Arbeitsmaterialien für den Unterricht - Die Europäische Union und die Kultur
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Europa in Bewegung
Ein Europa der Völker bauen
Die Europäische Union und die Kultur
Europäische Kommission
Diese Veröffentlichung wird in allen Amtssprachen der Europäischen Union
herausgegeben: Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Italienisch,
Niederländisch, Portugiesisch, Schwedisch und Spanisch.
Europäische Kommission
Generaldirektion Presse und Kommunikation
Veröffentlichungen
B-1049 Brüssel
Manuskript abgeschlossen im Dezember 2001
Titelblattillustration: eine Szene aus „Pane e tulipani“ (Brot und Tulpen) von Silvio Soldini.
Dieser Film ist mit Unterstützung des MEDIA-Programms der Europäischen Union gedreht
worden. (Siehe S. 20)
Bibliografische Daten befinden sich am Ende der Veröffentlichung.
Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, 2002
ISBN 92-894-3176-8
© Europäische Gemeinschaften, 2002
Nachdruck gestattet.
Printed in Belgium
GEDRUCKT AUF CHLORFREIEM PAPIER
Ein Europa der Völker bauen
Die Europäische Union und die Kultur
2
Eine Kulturgemeinschaft
3
Kulturaustausch
5
Meisterwerke per Mausklick
Rundum Sprache
Förderung der Kreativität
10
Arbeit dank Toscanini
Urheberrechte: die Künstler schützen
Tingelndes Tanztheater
Schutz und Erschließung des Kulturerbes
14
Theater als Multimediaerlebnis
Öland rettet sein historisches Erbe
Ein ganz besonderer Wirtschaftssektor
18
Kulturvertrieb im Internet
Die Stellung der EU in der Welt
21
Kino rund ums Mittelmeer
Inhaltsverzeichnis
3
Bereits im Maastrichter Vertrag von
1992 bekundeten die Unterzeichner-
staaten ihren Willen, „den mit der
Gründung der Europäischen Gemein-
schaften eingeleiteten Prozess der
europäischen Integration auf eine
neue Stufe [zu] heben“, eine „immer
engere Union der Völker Europas [zu]
fördern“, und bekannten sich also zu
einem Europa der Völker. Und dieses
Europa der Völker definiert sich
wesentlich über die Kultur. Damit
wurde der EU erstmals eine eigene
Zuständigkeit für kulturelle Belange
übertragen.
Mit dem Vertrag von Maastricht
wurde außerdem auch das Konzept
der „Unionsbürgerschaft“ eingeführt,
die neben die nationale Staatsan-
gehörigkeit, nicht aber an deren Stelle
tritt. Die Unionsbürgerschaft steht für
Grundwerte, die allen Europäern
gemeinsam sind und auf deren Grund-
lage die Europäische Gemeinschaft
errichtet wurde. Ihr liegt aber auch
das großartige europäische Kulturerbe
zugrunde. Über geografische, religiöse
und politische Unterschiede hinweg
haben sich die künstlerischen, wis-
senschaftlichen und philosophischen
Strömungen in Europa im Laufe der
Jahrhunderte gegenseitig beeinflusst
und befruchtet und so das gemein-
same Erbe geschaffen, auf das sich die
verschiedenen europäischen Kulturen
heute beziehen. Bei allen Unterschie-
den haben die europäischen Völker
doch eine gemeinsame Geschichte,
die Europas Standort in der Welt defi-
niert und seine Eigenart ausmacht.
„Europäische Kultur“ meint einerseits
Achtung des kulturellen Ausdrucks
eines jeden Volkes, andererseits kul-
turellen Austausch und Zusammenar-
beit, aus denen jede Kultur schöpft
und die für alle eine Bereicherung dar-
stellen.
Die Gemeinsamkeiten der europäi-
schen Kulturen herausstellen und das
Zusammengehörigkeitsgefühl stärken,
ohne die kulturellen, nationalen und
regionalen Unterschiede zu verwi-
schen, zur Entfaltung und Verbreitung
der Kulturen beitragen – das sind die
Ziele, die sich die EU mit ihrer Politik
gesetzt hat.
Der Maastrichter Vertrag beschränkt
sich nicht darauf, der Kulturpolitik
denselben Stellenwert einzuräumen
wie allen anderen Bereichen politi-
schen Handelns auf europäischer
Ebene. Die EU wird darin erstmals ver-
pflichtet, kulturellen Aspekten in allen
Politikbereichen Rechnung zu tragen.
Die von ihr im Rahmen ihrer sozial-
oder regionalpolitischen Maßnahmen
bereitgestellten Fördermittel (von min-
destens 500 Mio. EUR jährlich)
machen deutlich, welch wichtige Rolle
Europa inzwischen im Bereich der Kul-
turförderung übernommen hat.
Eine Kulturgemeinschaft
4
Über ihr finanzielles Engagement hin-
aus sieht die EU ihre Aufgabe darin,
den kulturellen Austausch und die
Zusammenarbeit von Kulturschaffen-
den zu fördern und zur Verbreitung
künstlerischer Werke beizutragen. Sie
bemüht sich, Bürger, Künstler und
Fachleute in europäische Projekte und
Netzwerke einzubinden, künstlerische
Werke europaweit einem breiteren
Publikum zugänglich zu machen und
es den europäischen Völkern zu
ermöglichen, ihren individuellen Aus-
druck zu finden. In dieser Broschüre
werden dafür einige Projekte beispiel-
haft vorgestellt.
Die EU hat im Jahr 2000 erstmals ein
Rahmenprogramm mit rein kultureller
Ausrichtung aufgelegt, das Programm
„Kultur 2000“, das Pilotprojekte in
den Bereichen Kulturerbe, Überset-
zung und künstlerische Zusammenar-
beit umfasst. Dieses Programm bildet
die Grundlage für ein Tätigwerden der
EU auf kulturellem Gebiet. Mit einem
Budget von 167 Mio. EUR für vier
Jahre nimmt es sich gegenüber den
Gesamtausgaben der EU zwar eher
bescheiden aus, jedoch beziehen zahl-
reiche europäische Politikbereiche die
Kultur im weitesten Sinne auf hori-
zontaler Ebene ebenfalls mit ein.
Neben der Regional- und Sozialpoli-
tik, der Erziehungs- und Bildungspoli-
tik, wissenschaftlichen Forschungs-
programmen und Initiativen zur
Förderung von Sprachkenntnissen
wird durch Aktionen vor Ort für den
Gedanken eines Europas der Vielfalt
geworben, das sich aufgrund seines
gemeinsamen Erbes doch als Einheit
darstellt.
Ein Europa der Vielfalt, das die Wert-
schätzung von Unterschiedlichkeit
und kulturellem Dialog über seine
Grenzen hinausträgt, das ist ein zen-
trales Anliegen der von der EU mit
Drittländern geschlossenen Vereinba-
rungen. Die Erhaltung des Weltkul-
turerbes, die Kenntnis der kulturellen
Errungenschaften anderer Völker, die
Unterstützung von kulturellen Akti-
vitäten auf lokaler Ebene, der kultu-
relle Austausch zwischen den einzel-
nen Regionen und Ländern – all dies
trägt zur sozialen Entwicklung und zur
Völkerverständigung bei.
E i n E u r o p a d e r V ö l ke r b a u e n
5
Kulturaustausch
Als Beitrag zur Völkerverständigung und zur Verdeutlichung der
gemeinsamen Geschichte fördert die EU alle Gelegenheiten zur
Begegnung und zum Austausch zwischen den Bürgern Europas.
Sie setzt sich für die Schaffung eines gemeinsamen europäischen
Kulturraumes ein, aber auch für die Erhaltung der Eigenarten der
einzelnen Kulturen wie etwa der von Minderheiten gesprochenen
Sprachen.
Jedes Jahr werden mehrere Städte
vom Rat der Kultusminister zur
„Europäischen Kulturstadt“ gekürt.
Auf diese Weise konnten Athen, Avig-
non, Berlin oder Helsinki mit Unter-
stützung der EU internationale Kon-
zerte, Aufführungen, Ausstellungen
und Konferenzen veranstalten, zu
denen Künstler aus ganz Europa ein-
geladen waren. Dank dem Programm
zur Unterstützung von Städtepartner-
schaften knüpfen Tausende von
Gemeinden dauerhafte Beziehungen,
die die Grundlage für Zusammenar-
beit und gegenseitigen Austausch bil-
den. Auch die regelmäßig in ganz
Europa veranstalteten „Kulturtage“,
bei denen die Öffentlichkeit Gelegen-
heit hat, jahrhundertealte Kunst-
schätze (wieder) zu entdecken, sind
jedes Mal ein großer Erfolg.
Die Initiative „Netd@ys Europe“ soll
die Nutzung der neuen Medien im
Bereich Bildung und Kultur fördern
und die Menschen dazu bringen, aktiv
am kulturellen Leben teilzunehmen.
Jedes Jahr wird europaweit eine
Netd@ys-Woche veranstaltet. Schulen,
Jugendorganisationen und Kulturzen-
tren werden aufgefordert, ihre Arbei-
ten vorzustellen und sich darüber
auszutauschen. Dabei setzen die Teil-
nehmer die neuen Technologien
äußerst kreativ ein. Die Ergebnisse
können sich sehen lassen: Der Bogen
reicht von multimedialen Märchen,
Schülerartikeln zum Thema Kultur und
Geschichte bis hin zu Multimedia-
Darbietungen, virtuellen Ausstellun-
gen oder einem Workshop über die
Wirkungsweise von Werbung.
Neben Aktionen, die die Europäer zur
Begegnung und Zusammenarbeit ein-
laden, finanziert die EU zahlreiche
Projekte, die konkret dazu beitragen
sollen, Kultur und das Kulturerbe
einem möglichst großen Personenkreis
zu erschließen. Im Rahmen des Pro-
jektes „Debora“ (Digital access to
books of the Renaissance) werden
technische Hilfsmittel entwickelt, die
die digital erfassten Bestände mehre-
rer europäischen Bibliotheken aus
dem 16. Jahrhundert im Internet
zugänglich machen sollen. Debora ist
eines von vielen Projekten, mit denen
die EU Museen, Bibliotheken und
andere kulturelle Einrichtungen unter-
stützt, die ihre Sammlungen einer brei-
teren Öffentlichkeit zur Verfügung
stellen möchten.
6
Ob man Zugang zur Kultur hat, ist
auch eine Frage der Bildung. Das gilt
für die gegenwärtige Kultur ebenso
wie für die Kultur vergangener Tage
oder die fremder Völker. Unter sozia-
len Gesichtspunkten steht dabei die
Integration im Vordergrund. Die EU
fördert bei ihren Maßnahmen zuguns-
ten des Bildungswesens pädagogische
Aktivitäten, mit denen erreicht werden
soll, dass die Schüler ihr Kulturerbe
und die Vielfalt der Kulturen kennen
und schätzen lernen. In wirtschaftli-
cher Hinsicht geht es um die Wettbe-
werbsfähigkeit Europas. Erst kürzlich
wurde der Begriff „Bildung“ im Rah-
men der europäischen Politik neu defi-
niert. Heute ist allgemein anerkannt,
dass man nicht nur in der Schule lernt,
sondern auch außerhalb und danach.
Daher hat die EU ihre Programme um
neue Ansätze ergänzt. Zu den tradi-
tionellen Konzepten sind neue Inhalte
wie „lebenslanges Lernen“, „informelle
Bildung“ und „eLearning“ hinzuge-
kommen.
Im Ausland zu Gast
Mehrere EU-Programme fördern die
Mobilität von Angehörigen der Mit-
gliedstaaten, aber auch der EU-Bei-
trittskandidaten und anderer Länder
weltweit. Ob nun ein schwedischer
Architekt in Bologna erste Berufser-
fahrungen sammelt, ein französischer
Jugendlicher bei einem mehrmonati-
gen Aufenthalt im nördlichen Afrika
eine fremde Kultur entdeckt oder ein
junger Deutscher sechs Monate in
England verbringt, um seine Sprach-
kenntnisse zu verbessern – die Zahlen
sprechen für sich: Seit 1987 haben
über eine Million Studenten im Rah-
men des Bildungsprogramms „Sokra-
tes“ eine Zeit lang im Ausland stu-
diert, während das Programm „Jugend
für Europa“ seit 1995 über 400 000
Jugendlichen zu einem Auslandsauf-
enthalt verholfen hat.
Bei solchen Austauschprogrammen
lernt man eine andere Kultur auf ganz
natürliche Weise kennen. Einige Pro-
jekte sind explizit dem Thema Kultur
gewidmet. Bei einem im Rahmen von
Jugend für Europa für Teilnehmer aus
vier Mittelmeerländern (Algerien, Grie-
chenland, Italien und Tunesien) ver-
anstalteten Projekt ging es zum Bei-
spiel um Kunst und Kultur des
Mittelmeerraumes.
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7
MEISTERWERKE PER MAUSKLICK
Die europäischen Museen und Kunstgalerien bergen viele geheime Schätze. Leider ist es nur sehr beschränkt
möglich, diese Kunstwerke im Internet zu betrachten. Ob es den Museen an Geld mangelt oder ob es an
der Erfassung und Archivierung scheitert, es kommt aufs Gleiche hinaus: Wer eines dieser Meisterwerke
bewundern will, muss Hunderte von Kilometern zurücklegen. Technisch wäre es heute durchaus möglich,
auch über weite Entfernungen Einblick in die Sammlungen zu gewähren – und zwar in hervorragender
Qualität. Das Projekt „Artiste“, zu dem sich vier bedeutende europäische Museen (die Florenzer Uffizien,
die Londoner National Gallery, das Londoner Victoria and Albert Museum und der Pariser Louvre) sowie
private Partner aus dem Verlagswesen und dem Bereich der neuen Medien zusammengeschlossen haben,
setzt dieses Konzept gegenwärtig in die Praxis um. Im Rahmen des 2000 initiierten Projektes sollen hoch-
wertige Reproduktionen von Gemälden in zweieinhalb Jahren digital erfasst, klassifiziert und in ein Netz-
werk eingespeist werden – ein Eldorado für Wissenschaftler, Kunststudenten, Anbieter von digitalen Inhalten
und Medien.
Artiste ist aber nicht auf die digitale Erfassung von Kunstwerken beschränkt. Historikern, Wissenschaftlern
und Studenten wird eine Reihe von nützlichen Werkzeugen für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt. Durch
die sehr hohe Auflösung der gespeicherten Bilder wird es möglich, Farbgebung, Stil, ja sogar die Pinsel-
führung verschiedener Künstler und Epochen miteinander zu vergleichen. Ein Museumskonservator, der
Illustrationen für einen Katalog über verschiedene Malstile benötigt, braucht nur den gewünschten Stil
einzugeben, und schon zeigt ihm Artiste alle dazu in der Datenbank verfügbaren Gemälde an. Und das ist
nur ein Beispiel für die vielen Möglichkeiten, die dieses Projekt Kunstliebhabern wie Fachleuten eröffnet.
Das Projekt Artiste wird aus Mitteln des Fünften EU-Rahmenprogramms für Forschung und technologische
Entwicklung (FuE-Rahmenprogramm) finanziert.
EKA
8
Sprache als Grundlage
der Kultur
2001 war das Europäische Jahr der
Sprachen. Mit ihrer Politik will die EU
langfristig erreichen, dass die
Europäer neben ihrer Muttersprache
zwei weitere Sprachen sprechen. Aus
diesem Anlass wurde eine Kampagne
gestartet, die die Sprachenvielfalt in
Europa zum Thema hatte. Städte und
Dörfer standen ganz im Zeichen der
Sprache und öffneten ihre Häuser,
Cafés und Schulen für mehrsprachige
Konversationsrunden.
Die Förderung von Sprachkenntnissen
hat einen festen Platz in der europäi-
schen Bildungspolitik. Sprachen öffnen
die Tür zu anderen Kulturen, fehlende
Sprachkenntnisse erschweren die Kom-
munikation mit Menschen aus dem
europäischen und außereuropäischen
Ausland. Daher unterstützt die EU im
Rahmen der Programme „Forschung
und technologische Entwicklung“ und
„eContent“ (European digital content
on global networks) die Entwicklung
von elektronischen Werkzeugen, die
maschinelle Übersetzungen oder
mehrsprachige Internetrecherchen
ermöglichen.
Daneben setzt sich die EU allerdings
nach wie vor dafür ein, dass jeder die
Werke ausländischer Schriftsteller in
seiner eigenen Muttersprache lesen
kann. Initiativen wie das Internatio-
nale Festival der Poesie in Stockholm
oder das Netzwerk „N.E.W. Theatre“
tragen dazu bei, Autoren dank der
Übersetzung ihrer Werke einer inter-
nationalen Leserschaft vorzustellen.
Ein Teil des Budgets für die kulturelle
Zusammenarbeit in Europa wird auf
Übersetzungen und die Verbreitung
von literarischen Werken verwandt.
Seit 1996 konnten auf diese Weise
über 800 Bücher in andere Sprachen
übertragen werden, darunter Der Zah-
lenteufel von Hans Magnus Enzens-
berger (Deutsch – Griechisch), Smo-
kove Vlivadite von Jordan Radickov
(Bulgarisch – Italienisch), The Euro-
pean Renaissance von Peter Burke
(Englisch – Französisch/Italienisch)
und Barão de Teive: Educação do
Estóico von Fernando Pessoa (Portu-
giesisch – Norwegisch).
Und nicht zuletzt versucht die EU zu
verhindern, dass Sprachen, die nur in
einer bestimmten Region oder von
einer Minderheit gesprochen werden,
allmählich aussterben. Katalanen,
Bretonen, Walliser – die Zahl der
Europäer, die eine Sprache sprechen,
die nicht Amtssprache ihres Landes
ist, wird auf über 40 Millionen
geschätzt. Die Erhaltung dieser
sprachlichen Vielfalt gehört zum
Selbstverständnis der Europäischen
Union.
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9
RUNDUM SPRACHE
Vom 17. bis zum 26. September 2001 herrschte auf dem Festival der Sprachen in der belgischen Stadt
Mons ein babylonisches Sprachengewirr.
„Das Festival will den Menschen bewusst machen, wie wichtig Sprachkenntnisse sind – ob zu beruflichen
Zwecken, zum persönlichen Vergnügen oder um mit anderen zu kommunizieren – und welch kultureller
Reichtum sich ihnen dadurch erschließt. Es möchte aber auch alle dazu animieren, eine Fremdsprache
zu erlernen, unabhängig von Motiven, Alter und sozialem bzw. kulturellem Hintergrund …“ war auf der
Festival-Webseite zu lesen.
Gelegenheit dazu wurde reichlich geboten. In Kneipen und Cafés wurde unter der Leitung kundiger Sprach-
lehrer Konversation auf Dänisch, Englisch und Griechisch angeboten. Mit Gesangsdarbietungen, Panto-
mimeaufführungen und Sketchen gaben Schüler unter der Regie ihrer Lehrer ihre Sprachkenntnisse und
ihre Meinung zum Thema zum Besten. Auch die örtlichen Geschäfte machten mit und veranstalteten einen
mehrsprachigen Rätselparcours. Und schließlich wurde den Einwohnern von Mons Gelegenheit gegeben,
übers Internet Freundschaften mit Menschen aus anderen EU-Ländern zu knüpfen.
Zehn Tage lang unterhielten sich die Einwohner von Mons dänisch, deutsch, englisch, griechisch, italie-
nisch, niederländisch und spanisch – und sogar in Gebärdensprache. Das Festival in Mons wurde im Rahmen
des Europäischen Jahres der Sprachen durchgeführt.
IMAGEBANK
10
E i n E u r o p a d e r V ö l ke r b a u e n
Ein Theaterfestival auf Europareise,
ein Musikernetz im Internet oder die
Übersetzung von Belletristik in meh-
rere Sprachen – das sind nur einige
Beispiele für die im Rahmen des Pro-
gramms Kultur 2000 geförderten
Aktivitäten. Der Rahmen hierzu kann
zeitlich begrenzt (Organisation von
Ereignissen, Veranstaltungen und
Festivals) oder auf Dauer angelegt
sein (Zusammenschluss zu Netz-
werken). Die Projekte sollen den Teil-
nehmern die Auseinandersetzung und
den Gedankenaustausch mit anderen
Künstlern ermöglichen und ihnen zum
Durchbruch verhelfen. Die Gelegen-
heit, in einer ungewohnten Umge-
bung zu arbeiten und ihren Horizont
durch neue Erfahrungen zu erweitern,
ist für die Künstler eine unschätzbare
Quelle der Inspiration.
Kultur als Beruf
In der EU sind an die sieben Millionen
Menschen im Kulturbereich tätig. Ob
Veranstalter oder Projektleiter, Lehrer
in einer künstlerischen Disziplin oder
Produzenten, ihnen allen steht die
Teilnahme an mehrjährigen Koopera-
tionen und internationalen Veranstal-
tungen offen, die Kultur 2000 unter-
stützt. Dabei kann es sich um die
unterschiedlichsten Projekte handeln.
Die Entwicklung von Unterrichtssoft-
ware für Architekturhochschulen
durch ein europäisches Team oder die
Organisation eines Festivals der nord-
europäischen Literatur durch däni-
sche, schwedische und britische Part-
ner sind nur zwei Beispiele von vielen.
Förderung der Kreativität
Allmählich entsteht ein europäischer Kulturraum. Ganz unter-
schiedliche Künstler äußern den Wunsch, mit Gleichgesinnten
zusammenzuarbeiten, und möchten ihre Werke über die Landes-
grenzen hinaus bekannt machen. Um die schöpferische Arbeit an
Büchern, Filmen und Inszenierungen zu ermöglichen und ihre Ver-
breitung zu sichern, muss ein geeigneter europäischer Rechtsrah-
men bereitgestellt werden. Von der ersten Inspiration bis zur Prä-
sentation des fertigen Werkes werden die Künstler von der EU im
Rahmen verschiedener Kulturprogramme betreut. Ob bildende oder
gestaltende Kunst, Tanz, Theater, Film, Literatur oder Musik – für
alle Kunstformen kommt eine Förderung in Betracht.
11
ARBEIT DANK TOSCANINI
Schlechte Berufsaussichten, das Fehlen einer geregelten Ausbildung für bestimmte Berufe und der schwie-
rige Balanceakt zwischen kreativem Schaffen und Broterwerb halten viele junge Menschen davon ab, ihrer
Begabung nachzugehen und eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. Aus diesem Grund veranstaltet
die Stiftung „Arturo Toscanini“ seit Mitte der 90er Jahre Fortbildungen für arbeitslose Musiker. Im Rahmen
des ersten Projektes konnten 80 Musiker eine anspruchsvolle Ausbildung in einem Symphonieorchester
absolvieren. Sie wurden von erfahrenen Orchestermusikern und Solisten renommierter Orchester und von
Mitarbeitern namhafter europäischer und amerikanischer Musikschulen in den drei Kategorien Blechbläser,
Holzbläser und Saiteninstrumente unterwiesen. Auch das derzeitige Projekt „Mythos“ folgt demselben
Konzept. Solisten, Choristen, Orchestermusiker und Techniker erhalten, zum Teil im Fernstudium über das
Internet, einen ersten Einblick in den Arbeitsalltag an der Oper.
Die Fortbildungen der Toscanini-Stiftung wollen nicht nur musikalische Fertigkeiten vermitteln, sondern
bereiten die Teilnehmer auch gezielt auf die Anforderungen des Berufslebens vor. Großer Wert wird dabei
auf organisatorische Kompetenzen und die Fähigkeit gelegt, Aufnahmen auf dem CD-Markt abzusetzen.
Die Teilnehmer werden auch auf die unterschiedlichen Beschäftigungsmöglichkeiten in der Musikbranche
hingewiesen. Besonders geschätzt wird allgemein die Tatsache, dass die Teams aus Schülern und ehema-
ligen Mitgliedern des „Arturo Toscanini“-Symphonieorchesters gebildet werden, das zu den renommiertes-
ten Italiens zählt. Die Ausbildungsprogramme der Toscanini-Stiftung wurden von Anfang an vom
Europäischen Sozialfonds unterstützt.
EKA
Wie in jedem anderen Wirtschaftssek-
tor gilt auch für Kulturschaffende das
im EU-Vertrag verankerte Recht auf
Freizügigkeit. Im Kulturbereich beste-
hen in Bezug auf Ausbildung und
Arbeitsuche ganz spezifische Bedürf-
nisse. Nicht selten gibt es Ausbil-
dungs-, Studien- oder Beschäfti-
gungsmöglichkeiten (überhaupt nur)
im Ausland. Die europäischen Bil-
dungsprogramme Sokrates und Leo-
nardo da Vinci können auch für eine
Aus- oder Fortbildung im Bereich
Kunst, Kultur und Kunsthandwerk in
Anspruch genommen werden. Sie sol-
len die Mobilität von Schülern und
Auszubildenden durch internationale
Programme erleichtern, die Arbeits-
vermittlung, Erfahrungsaustausch und
Studienreisen umfassen. So stellt zum
Beispiel das im Rahmen von Leonardo
da Vinci geförderte Projekt „Cortex“
Künstlern, Lehrern und Stellensuchen-
den eine Internet-Plattform zur Verfü-
gung. Das System informiert auf
europäischer Ebene über Ausbil-
dungsmöglichkeiten, Praktika und
Stellen im Kulturbereich, es ermöglicht
aber auch eine gezielte Suche nach
Kriterien wie Ausbildung und sonstige
Qualifikationen. Daneben leistet der
Europäische Sozialfonds als wichtigs-
tes Instrument der Sozialpolitik der EU
einen Beitrag zur Bekämpfung der
Arbeitslosigkeit und zur Förderung der
beruflichen Integration, indem er z. B.
auch Schauspiel- oder Schreibwerk-
stätten anbietet.
12
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URHEBERRECHTE: DIE KÜNSTLER SCHÜTZEN
Urheberrechte und verwandte Schutzrechte bilden in unseren Gesellschaften die finanzielle Grundlage für
die Verbreitung von künstlerischen Werken. Sie sichern die Vergütung von Autoren und sonstigen Rechts-
inhabern (Interpreten, Produzenten und Rundfunkanstalten). Durch die Urheberrechte wird aber auch das
Verhältnis eines Künstlers zu seinem Werk geschützt; dieser kann über dessen Verwendung bestimmen und
verhindern, dass es verfremdet wird. Mit dem Siegeszug der Digitaltechnik wurde es möglich, Musik, Filme
und Bücher losgelöst von jedem materiellen Träger so leicht wie nie zuvor zu vervielfältigen und zu
verbreiten. Die neuen Technologien haben der Branche ein rasches Wachstum beschert, bringen aber auch
die Gefahr einer illegalen Verwertung der Werke im großen Stil mit sich. Seit Anfang der 90er Jahre arbeitet
die EU an einem rechtlichen Rahmen zur Harmonisierung der Vorschriften, die dem Schutz dieser Rechte
dienen. Im Mai 2001 wurde eine neue „Richtlinie über den Schutz von Urheberrechten und verwandten
Schutzrechten in der Informationsgesellschaft“ verabschiedet. Diese EU-Richtlinie bietet einen auf die virtu-
elle, globalisierte Welt der Telekommunikationsnetze zugeschnittenen europäischen Rechtsrahmen. Sie
trägt einerseits dem Bedürfnis nach Rechtsschutz Rechnung, definiert aber andererseits auch die Bedin-
gungen für den allgemeinen, europaweiten Zugriff auf derartige Werke. Die Mitgliedstaaten müssen diese
Richtlinie bis Ende 2002 in nationales Recht umsetzen.
13
TINGELNDES TANZTHEATER
Im Jahr 2000 wurden neun Städte von der EU zur
„Europäischen Kulturstadt“ gekürt. Das im Rahmen von
Kultur 2000 geförderte Festival „Trans Danse“ hat aus
diesem Anlass in sieben dieser Städte Station gemacht,
um zu einer Bestandsaufnahme des zeitgenössischen
Tanzes in Europa zu gelangen. Dabei wurde deutlich, wie
sehr sich diese Kunstform weiterentwickelt hat. Europäi-
sche Choreografen beziehen immer öfter andere künst-
lerische Elemente in ihre Arbeit ein. Theater, Musik und
Multimedia verschmelzen auf der Bühne zu neuen
Ausdrucksformen.
An „Trans Danse“ waren sieben Ensembles aus Avignon,
Bergen, Bologna, Brüssel, Helsinki, Prag und Reykjavik
beteiligt. Sie gastierten jeweils eine Woche lang in jeder
Stadt und führten ihre Choreografien vor, veranstalteten
daneben aber auch Workshops für Profi- und Amateur-
tänzer und für Künstler anderer Disziplinen. Am Schluss
ihrer Europatournee zogen die beteiligten Ensembles
gemeinsam eine Bilanz der Stärken und Schwächen des
modernen Tanzes in Europa. Ihre Überlegungen können
wertvolle Impulse für neue europäische Initiativen
geben.
BJORN-EIVIND ARTUN
Besonderes Augenmerk gilt in der Kul-
turpolitik der EU dem audiovisuellen
Sektor. Ihm ist ein eigenes Programm
gewidmet, das Programm MEDIA, das
ein breites Angebot umfasst: Hilfe-
stellung bei der Realisation und kom-
merziellen Verwertung von Werken,
Veranstaltung von Drehbuchsemina-
ren und Vermittlung von Kompeten-
zen im kaufmännischen Bereich sowie
im Umgang mit neuen Technologien.
Darüber hinaus unterstützt MEDIA
viele Workshops rund um den Film
(Drehbuchschreiben, Produktion, Ani-
mation) sowie Veranstaltungen wie
das Internationale Dokumentarfilm-
festival in Marseille, das Europäische
Medienkunstfestival in Osnabrück
oder die Internationalen Filmfest-
spiele in Thessaloniki.
14
Die Restaurierung eines historischen
Stadtteils oder die Pflege nahezu ver-
gessener folkloristischer Bräuche
belebt nicht nur den Tourismus, son-
dern gibt der örtlichen Bevölkerung
auch ihre Dynamik und Identität
zurück. Der belgische Verein Euregio
hat sich zum Ziel gesetzt, die Kultur-
geschichte der europäischen Völker zu
dokumentieren. Zusammen mit fran-
zösischen, griechischen und italieni-
schen Partnern sammelt Euregio
Filmaufzeichnungen (etwa von
archäologischen Funden, Baudenk-
mälern, ethnografischen Dokumenten
oder Volksbräuchen) und stellt sie
nationalen oder regionalen Fernseh-
anstalten, Forschungszentren und Bil-
dungsträgern in ganz Europa zur Ver-
fügung. Ein Drittel des Budgets des
Programms Kultur 2000 wird auf Pro-
jekte zur Erhaltung und Aufwertung
des gemeinsamen Kulturerbes der
europäischen Völker verwandt. Dabei
kann es sich zum Beispiel um die Aus-
bildung von Fachleuten handeln, um
den Erfahrungsaustausch oder die
Realisierung von Multimediaprojek-
ten.
Dem Schutz und der Erschließung des
Kulturerbes tragen neben Kultur 2000
auch viele andere EU-Instrumente
Rechnung. So wendet zum Beispiel
der Europäische Regionalfonds
beträchtliche Mittel für regionale Ent-
wicklungsprojekte auf, von denen
einige die Restaurierung und Aufwer-
tung des Kulturerbes miteinbeziehen.
Damit konnte in Griechenland für den
Zeitraum 2000-2006 ein umfangrei-
ches, mit 605 Mio. EUR dotiertes Kul-
turprogramm initiiert werden, dessen
Finanzierung zu zwei Dritteln von der
EU sichergestellt wird. Es ist unter
anderem der Erhaltung und touristi-
schen Erschließung des archäologi-
schen Erbes gewidmet und fördert in
diesem Zusammenhang Maßnahmen
zur Modernisierung von Museen und
ihrer Leistungen.
Im Rahmen des Naturschutzes unter-
stützt die EU Projekte, die zugleich von
kulturellem Interesse sind. Im franzö-
sischen Carnac befindet sich die
bedeutendste Megalithenfundstätte
Europas. Sie zieht Scharen von Touris-
ten an, die dem Ort beinahe zum Ver-
hängnis wurden. Mit Hilfe des
Umweltprogramms LIFE wurde zwi-
schen Juli 1994 und Januar 1999 ein
Projekt zum Schutz von Carnac durch-
geführt, das Touristen für die schädli-
chen Folgen unbedachten Verhaltens
sensibilisieren sollte.
E i n E u r o p a d e r V ö l ke r b a u e n
Schutz und Erschließung des Kulturerbes
Die EU-Programme zum Schutz und zur Erschließung des Kul-
turerbes beziehen das architektonische Erbe und sein Inventar
ebenso mit ein wie kulturhistorische Landschaftsteile, Kunstwerke
oder das immaterielle Kulturerbe. Die heutige Definition des
gemeinsamen Kulturerbes der europäischen Völker umfasst darü-
ber hinaus auch Traditionen, Brauchtum, überliefertes Wissen und
Fertigkeiten. Die Erhaltung von Funden aus der Römerzeit oder
einer außergewöhnlichen Naturlandschaft liegt Einheimischen und
Europäern gleichermaßen am Herzen.
15
THEATER ALS MULTIMEDIAERLEBNIS
Wie soll man sich die Theateraufführungen in Pompeji oder im (heute nicht mehr erhaltenen) Dionysos-
Theater vorstellen? Eine Zeichnung sagt da mehr als tausend Worte. Noch viel eindrucksvoller sind
3D-Darstellungen, die den Betrachter mit Ton- und Lichteffekten in eine virtuelle Realität versetzen und
ihm das Gefühl vermitteln, „mittendrin zu sein“.
In das Projekt „Theatron“ sind das Wissen von Architekten, Archäologen und anderen Wissenschaftlern
und das Können von Programmierern und Multimediakünstlern eingeflossen. Theatron macht hautnah
erlebbar, was ein Theaterbesuch für die Zuschauer der damaligen Zeit bedeutete. Der Kunstgeschichte
eröffnen sich damit ganz neue, dynamische Perspektiven. Eigentlich ist diese Verbindung so abwegig nicht,
waren doch schon die Frühformen des Theaters nichts anderes als multimediale Spektakel.
Ziel des Projektes war es, Lehrern, Studenten und Wissenschaftlern, die sich für die Entwicklung der thea-
tralischen Ausdrucksformen von der griechischen Antike bis zur heutigen Zeit interessieren, innovative Hilfs-
mittel zur Verfügung zu stellen. Das Projektergebnis, bei dem architektonische Modelle, Animation, Bild-
und Textdatenbanken sowie VRML (Virtual Reality Modeling Language) zum Einsatz kommen, ist als
CD-ROM verfügbar und kann aus dem Internet heruntergeladen werden.
An diesem von der EU von 1994 bis 1998 im Rahmen des Fünften FuE-Rahmenprogramms geförderten
Projekt waren Partner aus Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, den Niederlanden und dem Verei-
nigten Königreich beteiligt.
THEATRON/EPIDAURUS
16
ÖLAND RETTET SEIN HISTORISCHES ERBE
Die Nachricht vom bevorstehenden Verkauf des historischen Anwesens „Skäftekärr“ durch den Staat löste
auf der schwedischen Insel Öland allgemeine Bestürzung aus. Die Einwohner waren fest entschlossen,
dieses architektonische Kleinod nicht so einfach verloren zu geben. Umgehend wurde die Bürgerinitiative
„Vision Skäftekärr“ ins Leben gerufen. Mit Hilfe von Zuschüssen, die der EU-Strukturfonds zwischen 1994
und 1999 bereitstellte, konnten die 600 Mitglieder der Bürgerinitiative Skäftekärr erwerben und das aus
dem Jahr 1860 stammende Hauptgebäude – eine ehemalige Forstschule – retten. Heute sind darin ein
Museum, ein Ausstellungsraum, ein Festsaal und eine Cafeteria untergebracht. Außerdem sind Firmen
eingezogen, von denen man sich zusätzliche Impulse für die örtliche Wirtschaft erwartet. Im umgebenden
Park können Spaziergänger den über hundertjährigen Baumbestand bewundern, der 140 verschiedene,
zum Teil sehr seltene Baumarten umfasst. In den Alleen dienen die zahlreichen Ruinen aus dem 3. bis
8. Jahrhundert als Kulisse für Szenen aus dem damaligen Leben, die von Statisten in historischen Kostümen
nachgestellt werden. In Workshops werden den Besuchern traditionelle Methoden zur Herstellung von
Werkzeug und Utensilien vorgeführt. Bis heute haben bereits über 40 000 Besucher im idyllischen Skäf-
tekärr den Reiz vergangener Tage genossen.
SKÄFTEKÄRT
17
Auch die europäische Forschung stellt
sich in den Dienst des Kulturerbes.
Das fünfte europäische FuE-Rahmen-
programm befasst sich mit der nach-
haltigen Entwicklung der europäi-
schen Städte unter Berücksichtigung
kultureller Aspekte. Dabei werden
mögliche Konservierungsmaßnahmen,
negative Folgen des Tourismus oder
eine Integration historischer Denk-
mäler in neue urbane Umgebungen
untersucht. Dies kann zum Beispiel in
Form einer Analyse der Verwitte-
rungsprozesse an Gebäuden, innova-
tiver Restaurierungsverfahren und
-hilfsmittel, durch Fachkonferenzen
oder Forschungsstipendien gesche-
hen.
Digitaltechnik
im Dienst des Kulturerbes
Die neuen Informationstechnologien
können auch gewinnbringend für
Initiativen zum Schutz bzw. zur Ver-
wertung des europäischen Kulturerbes
eingesetzt werden.
Viele Filme aus der Anfangszeit des
Kinos sind schon so stark beschädigt,
dass sie bereits unbrauchbar gewor-
den sind. Daher tritt die Überspielung
auf digitale Träger zunehmend zu den
klassischen Konservierungs- und
Restaurierungstechniken hinzu. Ange-
sichts des für diese gewaltige Aufgabe
erforderlichen Zeit- und Geldaufwan-
des leistet das Programm MEDIA hier
wertvolle Hilfe und bezuschusst Fort-
bildungen und die Zusammenarbeit
von Digitaltechnikern und Kinema-
theken.
Das FuE-Rahmenprogramm der EU
will den Übergang zur Informations-
gesellschaft in Europa vorantreiben
und fördert daher Kooperationen zwi-
schen Kultureinrichtungen, Univer-
sitäten und Multimediaindustrie. Ein-
richtungen wie Bibliotheken, Museen
und Archive können nämlich bei der
Entwicklung innovativer Produkte
oder Dienstleistungen von der Erfah-
rung und den Ressourcen der Wirt-
schaft profitieren und ihr wirtschaftli-
ches Potenzial im Rahmen der
„eKultur“ ausschöpfen. Unter Beteili-
gung von Partnern aus Belgien, Groß-
britannien, Österreich und der Schweiz
bietet etwa das Forschungsprogramm
„3D-Murale“ Fachkreisen multime-
diale Werkzeuge an, die eine Archi-
vierung und virtuelle Rekonstruktion
von Ruinen und archäologischen Fun-
den ermöglichen. Die rekonstruierten
Objekte sollen der Öffentlichkeit nach
Abschluss des Projektes im Jahr 2003
im Internet vorgestellt werden.
Für einige Projekte können europäi-
sche Programme in Anspruch genom-
men werden, die eine Brücke zwischen
Innovation und kommerzieller Ver-
wertung schlagen. So unterstützt das
Programm „TEN-Telecom“ Unterneh-
mer, die ihre Dienstleistungen in
europäischen oder weltweiten Tele-
kommunikationsnetzen anbieten
möchten. Ein Beispiel für ein solches
Projekt ist „Chance“, das für Touristen
und Kunsthistoriker gleichermaßen
hilfreich ist. Über eine Datenbank im
Internet kann man recherchieren, in
welchem Museum bzw. in welcher Pri-
vatsammlung sich ein bestimmtes
Gemälde, eine Skulptur oder ein ande-
res Kunstobjekt befindet. Das Pro-
gramm „eContent“ konzentriert sich
demgegenüber auf die kommerzielle
Verwertung von europäischen Digi-
talinhalten und ist Anbietern von
Inhalten bei der Anpassung ihrer Pro-
dukte und Dienstleistungen an den
ausländischen Markt behilflich.
18
Ein ganz besonderer Wirtschaftssektor
Die Kultur ist ein bedeutender Wirtschaftssektor und unterliegt
damit den Regeln und Grundsätzen des EU-Vertrages, insbeson-
dere der Wettbewerbsfreiheit und der Freizügigkeit im gesamten
Binnenmarkt. Die EU trägt aber sowohl in ihrer europäischen Poli-
tik wie auch in ihren Außenbeziehungen dem besonderen Cha-
rakter von Kultur Rechnung.
Die Öffnung der Grenzen und die För-
derung von Handel und freiem Wett-
bewerb soll die wirtschaftliche Ent-
wicklung Europas vorantreiben und
die Wettbewerbsfähigkeit der europäi-
schen Unternehmen stärken. Der Kul-
tur wird dabei aufgrund ihrer doppel-
ten Natur jedoch ein Sonderstatus
eingeräumt: Die Werke sind Waren
bzw. Dienstleistungen, die ökonomi-
schen Mehrwert und zusätzliche
Arbeitsplätze schaffen, sie spiegeln
aber auch unsere kulturelle Identität
wider. Sie prägen unsere Gesellschaft
und werden von dieser geprägt.
Daher wird die Entwicklung des Kul-
tursektors nicht ganz dem Kräftespiel
des freien Marktes überlassen. Dass es
sich dabei um einen sensiblen Bereich
handelt, ist der EU sehr wohl bewusst,
und sie berücksichtigt es in allen Poli-
tikbereichen. Gewöhnlich ist eine Sub-
ventionierung privater Unternehmen
nur sehr eingeschränkt möglich. Im
kulturellen Bereich, in dem staatliche
Beihilfen für die Erhaltung und För-
derung der kulturellen Vielfalt von
großer Bedeutung sind, werden die
europäischen Wettbewerbsregeln teil-
weise außer Kraft gesetzt. Der Vertrag
erkennt außerdem explizit die beson-
dere kulturelle, soziale und demokra-
tische Bedeutung von öffentlichen
Rundfunkanstalten an.
Auch dem Grundsatz des freien
Warenverkehrs im Binnenmarkt sind
bei Kulturgütern Grenzen gesetzt. Die
Staaten dürfen Verbote oder
Beschränkungen aufrechterhalten,
wenn es um nationale Kulturgüter von
künstlerischem, geschichtlichem oder
archäologischem Wert geht.
Auf weltweiter Ebene werden die Han-
delsregeln von den Mitgliedern der
Welthandelsorganisation (WTO) auf
dem Verhandlungswege festgelegt.
Die EU ging dabei im audiovisuellen
Bereich keinerlei Verpflichtung zu
einer Liberalisierung ein, um sich ihren
Handlungsspielraum zu bewahren
und so die kulturelle Vielfalt erhalten
und fördern zu können. Dies schließt
eine sehr starke Öffnung des europäi-
schen Marktes nicht aus: Zwar werden
in der EU mehr Filme produziert als in
den USA, doch entfallen 75 % der
Einnahmen der europäischen Kinos
auf amerikanische Filme.
E i n E u r o p a d e r V ö l ke r b a u e n
19
KULTURVERTRIEB IM INTERNET
Ob ein Tourist in einem oder mehreren
Museen, die er im Urlaub besucht hat,
entsprechende Objekte erwerben
möchte, oder ein Museum bei einem
Multimediahersteller einen Katalog
auf CD-ROM in Auftrag geben will
oder ein Kunstsammler über das
Internet möglichst viele Kaufinteres-
senten für ein Prunkstück seiner
Sammlung zu erreichen sucht – Ihnen
allen könnte das Projekt „RegNet“
weiterhelfen.
In einer Zeit, da Kultur zunehmend im
Internet gehandelt wird, will RegNet
für alle Akteure auf diesem
boomenden Markt eine breite Palette
von Dienstleistungen bereitstellen.
„Eine virtuelle Buchhandlung muss
mehr bieten als den Zugriff auf digi-
tale Inhalte. Es müssen neue Formen
der Zusammenarbeit zwischen allen
Beteiligten entwickelt werden (Kultur-
träger, Industrie, Behörden usw.)“.
Unter diesem Motto wirken Museen,
Bibliotheken und IT-Fachleute aus
zehn europäischen Ländern einschließ-
lich Bulgariens und Russlands am
Projekt RegNet mit. Sie wollen eine
gemeinsame, mit Spitzentechnologie
ausgestattete Plattform für den elek-
tronischen Handel mit Kulturgütern
und -dienstleistungen aufbauen. Das
mit Hilfe des EU-Rahmenprogramms
für Forschung und technologische
Entwicklung initiierte Projekt soll
bis Mitte 2003 abgeschlossen sein.
Die Organisatoren hoffen, an die
3 000 Museen für ihre Idee gewinnen
zu können.
EKA
20
Der Vertrieb europäischer Filme außer-
halb ihres Ursprungslandes ist in der
Tat schwierig. Für den Erfolg eines Fil-
mes entscheidend ist nämlich neben
der eigentlichen Qualität das für Rea-
lisation und Vertrieb zur Verfügung
stehende Budget. Hier liegt ein
Schwerpunkt des Programms MEDIA,
das in der Planungsphase sowie nach
Produktionsende unterstützend ein-
greift, um den europaweiten Verleih
von Filmen und anderen audiovisuel-
len Werken zu erleichtern.
Von wirtschaftlichen Aspekten abge-
sehen fördert die Verbreitung von
europäischen Filmen im gesamten EU-
Raum auch die wechselseitige Kennt-
nis der Kulturen. Rosetta von den
Gebrüdern Dardenne, Brot und Tulpen
von Silvio Soldini, Alles über meine
Mutter von Pedro Almodovar oder Die
fabelhafte Welt der Amélie von Jean-
Pierre Jeunet sind allesamt Filme, die
mit Hilfe des Programms MEDIA in
ganz Europa in die Kinos kamen.
Im audiovisuellen Sektor wurde außer-
dem mit der Richtlinie „Fernsehen
ohne Grenzen“ ein rechtlicher Rahmen
geschaffen, der den freien Verkehr von
europäischen Fernsehsendungen im
gesamten Gebiet der EU garantiert
und europäischen Beiträgen in den
Fernsehprogrammen den größten Teil
der Sendezeit sichert. Schließlich hel-
fen die EU und die Europäische Inves-
titionsbank der audiovisuellen Indus-
trie, ihre finanzielle Basis auszubauen
und die Umstellung auf Digitaltech-
nik zu forcieren.
In steuerlicher Hinsicht unterliegen
Kulturgüter der Mehrwertsteuer. Um
kreatives Schaffen zu fördern und Kul-
tur allgemein zugänglich zu machen,
werden einige davon – zum Beispiel
Bücher – zu einem ermäßigten Satz
besteuert. Solange der freie Waren-
verkehr zwischen den Mitgliedstaaten
nicht beeinträchtigt wird, kann für
Bücher auf nationaler Ebene zudem
eine Preisbindung vorgeschrieben wer-
den, um so die Vielfalt der literari-
schen Landschaft zu erhalten.
E i n E u r o p a d e r V ö l ke r b a u e n
21
In einigen Fällen stehen für die Mit-
gliedstaaten ausgerichtete (Kultur-)
Programme nun auch Drittstaaten zur
Teilnahme offen: den EWR-Staaten
Island, Liechtenstein und Norwegen,
aber auch anderen Ländern, mit denen
Assoziierungs- und Kooperationsab-
kommen bestehen.
Nach dem Fall der Berliner Mauer
legte die EU zwei neue Programme
auf, die den ehemaligen Ostblock-
staaten den Übergang zur Marktwirt-
schaft erleichtern sollen. Phare berei-
tet die Länder Mittel- und Osteuropas
auf den EU-Beitritt vor, Tacis finanziert
Kooperations- und Hilfsprojekte zwi-
schen der EU und den GUS-Nachfol-
gestaaten. Dabei wird angeregt, dass
die Partnerländer auch untereinander
zusammenarbeiten und gemeinsame
Projekte (unter anderem im kulturel-
len Bereich) durchführen sollen.
Seit den 90er Jahren berücksichtigt
die EU bei ihren Beziehungen zu Part-
nern aus dem Mittelmeerraum, Afrika,
Lateinamerika und Asien auch kultu-
relle Aspekte. Dem kulturellen Dialog
auf regionaler Ebene oder mit der EU
wird nun ein hoher Stellenwert einge-
räumt.
Ein Beispiel ist das Abkommen von
Cotonou zwischen der EU und 77 Län-
dern aus Afrika, der Karibik und dem
Pazifik. Der Schutz des Kulturerbes
und die Achtung der Werte und der
Identität jedes Landes spielen in die-
sem Abkommen eine wichtige Rolle.
Die EU unterstützt neben der örtli-
chen Filmindustrie auch Kulturveran-
staltungen und entsprechende Ein-
richtungen. Zwischen 2000 und 2003
wird Mali Fördermittel in Höhe von
4,8 Mio. EUR für seine Kulturpolitik
erhalten. Sie sollen insbesondere der
Renovierung des Nationalmuseums in
Bamako und der Eröffnung von drei
Regionalmuseen, aber auch der Finan-
zierung von Filmen, Theaterinszenie-
rungen oder Fotoausstellungen
zugute kommen.
Die Stellung der EU in der Welt
Die EU bindet zunehmend Drittländer in ihre Programme ein,
knüpft Partnerschaften mit Ländern aus anderen Kontinenten und
dehnt ihr Engagement im Vorfeld der EU-Erweiterung auf Osteu-
ropa aus. Dabei geht es häufig auch um kulturelle Zusammenar-
beit. Wie bereits zwischen den Mitgliedstaaten werden Kulturaus-
tausch und Dialog nun auch im Verhältnis zu außereuropäischen
Ländern groß geschrieben.
22
E i n E u r o p a d e r V ö l ke r b a u e n
KINO RUND UMS MITTELMEER
Seine Quellen sind vielfältig, die Sprache universell. Wie keinem anderen Medium gelingt es dem Kino, uns
fremde Kulturen näher zu bringen. Dennoch sind Namen von bedeutenden Regisseuren wie Youssef Chahine
oder Salah Abou Seif in Europa nur wenigen Menschen geläufig. Europäer wie Araber kennen die Filme
des jeweils anderen Kulturraumes kaum. Das soll sich nun ändern: Das im März 2000 initiierte, auf drei
Jahre angelegte Projekt „Cinema Med“ nimmt sich dieser Thematik an.
Cinema Med wird in drei Phasen durchgeführt:
• 2000/01: ein Festival mit Filmen des arabischen Mittel-
meerraumes, das in sieben europäischen Städten von Palermo
bis Edinburg gezeigt wird. Als Fenster zur arabischen Welt und
als Forum für Begegnungen zwischen Regisseuren und Kino-
gängern soll das Festival den Verleih von arabischen Filmen
in Europa erleichtern;
• 2001/02: ein Drehbuchseminar, das von zwei europäischen
Autoren an zwei arabischen Universitäten (Marrakesch und
Beirut) abgehalten wird;
• 2002: eine Retrospektive, die dem Werk Salah Abou Seifs
gewidmet ist, einem der großen ägyptischen Filmemacher. Im
Vorfeld will Cinema Med europäische und arabische Filmar-
chivierungsanstalten für die Teilnahme an einem Projekt
gewinnen, das die Restaurierung und Konservierung der Filme
Abou Seifs zum Gegenstand hat.
Cinema Med ist Teil des Programms „Euromed Audiovisual“, das einen Anstoß für Kooperationen im audio-
visuellen Bereich zwischen den Ländern Europas und des Mittelmeerraumes geben will. Euromed Audio-
visual wird im Rahmen des dritten Teilbereiches („soziale, kulturelle und zwischenmenschliche Aspekte)
des EU-Programms zur euro-mediterranen Partnerschaft durchgeführt.
23
Zur Vertiefung
☛ Weitere Dokumente, Nachrichten und Informationen
zu den in dieser Broschüre behandelten Themen finden
Sie unter dem Webportal der Europäischen Kommission:
http://europa.eu.int/comm/culture/
Gegenseitige Achtung und Wert-
schätzung über kulturelle und reli-
giöse Unterschiede hinweg prägen
auch die Partnerschaft zwischen der
EU und fünf nordafrikanischen Län-
dern. Neben Kooperationsvorhaben
im audiovisuellen Bereich geht es
dabei um den Schutz des Kulturerbes
und um Jugendprojekte.
Und schließlich arbeiten die EU und
ihre Mitgliedstaaten mit internatio-
nalen Organisationen wie der Unesco
oder dem Europarat zusammen, die
im Kulturbereich tätig sind. Oft han-
delt es sich um eine punktuelle
Zusammenarbeit, um Treffen zu The-
men, die für beide Seiten gleicher-
maßen von Interesse sind, um gemein-
same Aufklärungskampagnen oder
die Kofinanzierung von Projekten.
Dadurch, dass die Frage der kulturel-
len Vielfalt auf internationaler Ebene
immer mehr zum Politikum wird,
erhält diese Zusammenarbeit in letz-
ter Zeit eine politische Qualität.
Europäische Kommission
Ein Europa der Völker bauen
Die Europäische Union und die Kultur
Reihe: Europa in Bewegung
Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
2002 – 23 S. – 16,2 x 22,9 cm
ISBN 92-894-3176-8
Was die europäischen Regierungen im Sinn hatten, als sie der EU auch die Zuständigkeit für
kulturelle Belange übertrugen, war ein Europa der Völker. Die Europäische Union sollte
nach ihrem Willen den Bürgern Europas ihre gemeinsame Geschichte und die ihnen
gemeinsamen Werte ins Bewusstsein rufen und die wechselseitige Kenntnis der
europäischen Kunstwerke und des Kulturerbes Europas verbessern, zugleich aber auch die
lokalen und regionalen Besonderheiten bewahren. Konkret geht es also darum, den
kulturellen Austausch in Europa zu fördern, Bürgern, Künstlern und Kulturschaffenden die
Teilnahme an europäischen Projekten zu ermöglichen, kreatives Schaffen zu ermutigen und
Kultur für jedermann zugänglich zu machen.
Weitere Informationen über die Europäische Union:
Informationen in allen Sprachen der Europäischen Union sind erhältlich über den Internet-Server Europa:
http://europa.eu.int
EUROPE DIRECT ist ein gebührenfreier telefonischer Auskunftsdienst, der Fragen zur Europäischen Union beantwortet
und Sie über Ihre Rechte und Möglichkeiten als EU-Bürger informiert:
0800 1860400 (Deutschland), 8002 22550 (Luxemburg), 0800 296811 (Österreich)
Für Auskünfte und Veröffentlichungen über die Europäische Union in deutscher Sprache wenden Sie sich bitten an:
BÜROS
DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
Informationsbüro für Belgien
Wiertzstraat 60, B-1047 Brüssel
Tel. (32-2) 284 20 05
Fax (32-2) 230 75 55
Internet: www.europarl.eu.int/brussels
E-Mail: epbrussels@europarl.eu.int
Informationsbüro für Deutschland
Europäisches Haus
Unter den Linden 78, D-10117 Berlin
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Fax (49-30) 22 80-1111
Internet: www.europarl.de
E-Mail: EPBerlin@europarl.eu.int
Erhardtstraße 27, D-80331 München
Tel. (49-89) 202 08 79-0
Fax (49-89) 202 08 79-73
Internet: www.europarl.de
E-Mail: EPmuenchen@europarl.eu.int
Informationsbüro für Luxemburg
Bâtiment Robert Schuman, Place de l’Europe
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Fax (352) 43 00-22457
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E-Mail: EPLuxembourg@ europarl.eu.int
Informationsbüro für Österreich
Kärntnerring 5-7, A-1010 Wien
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E-Mail: EPWien@europarl.eu.int
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Unter den Linden 78, D-10117 Berlin
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Fax (49-228) 530 09-50
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Ländern der Europäischen Union. Delegationen der Europäischen Kommission bestehen in anderen Teilen der Welt.
Was die europäischen
Regierungen im Sinn hatten, als
sie der EU auch die Zuständigkeit
für kulturelle Belange übertrugen,
war ein Europa der Völker. Die
Europäische Union sollte nach
ihrem Willen den Bürgern Europas
ihre gemeinsame Geschichte und die ihnen gemeinsamen
Werte ins Bewusstsein rufen und die wechselseitige Kenntnis
der europäischen Kunstwerke und des Kulturerbes Europas
verbessern, zugleich aber auch die lokalen und regionalen
Besonderheiten bewahren. Konkret geht es also darum, den
kulturellen Austausch in Europa zu fördern, Bürgern, Künstlern
und Kulturschaffenden die Teilnahme an europäischen
Projekten zu ermöglichen, kreatives Schaffen zu ermutigen und
Kultur für jedermann zugänglich zu machen.
16
4
6
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A
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