverkehrs in der EU entfallen auf die Straße.
Es wird davon ausgegangen, dass der Straßenverkehr die bei weitem wichtigste Verkehrsart für die
Personenbeförderung bleiben und auch der Luftverkehr weiter zunehmen wird.
Um Staus auf der Straße zu verringern und die Umwelt zu verbessern, ermutigt die EU die Bürger, öffentliche
Verkehrsmittel zu nutzen, und fordert die Transportunternehmen auf, möglichst viel Fracht auf Zügen, Schlepp-
kähnen und Schiffen zu transportieren. Um der Überlastung der europäischen Flughäfen entgegenzuwirken, schafft die EU
ein einheitliches europäisches Flugsicherungssystem („einheitlicher europäischer Luftraum“).

Anteil der Nutzung von vier Verkehrsarten für die Personenbeförderung in der EU-25 am gesamten

Personenverkehr in Passagierkilometern, 2000, 2010 und 2030

55

Quelle: Europäische Kommission.

200 000

150 000

100 000

50 000

0

– 50 000

826 287*

1 000 toe

45 336

10 895

– 8 523

209 524*

1 485

23 214

107 041

132 895

13 661

153 021

2 569

Energieversorgung

Zwei EU-Mitgliedstaaten (Dänemark und das Vereinigte Königreich) sind dank ihrer Öl- und Gasreserven in der Nordsee Netto-
energieexporteure. Die EU insgesamt hängt jedoch weitgehend von Energieeinfuhren ab. Im Jahre 2003 stammten rund ein Drittel
der Öleinfuhren der EU aus Russland. Insgesamt erzeugt die EU nur ungefähr die Hälfte der von ihr verbrauchten Energie.

56

(1) Eine Tonne „RÖE“ entspricht 10 Gigakalorien. Dies ist ungefähr der Energiegehalt einer Tonne Rohöl.
Quelle: Eurostat.

Nettoeinfuhren von Primärenergie, 2002, in tausend Tonnen Rohöleinheiten (RÖE) (1)

1 000 RÖE

2 422

3 752

3 939

14 643

1 324*

31 294

20 275

10 049

22 252

3 435

12 120 18 805

19 762

– 28 904

57

Durch die Abhängigkeit von Energieeinfuhren, insbesondere von Öl, ist Europa bei inter-
nationalen politischen Krisen, wie der Ölkrise von 1973, verwundbar. Daher arbeitet die EU
intensiv am Ausbau der eigenen Energiequellen, einschließlich der erneuerbaren Energien.

70

60

50

40

30

20

10

0

%

66,0

46,9

39,3

25,9

23,7

20,8

19,9

18,6

14,3

13,8

13,4

12,7*

Quelle: Eurostat.

Reserven fossiler Energieträger (Kohle, Öl und Erdgas) sind begrenzt und bei ihrer Verbrennung wird
Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben, was zur Erderwärmung beiträgt. Daher unternimmt die EU
verstärkt Anstrengungen zur Entwicklung sauberer, erneuerbarer Energieträger wie Wind- und Solar-
energie sowie Wasserkraft und geothermische Energie. Bis 2010 sollen 21 % des Strombedarfs der EU
durch erneuerbare Energiequellen gedeckt werden.

58

Anteil erneuerbarer Energieträger an der Stromerzeugung, 2002

8,1*

6,0

5,4

4,6

3,6

3,2

2,9

2,8

2,3

2,0

0,7

0,5

0,0

0,0

59

25

20

15

10

5

0

22,62

19,50

18,27

16,98

14,40

14,22

14,6

13,65

13,50

12,56

12,17

11,42

Die Gas- und Strompreise für die Haushalte unterscheiden sich in der EU erheblich von Land zu Land, insbesondere wenn man die nationalen
Steuern berücksichtigt. Zur Senkung dieser Preise öffnet die EU die nationalen Elektrizitätsmärkte einem größeren Wettbewerb und entwickelt
gleichzeitig transeuropäische Netze, über die Energie in der ganzen EU billiger und effizienter bereitgestellt werden kann.

Strompreise für Haushalte in Euro pro 100 Kilowattstunden, Januar 2004, einschließlich Steuern

60

Quelle: Eurostat.

10,88

10,79

10,79

10,10

9,92

8,78

8,07

7,99

6,49

6,71

6,32

5,88

5,75

61

40

35

30

25

20

15

10

5

0

–5

–10

°C

–1

–5

23

–2

22

–3

24

–10

20

6

33

2

31

1

25

1

20

5

30

5

37

–10

22

23

Umweltschutz

Generell verfügt Europa über ein gemäßigtes Klima, weshalb es hervorragend für die Landwirtschaft geeignet ist. Allerdings gibt es große Unter-
schiede zwischen dem arktischen Norden und dem mediterranen Süden sowie zwischen den milden Klimazonen der Küstengebiete und dem
Kontinentalklima mit heißen Sommern und kalten Wintern.

Durchschnittliche Mindesttemperaturen im Januar und durchschnittliche Höchsttemperaturen

im Juli in den Hauptstädten der EU-25

Quelle: Britischer Wetterdienst.

62

–11

23

–1

23

– 4

28

10

29

–1

22

– 4

25

– 6

24

8

27

– 4

27

–3

26

–9

22

–5

22

2

22

63

Durchschnittliche Höchsttemperatur im Juli

Durchschnittliche Mindesttemperatur im Januar

Das europäische Klima sorgt für eine herrliche Naturvielfalt und eine äußerst produktive
Landwirtschaft. Eine große Gefahr droht jedoch durch den globalen Klimawandel, der ein
ernsthaftes Problem für die Erde insgesamt darstellt. Die EU steht an der Spitze der welt-
weiten Bemühungen, diese Herausforderung zu bewältigen.

150

100


50

0

92,5

92,0

79,0

79,0

125,0

115,0

100,0

113,0

93,5

92,0

91,0*

92,0

97,1

102,1

74,3

99,2

81,1

92,0

44,8

126,5

139,4

98,1

128,9

109,0

36,9

2002

2008 –12

Zu den Ursachen der Erderwärmung gehören die „Treibhausgase“, die von Kraftfahrzeugen, Kraftwerken, landwirtschaftlichen Be-
trieben und Fabriken in die Atmosphäre abgegeben werden. Diese Gase enthalten Kohlendioxid (CO

2) und Methan.

Aufgrund des im Jahre 2005 in Kraft getretenen Kyoto-Protokolls hat sich die EU-15 verpflichtet, die Treibhausgasemissionen (im
Vergleich zu 1990) bis 2008-2012 um 8 % zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die EU-15-Mitgliedstaaten eine Lasten-
teilungsvereinbarung abgeschlossen, wonach einige Länder ihre Emissionen erhöhen können, während die meisten der wirtschaftlich
stärkeren Mitgliedstaaten ihre Emissionen reduzieren müssen. Für acht Länder, die der EU im Jahre 2004 beigetreten sind, gelten
individuelle Zielvorgaben. Für Zypern und Malta wurden noch keine Zielwerte festgelegt.

Treibhausgasemissionen im Jahr 2002 und Zielvorgaben für 2008-2012

in Prozent gegenüber dem Niveau von 1990

64

Einige EU-Mitgliedstaaten haben ein anderes Referenzjahr als 1990 gewählt. Dementsprechend wird die jeweilige Verringerung berechnet.

Quellen: Europäische Umweltagentur, Europäisches Themenzentrum für Luft und Klimaänderung.

%

92,0

72,0

94,0

94,0

87,0

94,0

127,0

92,0

92,0

100,0

104,0

39,8

84,9

69,0

128,5

100,6

108,5

67,7

141,0

98,7

71,8

106,8

96,3

85,1 87,5

113,1

93,0

65

Da die Emissionen nicht in ausreichendem Maße verringert wurden, sind entschlossene
Maßnahmen aller EU-Bürger nötig, um die Ziele von Kyoto zu erreichen.

Die Vereinigten Staaten haben das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert.

Zusammenleben in Europa

Die Bürger der EU lernen einander immer besser
kennen und entwickeln ein Zusammengehörigkeits-
gefühl als Europäer, obwohl nicht alle von der EU
begeistert sind. Viele verbringen ihren Urlaub in
einem anderen europäischen Land und dank der Frei-
zügigkeit in der EU studieren oder arbeiten immer
mehr Bürger im Ausland. Überdies lernt ein hoher
Anteil der europäischen Schüler zumindest eine
europäische Fremdsprache.

66

Sehr zufrieden

Ziemlich zufrieden

Nicht sehr zufrieden

Überhaupt nicht zufrieden

Glückliche Europäer mit gemeinsamen Sorgen

In einer im Herbst 2004 durchgeführten Eurobarometer-Umfrage gaben acht von zehn EU-
Bürgern an, dass sie mit ihrem Leben ziemlich oder sehr zufrieden sind. Die meisten blicken
optimistisch in die Zukunft. Der Anteil der „sehr Zufriedenen“ belief sich auf 23 %, gegenüber
19 % in den Herbstumfragen der Jahre 2002 und 2003.

Der Anteil der Befragten, die angaben, dass sie überhaupt nicht zufrieden sind, ist im letzten
Jahrzehnt mit 4 % relativ gering geblieben.

Anteil der EU-25-Bürger, die mit ihrem Leben sehr zufrieden, ziemlich zufrieden,

nicht sehr zufrieden oder überhaupt nicht zufrieden sind, 2004

67

Quelle: Eurobarometer.

%

Arbei

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Preise

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46

27

24

16

16

16

13

12

8

6

4

3

2

2

50

40

30

20

10

0

Auße

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Inflation

Obwohl sie im Allgemeinen mit ihrem Leben zufrieden sind, haben die Europäer Sorgen
und Probleme. Drei von vier Befragten machen sich Sorgen über die Arbeitslosigkeit und
die Wirtschaftslage, die als die beiden wichtigsten Probleme in ihrem Land angegeben
werden. Nur 16 % zählten den Terrorismus zu den beiden Hauptproblemen.

Obwohl die Ergebnisse sich von Land zu Land unterscheiden und somit die Vielfalt der
Kulturen und Meinungen in der EU wiedergeben, zeigt die Umfrage, dass die EU-Bürger
viele Sorgen gemeinsam haben.

68

Quelle: Eurobarometer.

Anteil der EU-25-Bürger, die eines der Themen zu den beiden Hauptproblemen

ihres Landes im Jahre 2004 zählen

%

40

30

20

10

0

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Kunst, Geiste

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25

14

7

7

5

4

3

3

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Com

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Gemeinsam studieren

Immer mehr junge Menschen absolvieren eine Ausbildung im europäischen Ausland. Dies
ist weitgehend Initiativen der EU zu verdanken, beispielsweise dem Programm Erasmus,
das seit seiner Einführung im Jahre 1987 die Mobilität von mehr als einer Million
Studenten und Lehrern in Europa gefördert hat.

Mit der Einführung von Erasmus Mundus im Jahre 2004 wurde dieses Programm weltweit
ausgedehnt.

Anteil der 2002 und 2003 von den Erasmus-Studenten belegten Fächer

69

Quelle: Europäische Kommission.

%

37

32

16

24

3

27

79

8

48

44

12

2

29

1

13

36

4 5

18

7

1

32

4

4

7

15

4

28

18

3

57

6

2

23

1

14

100

80

60

40

20

0

Quelle: Europäische Kommission.

Plaudern mit den Nachbarn

Nach einer Eurobarometer-Umfrage gaben im Jahre 2001 mehr als die Hälfte der Befragten in der EU-15 an, dass sie neben ihrer Mutter-
sprache mindestens eine weitere europäische Sprache sprechen. Die am häufigsten von Nicht-Muttersprachlern verwendeten Sprachen sind
Englisch, Französisch und Deutsch. In den zehn Ländern, die der EU 2004 beigetreten sind, ist Russisch weit verbreitet.

70

Anteil der Bürger, die Englisch, Französisch und Deutsch als Fremdsprache nutzen, 2002

13

20

2

13

2

46

85

81

14

84

9

2

75

12

57 55

9

3

21

3

16

22

16

3

3

46

4

38

13

2

20

50

1

12

76

7

22

11

6

Sich in einer Fremdsprache unterhalten zu können, ist in vielfältiger Hinsicht nützlich – Studium im
Ausland, Reisen, geschäftliche Kontakte und internationale Freundschaften – und eröffnet eine
Vielzahl von Beschäftigungsmöglichkeiten. Deshalb fordert die EU alle ihre Bürger auf, neben ihrer
Muttersprache zwei weitere Fremdsprachen zu lernen.

71

Englisch

Französisch

Deutsch

EU-25

56

13

73

6

45

10

61

13

60

12

52

10

61

9

72

7

56

14

77

4

57

14

52

15

14

%

100

80

60

40

20

0

40

(*) Ausweichende („weiß nicht“) und unverbindliche Antworten wurden nicht berücksichtigt.

Quelle: Eurobarometer.

Befürworter oder Skeptiker?

Die Unterstützung der EU in der Öffentlichkeit unterscheidet sich von Land zu Land und schwankt im Laufe der Zeit. Laut einer jüngsten
Eurobarometer-Umfrage ist die Zustimmung zur Mitgliedschaft in der EU in den Ländern am stärksten, die der EU am längsten angehören.
In vielen Ländern, die 2004 beigetreten sind, liegen noch keine Ergebnisse vor.

72

Gute Sache

Schlechte Sache

Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft, in Prozent der Befragten, Herbst 2004 (*)

69

6

85

4

49

10

45

17

75

9

46

18

50

8

59

9

52

5

57

4

48

16

48

24

38

22

73

Das Land mit der geringsten öffentlichen Zustimmung zur EU ist das Vereinigte Königreich mit
seiner besonders „euro-skeptischen“ Presse. Am stärksten sind die Befürworter in Luxemburg,
einem kleinen Land mit hohem Lebensstandard, das zu den sechs Gründungsmitgliedern gehört.

Die Kandidatenländer

Hat sich ein Land um einen Beitritt zur Europäischen
Union beworben und wurde seine Bewerbung
offiziell akzeptiert, gilt es als Kandidatenland. Gegen-
wärtig gibt es vier Kandidatenländer: Bulgarien,
Kroatien, Rumänien und die Türkei.

Um der EU beitreten zu können, muss ein
Kandidatenland über ein stabiles, demokratisches
Regierungssystem und über Institutionen verfügen,
welche die Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der
Menschenrechte gewährleisten. Außerdem muss es
über eine funktionierende, wettbewerbsfähige
Marktwirtschaft verfügen sowie über eine Ver-
waltung, die in der Lage ist, die Rechtsvorschriften
und politischen Maßnahmen der EU umzusetzen.
Die besonderen Bedingungen für die Mitgliedschaft
der einzelnen Länder werden in Verhandlungen mit
der Europäischen Kommission erarbeitet.

Zwei der Kandidatenländer (Bulgarien und Rumänien)
haben die Beitrittsverhandlungen abgeschlossen und
dürften 2007 der EU beitreten.

74

1000

800

600

400

200

0

1 000 km 2

769,6

238,4

110,9

56,5

71,3

21,7

7,8

4,4

Millionen

100

80

60

40

20

0

Wie groß sind sie, und wie viele Menschen leben dort?

Das kleinste Kandidatenland ist Kroatien und das größte die Türkei.
Sollten alle vier Kandidatenländer der EU beitreten, würde ihre Bevölkerung um mehr als 100 Millionen
Menschen, d. h. rund 23 %, zunehmen.

Fläche in tausend
Quadratkilometer

75

Quelle: Europäische Kommission.

Zahlen für Kroatien gelten für 2003.

Quelle: Eurostat.

Bevölkerung im Jahre 2004,
in Millionen Menschen

45

30

30

28

100

80

60

40

20

0

%

Wie wohlhabend sind sie?

Vergleicht man ihr BIP in KKS pro Einwohner, sind die Kandidatenländer insgesamt weniger wohlhabend als die
EU-Mitgliedstaaten. Allerdings ist Kroatien mit 45 % des EU-25-Durchschnitts wohlhabender als das ärmste
der jetzigen EU-Mitgliedstaaten (Lettland 41 %).

BIP in KKS pro Einwohner 2003 in Prozent des EU-25 Durchschnitts

76

Quelle: Eurostat.

100

80

60

40

20

0

%

57,6

53,4

45,8

63,0

52,5

RO

HR

TR

,

,

,

,

,

,

,

,

,

,

,

,

,

,

,

,

Arbeitswelt

Die Wirtschaftsreformen in den letzten Jahren haben zu großen Veränderungen in den Kandidatenländern
geführt und dazu beigetragen, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Beschäftigungsquote ist in allen
Kandidatenländern niedriger als im Durchschnitt der EU-25, allerdings liegt der Wert in Bulgarien, Kroatien und
Rumänien höher als in Polen (dem EU-Mitgliedstaat mit der niedrigsten Beschäftigungsquote im Jahre 2003).

In den Kandidatenländern ist der Dienstleistungssektor (einschließlich Fremdenverkehr) wie in der EU-25 der
wichtigste Wirtschaftszweig. Allerdings sind in Bulgarien, Rumänien und der Türkei viel mehr Menschen in der Landwirt-
schaft beschäftigt als in der EU-25.

Beschäftigungsquote, 2003

Zahl für Kroatien gilt für 2002.

Quellen: Eurostat, Arbeitskräfteerhebung, Jahresdurch-

schnitt.

77

Beschäftigung nach Sektoren, 2003

Zahlen für Kroatien gelten für 2002.

Quelle: Europäische Kommission.

Land- und
Forstwirtschaft

Industrie

Bauwesen

Dienstleistungen

%

%

%

100

80

60

40

20

00

59

30

24

6

75

4

62

12

Begeisterte Europäer?

Im Herbst 2004 wurden Bürger in den Kandidatenländern im Rahmen einer repräsentativen
Eurobarometer-Umfrage gefragt, ob eine EU-Mitgliedschaft für ihr Land gut oder schlecht
sei. In drei Ländern hält eine klare Mehrheit eine EU-Mitgliedschaft für eine gute Sache,
nur in Kroatien sind die Meinungen eher geteilt.

Befürworter eines EU-Beitritts

nach Land in Prozent (*)

Gute Sache

Schlechte Sache

(*) Ausweichende („weiß nicht“) und unverbindliche Antworten wurden nicht berücksichtigt.

Quelle: Eurobarometer.

78

Gute Nachbarschaft

Durch die Erweiterung der EU in den Jahren 2004-2007 wird ein früher geteilter
Kontinent geeint und das Gebiet in Europa, in dem Stabilität und Wohlstand
herrschen sowie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gewährleistet und die
Menschenrechte geachtet werden, ausgedehnt.

Frieden, Demokratie, Stabilität und Wohlstand dürfen jedoch nicht an den Grenzen
der Europäischen Union enden. Die EU möchte keine erneute Teilung Europas. Sie will
sich nicht von ihren Nachbarn abschotten! Daher bemüht sich die EU um enge
Beziehungen zu ihren Nachbarn (Russland, Belarus, Ukraine, zur Republik Moldau,
zum Kaukasus und Balkan) sowie zu einem Kreis befreundeter Staaten im Nahen
Osten und Nordafrika.

Durch eine konstruktive Zusammenarbeit mit diesen Ländern bei politischen und
wirtschaftlichen Fragen sowie durch die Gewährung eines einfacheren Zugangs zu
ihrem Binnenmarkt will die EU Wohlstand, Stabilität und Demokratie in ihrer
Nachbarschaft fördern. Mit den Balkanländern hat die Europäische Union besondere
Assoziierungsabkommen abgeschlossen, die den Weg für einen späteren EU-Beitritt
ebnen sollen.

Im Zeitraum 2000–2006 wendet die EU nur rund ein Tausendstel ihres jährlichen BIP
für die Erweiterung auf. Dies ist ein geringer Preis für die Vorteile, die ein geeintes
Europa und eine stabilere Welt bieten.

79

Zusammenfassung

Die Europäische Union (EU) hat 25 Mitgliedstaaten und erstreckt sich über einen großen Teil des europäischen Konti-
nents. Mit dem Beitritt von zwei weiteren Ländern im Jahre 2007 wird die Bevölkerung der EU auf beinahe eine halbe
Milliarde Menschen anwachsen.

Ziel der Europäischen Union ist eine gerechte und solidarische Gesellschaft. Alle EU-Mitgliedstaaten streben nach
Frieden, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Achtung der Menschenrechte und arbeiten zusammen an der Wahrung
dieser Werte in der ganzen Welt.

Zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und des Wohlstands schafft die EU neue und bessere Arbeitsplätze und ver-
mittelt ihren Bürgern neue Qualifikationen. In Partnerschaft mit ihren Nachbarn bemüht sich die EU, Wohlstand und
Demokratie auch über ihre Grenzen hinaus zu verbreiten.

Mit Hilfe von Tabellen, Graphiken und anschaulichen Illustrationen bietet diese Broschüre grundlegende Fakten und
aktuelle Zahlen über die Europäische Union. Dabei werden interessante Vergleiche zwischen den einzelnen Mitglied-
staaten und manchmal auch mit anderen großen Volkswirtschaften angestellt.

Die Kandidatenländer für eine EU-Mitgliedschaft werden in einem eigenen Abschnitt behandelt.

Europäische Kommission

Fakten und Zahlen
über Europa und die Europäer

Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften

2006 – 79 S. – 24,5 x 16,2 cm

ISBN 92-894-9549-9

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Vertretungen und Büros der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments bestehen auch in den übrigen
Ländern der Europäischen Union. Delegationen der Europäischen Kommission bestehen in anderen Teilen der Welt.

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Über ganz Europa verteilt gibt es hunderte von örtlichen Informationszentren. Das für Sie am nächsten gelegene Infozentrum finden Sie
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Fakten und Zahlen
über Europa und die Europäer

Die Europäische Union (EU) hat 25 Mitgliedstaaten und
erstreckt sich über einen großen Teil des europäischen
Kontinents. Mit dem Beitritt von zwei weiteren Ländern im
Jahre 2007 wird die Bevölkerung der EU auf beinahe eine halbe
Milliarde Menschen anwachsen.

Ziel der Europäischen Union ist eine gerechte und solidarische
Gesellschaft. Alle EU-Mitgliedstaaten streben nach Frieden,
Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Achtung der Menschen-
rechte und arbeiten zusammen an der Wahrung dieser Werte
in der ganzen Welt.

Zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und des Wohlstands
schafft die EU neue und bessere Arbeitsplätze und vermittelt
ihren Bürgern neue Qualifikationen. In Partnerschaft mit ihren
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Amt für Veröffentlichungen

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